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Bild: iStockphoto.com

Muttertag: Mutti ist die Beste

Von Katharina Goßmann

Die einen denken bei „Mama“ an Liebe und Geborgenheit, die anderen an die erdrückende Präsenz kontrollierender Übermütter á la „Psycho“. Im Alltag ist Mami für alles zuständig, laut der Psychoanalyse an allem schuld.

Der Hype um die Mutter

Früher war die Mutter-Rolle klar – Mütter arbeiten nicht, sondern putzen und kochen und sind immer für die Kleinen da. Heute ist die Mutter-Rolle etwas komplexer. Jetzt muss Mami selbstverständlich auch die Karriere vorantreiben, ihre Top-Figur pflegen und neben exotischen Reisen auch kreative Hobbies und einen interessanten Freundeskreis haben. Um zweifelsfrei beweisen zu können, dass sie nicht nur Mutter ist.

Der Hype um die moderne Mutter treibt aktuell interessante Blüten. Wöchentlich sprießen Magazine für hippe Großstadt-Mütter aus den Zeitschriften-Regalen, die von Kindermode über Bio-Rezepte bis zu Sex-Tipps alle Themen behandeln, zu denen die Zielgruppe Orientierung sucht. In People-Magazinen werden Bilder von Models abgebildet, die einen Monat nach der Geburt von Zwillingen wieder die Taille einer 16-jährigen vorweisen können. Und wer als Mutter nicht völlig entspannt, bestens gekleidet und selbstbewusst schön ist, ist tendenziell bemitleidenswert.

Mutter-sein als letzte Ur-Erfahrung

Woher kommt die moderne Aufregung um die so natürliche und häufige Mutter-Rolle? Schließlich sind sogar in dem Teil der weiblichen Bevölkerung, die am seltensten Kinder hat – nämlich westdeutsche Akademikerinnen zwischen 40 und 44 Jahren – 75% der Frauen Mütter.

Vielleicht hängt es damit zusammen, dass Mutter-werden und -sein eine der letzten essentiellen Erfahrungen ist, die wir im Laufe unseres Leben machen. An unsere Geburt können wir uns nicht erinnern, Ehen können jederzeit geschieden werden, und Krankheit und Tod klammern wir lieber aus. Was bleibt also? Die Mutter-Rolle.

Das Dasein als Mutter lässt sich nämlich nicht kontrollieren: Eine Schwangerschaft lässt sich nicht erzwingen, das merken immer mehr Frauen. Eine Geburt kann zwar mit Hilfe der modernen Medizin generalstabsmäßig geplant werden, sorgt dann aber doch oft für Überraschungen. Und Kinder, tja, die sind noch unzähmbarer. Jedes ist so wie es ist, hat individuelle Bedürfnisse – und schon ist der schicke Lebensentwurf hinfällig. Dazu kommen noch die Gefühle, die Kinder in ihren Müttern auslösen – grenzenlose Liebe, aber auch Sorge, Schuldgefühle, Stress.

Mutter zu sein ist also in unseren durchorganisierten Zeiten ganz schön harter Tobak. Kein Wunder, dass viele Frauen mit der Rolle als Mutter kämpfen, sich in ihr verlieren oder sich ihr gänzlich verweigern. Ebenso wenig erstaunt, dass moderne Mütter – die so vielen Ansprüchen ausgesetzt sind und sich nicht mehr an alten Rollenbildern orientieren können – Orientierung suchen. Im Austausch mit anderen Müttern, in Magazinen, in Büchern.

Keine Mutti in den yogischen Schriften

Vielleicht haben ja auch die yogischen Schriften etwas zu dem Thema zu sagen? Nein, explizit haben sie das nicht. Das Yoga Sutra von Patanajali thematisiert nie auch nur das Geschlecht des Yoga-Übenden. Die Bhagavad Gita spricht viel von den verschiedenen Methoden des Yoga und wie sie ausgeübt werden sollten, einfache Lösungen finden sich aber auch hier nicht. Nirgendwo in der alten yogischen Literatur finden sich Ratschläge, wie Mütter sein sollen, was sie zu tun haben.  

Yoga nimmt einem die Antworten auf die Fragen des Lebens eben nicht ab – stattdessen will Yoga dabei helfen, die eigenen Antworten zu finden. Beim Yoga – durch Kontakt mit dem Körper, durch Atemübungen, durch Meditation – kommen wir zu uns. Das Geplapper von außen wird dann ganz still, und wir können uns selbst wieder fühlen. Und wer sich selbst fühlt, muss sich nicht nach den Erwartungen anderer richten oder Zeitungsartikel studieren, um sich in der Rolle als Mutter zurecht zu finden.

Mutter zu sein bedeutet bei sich zu sein

Die eigentliche Frage lautet nämlich nicht: Wie will/kann/muss/sollte ich als Mutter sein? Die Frage lautet (wie immer): Wer bin ich? Wenn ich weiß, welche Werte ich vertrete, wie ich mit Menschen umgehen möchte, wo meine Stärken und mein Schwächen liegen – dann kann ich auch als Mutter einfach ich sein. Kann an der neuen Aufgabe als Mutter wachsen, lernen, neues über mich erfahren. Kann mich auf das sich ständig verändernde Leben mit Kind(ern) immer wieder neu einstellen, so dass es mir und meinem Kind/meinen Kindern gut geht. Und das nennt sich dann Glück – echtes, lebendiges Lebensglück.

In diesem Sinne wünscht das Team von YogaEasy.de allen Müttern dieser Welt einen glücklichen Muttertag!