Du verwendest einen veralteteten Browser (Other 0.0) mit Sicherheitsschwachstellen und kannst nicht alle Funktionen dieser Webseite nutzen. Hier erfährst du, wie einfach du deinen Browser aktualisieren kannst.

  Heute ist Weltyogatag ywy-logo1 Tag gratis einlösen

Large meditation alltag istock 000063781541
Bild: iStockphoto.com

Meditation im Alltag – Gerettet vom Om

Von Katharina Goßmann

Unser Alltag ist voll von Situationen, die unser inneres Gleichgewicht ins Wanken bringen können: stundenlanger Stau an einer lauten Baustelle, ein mies gelaunter Chef oder wenn einem den letzten Parkplatz wegschnappt wird.

Es gibt einen Trick, der dich aus solchen unangenehmen Situationen raus beamt (Nein, nicht das Smartphone!): Meditation. Denn zum Meditieren brauchst du weder einen ruhigen Raum noch ein teures Meditationskissen. Eine lärmige Alltagssituation kann der perfekte Hintergrund für eine wunderbare Meditationserfahrung sein. Für manche Menschen ist es sogar leichter in Alltagssituationen zu meditieren als in einer speziellen Umgebung.

Die Wirkung von Meditation im Alltag

Der Grund dafür ist vielleicht, dass beim Meditieren im Alltag der Druck „perfekt zu meditieren“ wegfällt und stattdessen sofort eine positive Wirkung spürbar ist. Denn Meditation hilft uns, aus der Situation rauszugehen – statt in Reiz-Reaktions-Mustern zu verhaften, die uns nicht gut tun, die Energie verschwenden, die einen Rattenschwanz an unangenehmen Folgen nach sich ziehen.

Denn oft ist es nicht die Situation, die uns fertig macht, sondern unsere innere Einstellung dazu.

Fallbeispiel: Rettung aus dem Stau

Gehen wir zurück zu dem Beispiel mit dem Stau an der Baustelle.

Schon seit Wochen hast du Stress, schläfst deshalb nicht gut. Heute Morgen bist du nicht aus dem Bett gekommen und jetzt bist du zu spät dran. Und dann noch dieser verdammte Stau!

Du könntest jetzt fluchen, ständig von einer Spur in die andere wechseln, andere Verkehrsteilnehmer beschimpfen, weil sie dich nicht reinlassen, dich selbst beschimpfen, weil du so spät losgefahren bist etc. Dann hättest du schlechte Laune, würdest dich selbst nicht mögen (und alle anderen Menschen auch nicht), hättest das Gefühl, dass alles schief läuft. Vielleicht würdest du sogar noch einen Auffahrunfall provozieren. In jedem Fall würdest du die miese Laune mit in die Arbeit nehmen, und die erste unfreundliche E-Mail würde deine Stimmung noch verschlechtern. Du würdest böse zurückschreiben, was in einem äußerst unangenehmen Dialog enden würde. Der würde dich so lange vom Arbeiten abhalten, dass du zu spät von der Arbeit loskämst und dann (wieder nach langem Warten an der Baustelle) dein Kind viel zu spät abholen würdest. Und alle Eltern wissen, was passiert, wenn man schlecht gelaunt und extrem gestresst am Ende eines langes Tages ein Kind abholt...

Und jetzt drehen wir die Zeit zurück zum Stau am Morgen und probieren es mal mit Meditation:

Statt dich zu ärgern, rufst du kurz in der Arbeit an, um Bescheid zu sagen, dass du zu spät kommst.

Dann setzt du dich so entspannt und so aufrecht hin, wie das im Auto eben geht. Lässt die Schultern los, machst den Kiefer locker und entspannst die Stirnfalten. Sofort fühlst du dich besser.

Dann lenkst du deine Aufmerksamkeit auf deine Atmung. Du beginnst in den Bauch zu atmen, dein Atem wird tiefer und langsamer. Du gähnst, ein Zeichen dafür, dass du dich gerade wirklich entspannst. 

Jetzt konzentrierst du dich auf deinen Atemfluss, folgst dem Atem durch deinen Körper, befreist und entspannst so den ganzen Körper. Oder du fokussierst auf dein Lieblingsmantra: Sat-Nam. Om. Lokah Samasta Sukhino Bhavantu.

Meditation im Alltag – eine kleiner Leitfaden

Wie aber schaffe ich es im Alltag zu meditieren? Vor allem unter Zeitdruck, in Stresssituationen?

1. Achtsamkeit üben

Die Voraussetzung fürs Meditieren im Alltag ist, dass dir in der Situation bewusst wird, dass du jetzt meditieren könntest. Du musst also trainieren, auch in herausfordernden Situationen so viel Achtsamkeit zu bewahren, dass du kurz durchatmen und nachdenken kannst: „Was kann ich tun, um die Situation für mich (und alle anderen Beteiligten) zu verbessern?“

Diese Achtsamkeit zu bewahren, kurz innezuhalten, den inneren Beobachter einzuschalten, die Situation von außen zu betrachten, ist der erste und grundlegende Schritt zur Meditation im Alltag.

2. Meditation als bewusste Alternative

Wenn du überlegst, wie du mit der Situation umgehen möchtest, sollte Meditation als Methode sofort präsent sein. Die meisten von uns sind darauf geprägt, bei Stress folgendes zu tun: fluchen, irgendwem die Schuld geben, still leiden/den Frust in sich hineinfressen (Magengeschwür-Gefahr!), Süßes/Fettiges/Würziges essen, trinken (Energy Drinks, koffeinhaltige Getränke, Alkohol). Diese Muster musst du unterbrechen, indem du dich stattdessen für Meditation entscheidest - langfristig eine extrem wohltuende Methode mit Stress umzugehen, von der du nicht unbeliebt, dick, nervös, zuckerkrank etc. wirst.

3. Meditationstechnik entwickeln

Um Meditation im Alltag anwenden zu können, solltest du eine einfache Meditationsroutine entwickeln. Je klarer dir ist, wie du meditieren möchtest, welche Meditation dir am leichtesten fällt, wie genau du meditierst, umso leichter wird es dir fallen, in der Situation auch wirklich zu meditieren. Diese Meditationstechnik kannst du beim Yoga, in speziellen Meditationskursen/-schulen oder einfach zu Hause für dich entwickeln.

Fazit: Meditation als Retter aus höchster Not

Meditation wirkt schnell und ohne Nebenwirkungen, ist kostenlos und kann überall praktiziert werden. Meditation hat nichts mit Esoterik oder spirituellem Voodoo zu tun, sondern ist eine schnelle, effektive Methode um Körper und Geist zu entspannen, um wieder klar denken zu können und die Balance wiederzufinden.

Also, freu’ dich auf den nächsten Stau – und dann meditier’ dich glücklich!  

Diese Videos passen zum Thema