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Large yoga karma familie
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Karma im Alltag: Hilfe, ich werde zu meiner Mutter

Von Katharina Goßmann

Eigentlich mag ich den Begriff Karma (übersetzt aus dem Sanskrit: „Tat“, „Handlung“) nicht. Es finde es schwierig, dass Menschen in gewisser Weise dafür verantwortlich gemacht werden, wenn sie in furchtbare Umstände geboren werden oder ihnen ein schreckliches Schicksal widerfährt. Und so richtig irritiert bin ich, wenn Karma-Verfechter solche Menschen beneiden, weil sie durch ihr Leid ja „gaaanz viel schlechtes Karma” abbauen können.

Keifen wie Mutti (und Omi)

Kürzlich machte ich aber eine interessante Beobachtung. Wenn ich sehr gestresst bin, werde ich nämlich untragbar ungeduldig. Und wenn dann noch etwas schiefgeht, gebe ich sofort irgendwem die Schuld. EXAKT wie meine Mutter, wenn sie sehr gestresst ist. (Sorry, Mama, ist so.)

Als ich kürzlich wieder mal so einen akuten Fall von „Mutter-Channeling“ hatte, kam mir ein Gedanke: Ist das vielleicht Karma? Dass ich die Denk-, Fühl-, Kommunikations- und Verhaltensmuster meiner Mutter, ihre Sicht auf die Welt, ihre Problemlösestrategien erlernt und übernommen habe? Und so auf diese Weise das schlechte Karma „vererbt” bekommen habe, das meine Mutter nicht abbauen konnte?

Dann fiel mir ein, dass es im Yoga die Theorie gibt, dass wir uns unsere Eltern (und deren Lebenssituation) vor der Geburt selbst aussuchen – eben um unser ganz individuelles Karma abbauen zu können. Your own personal Familien-Challenge, sozusagen.

Karma als Familiengepäck

Wenn ich immer und immer wieder die zerstörerischen Muster wiederhole, die meine Mutter im Zweifelsfall schon von ihrer Familie übernommen hat, dann pflege und erhalte ich also mein ererbtes „Familienkarma”. Dazu passt die buddhistische Definition von Hölle: Wenn du ständig die gleichen Verhaltensweisen und Reaktionen wiederholst, erhältst du so natürlich den Status Quo und erlebst immer wieder die gleichen Dinge.

Beispiel Beziehungen: Wenn du zerstörerische Beziehungs-Muster in dir trägst, wählst du vielleicht immer wieder sehr problematische Partner und Freunde – und bleibst so in deiner ganz persönlichen (Beziehungs-)Hölle gefangen.

Gegen die Neurosen, für den Weltfrieden

Aus dieser Perspektive hat Karma wenig mit den äußeren Umständen zu tun, sondern vielmehr mit inneren Strategien. Woraus folgt, dass wir diese zerstörerischen Muster aufgeben müssen, wenn wir sie nicht verbreiten wollen – durch ihre akuten Folgen, aber auch dadurch, dass wir sie als Familienkultur an unser Kinder „vererben“.

So viel ist sicher: Unsere schädigenden Verhaltensmuster, Neurosen, verletzenden Kommunikationsstrukturen und egozentrischen Gefühle führen nicht selten zu „schlechten Taten“, die negative Konsequenzen nach sich ziehen. Ein liebloser Satz von dir kann deinem Gegenüber so gründlich die Stimmung ruinieren, dass er/sie wiederum in jeder Interaktion an diesem Tag aggressiv agiert – und diese exponentielle Verbreitung mieser Laune kann so potentiell zu Dutzenden von Streiten, Unfällen, engherzigen und von Hoffnungslosigkeit und Aggression geprägten Handlungen führen.


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Genauso kraftvoll und weitreichend wirkt allerdings auch jede liebevolle Geste, jedes großherzige Verhalten. Stell dir vor, ab sofort würde sich jeder einzelne Mensch auf dieser Welt bemühen nur mehr achtsam, überlegt und mit offenem Herzen zu handeln – in Gedanken, in Worten, in Taten. Wie ein Lauffeuer würden sich die positiven Folgen der liebenden, verständnisvollen Taten über die Welt ausbreiten. Und ebenso rasend würde eine neue Art von Gemeinschaft entstehen: In der jeder Mensch gleich gut gehandelt wird – völlig egal, wie er aussieht, wie viel Geld oder Macht sie hat –, in der der Blick auf Mitmenschen ein positiver, vertrauensvoller ist (weil wir so viele gute Erfahrungen miteinander machen), Gruppen, ja, ganze Nationen würden den Groll gegen ihre „Feinde“ loslassen, der über Generationen, über Jahrhunderte unendliches Leid über alle Beteiligten brachte. Und am Ende dieser Entwicklung stünde dann so etwas wie Weltfrieden...

5 Ideen für gutes Karma (Ziel: Weltfrieden)

Es wäre also nicht nur für mich fantastisch, wenn ich meine zerstörerischen Muster erkennen und auflösen könnte – und so mich und meine Familie aus unserem Reiz-Reaktions-Kreislauf zu befreien.

Zum Glück gibt es Methoden, die dabei helfen diese alten, tief eingeprägten Muster loszulassen:

1. Lieb sein

Es klingt simpel, ist aber – konsequent angewendet – unglaublich effektiv: Sei einfach in jeder Situation so nett wie möglich. Egal, ob du gestresst bist, dich über etwas beschweren willst, egal, mit wem du gerade zu tun hast: Gewöhne dir einen respektvollen, ruhigen Ton an, nimm den anderen als Mensch war, streu eine Prise Lächeln und Humor in deine Interaktionen. Und schon ist dein Leben ein angenehmerer Ort!

2. T.H.I.N.K.

„Before you speak, T.H.I.N.K.“ heißt ein angelsächsischer Aphorismus. Übersetzt heißt das: „DENKE, bevor du sprichst.” Die fünf Buchstaben von THINK stehen dabei für folgende fünf Aspekte:

T = Ist das, was du sagen willst, WAHR (auf englisch: true)?
H = Ist es HILFREICH (helpful)?
I = Ist es INSPIRIEREND (inspiring)?
N = Ist es NOTWENDIG (necessary)?
K = Ist es LIEBEVOLL (kind)?

Wenn du deine Aussagen so überprüfst, kannst du den Karma-Quotienten deiner Kommunikation deutlich anheben!

3. Gewaltfreie Kommunikation

Wenn du noch weiter gehen willst, empfehle ich die Gewaltfreie Kommunikation. Diese Methode des US-Amerikaners Marshall B. Rosenberg hilft dir zu erkennen, wie sich deine Kommunikation für dein Gegenüber anfühlt und wie du es besser machen kannst. Wenn du diese (komplexe, nicht ganz einfach zu erlernende) Technik in deinen Alltag integrierst, wird sie dein Leben verändern - und das von allen Menschen, mit denen du zu tun hast!

4. Psychotherapie & Co.

Manche unserer Verhaltensweisen können wir nicht so einfach verändern, weil wir sie gar nicht wahrnehmen. Tief in uns eingeprägte Denk- und Reaktionsweisen sind uns häufig nicht bewusst zugänglich, weil sie komplett automatisch ablaufen, sobald wir mit entsprechenden Reizen konfrontiert sind. Psychotherapeutische Methoden können dabei helfen, solche Muster zu erkennen, zu analysieren und zu verändern. Das kann schmerzhaft und anstrengend sein und viel Energie kosten – der Aufwand lohnt sich aber!

5. Yoga & Meditaton

Yoga und Meditation sind ungemein hilfreiche Verbündete im Kampf gegen karmische Muster. Durch yogische Methoden wie Entspannung und die herzöffnende Wirkung bestimmter Asanas kommst du in deine Mitte, dein Kopf wird klar, dein Blick öffnet sich und du kannst genauer erkennen, was passiert – statt nur als kopfloses Huhn durch dein Leben zu hetzen. Regelmäßiges Meditieren verändert sogar nachgewiesenermaßen die Gehirnstruktur und hilft dir, dein Denken und Fühlen von außen zu betrachten. So sind Yoga und Meditation ungemein wertvolle Methoden für alle, die bewusst und aktiv ihr Handeln gestalten und die Welt zu einem besseren Ort machen wollen!

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