Du verwendest einen veralteteten Browser (Other 0.0) mit Sicherheitsschwachstellen und kannst nicht alle Funktionen dieser Webseite nutzen. Hier erfährst du, wie einfach du deinen Browser aktualisieren kannst.

YogaEasy weiterempfehlen und gratis trainieren! ywy-logo 1 Freund = 1 Monat kostenlos! Mehr erfahren

Large mag istock 000027752710medium
Bild: iStockphoto.com

Im Frühjahr putzen? Ja, unbedingt.

Von Kristin Rübesamen

Gerade, als ich mit viel Schwung die letzte Kiste Altpapier zum Container gebracht habe, und ich meine Putzfrau fragte, ob sie nicht auch ein Fan von Frühlingsputz sei, wurde mir etwas klar, dazu gleich mehr. Meine Putzfrau und ich haben ein recht enges Verhältnis. Ich arbeite viel von zu Hause und drücke mich solange in ihrer Anwesenheit herum, bis sie mich hinauswirft. Sie ist eigenwillig, stolz, isst Fleisch und liebt Heavy Metal, kurz, wir haben nicht besonders viel gemeinsam. Ich war daher auch nicht wirklich überrascht, als sie auf meine Frage antwortete: „Frühlingsputz? Nein!“ Sie möge Frühling eh nicht. Weil ich aber gerade so in Schwung war, ließ ich nicht locker. Ich erzählte den ganzen Kram vom Loslassen und in der Gegenwart leben und dass man eh nichts mitnehmen kann, wenn man stirbt. Sie blieb skeptisch. Ich holte alte Kisten mit Plastiktüten, die ich aufhob wegen der schönen Schrift (aus Indien), alte Manuskripte mit Bleistift aus dem letzten Jahrtausend, leere Schuhschachteln, alte Hefte, Zeitungsartikel, niedliche Notizzettel unter den Betten und hinter den Schränken hervor und fühlte mich, während die Wohnung immer voller und dann wieder leerer wurde, immer prächtiger. Bis mir wie gesagt etwas auffiel. Dass dieser gesamte Frühlingsputz-Irrsinn wirklich nicht das Geringste mit Sauberkeit zu tun hat. Jahrelang ist es mir schließlich mühelos gelungen, um meterhohe, schiefe Stapel herum zu navigieren, vorbei an den Cowboystiefeln, die seit zehn Jahren zu groß sind, an der hübschen Teedose aus dem Oman, die klemmt, und so weiter. Als eine Tochter auszog, brachte ich es nicht übers Herz, ihre alte längst vertrocknete Wimperntusche weg zu werfen. Ich hielt sogar an einem Paar silberner Schuhe fest mit 15cm hohen gezackten Absätzen, denn die Gelegenheit, hey, würde wieder kommen.

Und als ich es nun tat, und alles wegbrachte und saubermachte, - in Wahrheit tue ich es immer noch, diese Zeilen riechen nach Essigwasser-,  fühle ich eine seltsame Mischung aus Melancholie und wilder Abenteuerlust. Die Abenteuerlust wird mehr, weshalb ich jetzt den ganzen Mist stehen lasse, und nach Zehlendorf radeln werde zu Duncan Wong, einem wirklich abgefahrenen Lehrer. Durch das staubige Berlin, in dem sich, wenn man genau hinsieht, sogar Schlüsselblumen finden lassen.

Unser Körper macht es uns übrigens vor, jeden Tag bilden sich Zellen neu, unser Körper ist lang nicht so anhänglich wie unsere Seele. Um ihn dabei zu unterstützen, sich zu regenerieren und Kraft für das, was kommt, zu sammeln, hilft Yoga. Es geht in dieser wunderbaren Technik eigentlich um nichts Anderes.