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Bild: Patrick Broome

Yogalehrer Patrick Broome über die Fußball-WM 2014

Von Kristin Rübesamen

Wir haben dich mit den Spielern und dem Team nach dem Sieg auf dem Platz gesehen. Wie war das für Dich?

Grossartig, unbeschreiblich, überwältigend….

Du trainierst das DFB Team seit 2006 im Yoga. Erinnerst Du dich an die erste Stunde?

Klar. Ich war höllisch aufgeregt und heilfroh, dass alle mitgemacht haben und keiner weggerannt ist.

Und jetzt gehört Yoga selbstverständlich dazu. Wem sollten wir außer Dir noch dafür danken?

Der Dank geht an Oliver Bierhoff, für den Mut, es mit mir in der Nationalmannschaft zu versuchen, Jürgen Klinsmann für seine Radikalität, im deutschen Fussball komplett neue Wege zu gehen und natürlich Jogi Löw, dafür, dass er damals als „Versuchskanichen“ mitgemacht hat und mir bis heute seine Treue gehalten hat und mich unterstützt und gefördert hat.

Am Anfang waren die Spieler skeptisch, hast Du mal erzählt. Und heute?

Die Skepsis nimmt immer mehr ab. Für einige ist es selbstverständlich, täglich Yoga zu üben und die anderen haben sich schon dran gewöhnt, dass ich ein Teil des Teams bin und lassen mich dort in Ruhe meiner Arbeit nachgehen.

Hast Du in Brasilien mit ihnen im Mannschaftshotel gewohnt?

Wir haben alle zusammen im Campo Bahia in den mittlerweile legendären Wohngemeinschaften gewohnt. Ich habe mir das Haus mit dem Fitness Team von Exos und Benny Kugler vom 1. FC Köln geteilt.

Wie oft wurde geübt? 

Natürlich täglich!

Habt Ihr meditiert?

Meditation sollte doch Teil jeder guten Yogaeinheit sein, oder?

Wir sehen die Spieler auf dem Feld kämpferisch, spielerisch, manchmal auch wütend. Wie hast Du sie erlebt?

Genauso wie alle anderen. Im Fussball geht es ja darum, dass unsere Mannschaft mehr Tore schießt als die anderen und dafür muss man leidenschaftlich und ausdauernd kämpfen und wüten. Entspannen kann man ja wieder danach...

Immer wieder wurde der Teamgeist dieses Teams gelobt. Wie konnte der sich so gut entwickeln?

Wir alle hatten ein gemeinsames Ziel: Weltmeister werden! Und dafür wurden von der sportlichen Leitung und seitens Oliver Bierhoffs im Campo Bahia die idealen Bedingungen geschaffen. Die WGs haben sicherlich ihren Beitrag dafür geleistet.

Wie sahen deine Tage im Campo Bahia aus?

6 Uhr aufstehen. Meditation, 40 min Fitnesstraining (Crosstrainer, TRX Krafttraining oder Tabata). Ca.7:30 erste 45 min Yogaeinheit für das Team hinter dem Team. Gemeinsames Frühstück. Indiv. Arbeit. Fussballtraining. 20 bis 30 Min Einheit für Spieler, gemeinsames Mittagessen, Ruhepause, individuelle Arbeit, evtl. Nachtmittagstraining, 20 bis 30 Min Einheit für Spieler, gemeinsames Abendessen und ab ins Bett. Und natürlich viel, viel Fußballschauen.

Jemals Lagerkoller gehabt?

Nach dem Viertelfinale hatte ich mal für einen Tag die Nase voll und wollte heim zu meiner Freundin und meinem Sohn

Das Endspiel war ziemlich brutal, nicht gerade Ahimsa. Wie sehr hast Du gelitten?

Wie alle anderen auch. Zum Glück hat uns Mario Götze erlöst.

Sind die Deutschen die Einzigen bei der WM, die Yoga üben?

Denke schon.

Yoga hilft besonders nach den Spielen Deiner Meinung nach. Warum?

Vor oder nach dem Spiel! Yoga hilft immer, um sich in der eigenen Haut wohlzufühlen und zu spüren.

Der Lieblingsspieler deines Sohnes?

Natürlich Manuel Neuer.

Und deiner?

Ich hab sie alle lieb!

Danke, Patrick!

 

Eine kurze Yogasession im Campo Bahia mit Patrick Broome kannst Du hier ansehen

Weitere Interviews mit Patrick zum Thema 'Männer und Yoga' findest Du hier und hier

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