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Bilder: YogaEasy.de

Inside Yoga-Retreat auf Kos: Diamonds are forever

Von Kristin Rübesamen

Keine Ahnung, was wir erwartet haben vom Diamond Yoga Retreat auf Kos 2013. Young Ho Kim, der Veranstalter, ist mit Kampfkunst aufgewachsen, asiatischen Philosophien und Zen-Buddhismus. Vermutlich Stockbetten, Hafergrütze, Meditation im Morgengrauen... Doch der Gründer des erfolgreichen Inside Yoga Studios in Frankfurt ist noch mehr: Er ist ein Genießer. Glück gehabt!

Young Ho sieht sich um. Bikiniyoginis laufen zum Pool, gestählte Männer checken ihre Mails, nicht ganz so gestählte gammeln auf weißen Holzliegen, Gelächter, Cocktails, schicke Sonnenbrillen. „Es war wichtig für uns, dass wir einen Ort finden, der einen gewissen Luxus garantiert, dass alles sauber ist, angenehm, dass die Leute hier wirklich entspannen können. Viele unserer Schüler arbeiten sehr hart. Mit einem Ashram von der klassischen Sorte hätten die ein Problem.“ 

Wir von YogaEasy.de wohnen ein paar Kilometer weiter zwischen kettenrauchenden Rentnern aus Belgien bei einer freundlichen Griechin, die den Pool im Garten mit Beton zuschütten musste und ihre Liebe nun in den lila und rot blühenden Garten steckt, doch die meisten derjenigen, die dieses lange Wochenende im Mai gebucht haben, wohnen im Hotel. Von Krise will niemand etwas wissen. Nein, stopp, stimmt gar nicht. Als wir genauer hinhören, geht es sehr wohl darum, wie wir uns in schwierigen Situationen verhalten wollen. Während wir in heftigen Armbalancen bei Cameron Shayne von Budokon Yoga aus Miami zittern, lacht er uns aus: „Glaubt Ihr vielleicht, nur weil Ihr schön ausseht im Krieger 2, Ihr seid Yogis? Yoga heißt, immer wie von vorne durch den gleichen Mist waten, bis Ihr irgendwann die Konstitution habt, keine Arschlöcher mehr zu sein.“ Oder so ähnlich. Cameron, der die Gäste abends und noch später abends mit abenteuerlichen Haltungen, mit Vorliebe auf dem Tresen unterhielt, war nur ein „Act“ neben vielen. Nicole von Vishnus Couch aus Köln, Patrick Broome, Jivamukti Old School, Anusara Amazone Barbra Noh, natürlich Young Ho Kim selbst, neben anderen Gästen aus Amerika und Europa stellten ein anspruchsvolles Programm auf die Beine, bei dem man, „Diamond are forever“ nicht nur Muskelkater, sondern auch ein einige Denkanstöße mit nach Hause nehmen konnte.

Die halb verfallenen, kleinen Wachtürme zum Beispiel, die an dem langgezogenen Küstenstreifen von Kos an den alten Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei erinnerten, könnten wir vielleicht das nächste Mal eintreten. Falls wir wieder eingeladen werden. Denn die Dreharbeiten waren brutal. Bei über 30 Grad übten unsere Lehrer, von Hitze, Mücken und Erschöpfung geplagt, die uns schon beim Zuschauen die Tränen in die Augen trieb, bis die Videos im Kasten waren: gnadenlos, gelassen, tja, ganz einfach göttlich.

Völlig fertig mit den Nerven waren die russischen Touristen, die wir einmal beim Dreh in einer bezaubernden Tempelruine baten, nicht durchs Bild zu laufen: Sie glaubten, wir hätten sie aufgefordert mitzumachen. (Nicole war gerade in einer atemberaubenden Rückbeuge).

Sie haben mit Recht gezittert. Denn das Ergebnis ist grandios und wir hoffen, es gefällt Euch.

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