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Bewegte Meditation gegen Stress
Bildquelle: Foto/Britta Schüssling

Bewegte Meditation gegen Stress

Von Monika A. Pohl

Bewegte Meditation

Für unsere Gesundheit ist es von enormer Wichtigkeit, den eigenen Körper, seine Emotionen und die Impulse unserer Seele wahrzunehmen, um sich daran zu erfreuen, sie zu mehren oder bei Bedarf gegen zu steuern. Ein bewusstes Nach-Innen-Spüren bietet uns eine wunderbare Möglichkeit dazu, ganz besonders in Form einer Meditation in Bewegung.

Meditiere einmal anders!

Bewegte Meditationen verbinden Bewegung mit tiefer Entspannung. Sie nutzen Synergien für Körper, Geist und Seele, indem eine Symbiose aus traditionellen Techniken und bewegten Impulsen gebildet wird. Diese Form der Meditation lässt sich besonders gut in den modernen Alltag eines urbanen Menschen integrieren. Dabei sind weder das Geschlecht, das Alter noch die körperliche Fitness entscheidend. Die meisten von uns sitzen ohnehin zu viel am Tag und bewegen sich deutlich zu wenig. Daher ist das regungslose Sitzen in Versenkung nicht für jeden der richtige Weg, um nach Feierabend oder zwischendurch zur Ruhe zu kommen. Ein bekanntes Beispiel ist die Gehmeditation, die sowohl in einem geschlossenen Raum, als auch in der Natur praktiziert werden kann. Sie ist eine Achtsamkeitsübung aus der Tradition des Zen-Buddhismus und gleichzeitig eine Einladung, zu sich selbst zu finden, sich wieder zu erden und zu zentrieren.

 

„Im Gehen meditieren heißt eigentlich das Gehen genießen – kein Gehen, um anzukommen, sondern nur um zu gehen.“

Thich Nhat Hanh

 

In Bewegung zur Ruhe kommen

Um bewegt zu meditieren, bedarf es keiner Vorbereitung oder besonderer Hilfsmittel. Du brauchst lediglich etwa zehn Minuten Zeit und einen ruhigen Raum, in den du dich von dem turbulenten Alltagsgeschehen zurückziehen kannst. Fühlst du dich abgespannt und müde? Entscheide dich für eine aktivierende Meditation, wie das dynamische Atmen oder Tanzen. Die Bewegung gibt dir die Vitalität wieder. Solltest du aufgewühlt und unruhig sein, dann wähle eine regenerierende, ausgleichende Form der Meditation, wie etwa die Geh- oder die Schüttelmeditation. Beim Schütteln kannst du dir vorstellen, den Stress und Ärger des Tages bewusst abzuschütteln. Du kannst ganz sanft die Arme und Beine schütteln, oder auch große, kraftvolle Bewegungen ausführen – ganz so, wie es zu deiner momentanen Verfassung passt. Es gibt kein richtig oder falsch. Im zweiten Teil der Übung tauchst du bewusst in die Entspannung ab und konzentrierst dich auf den Nachhall in deinem Innern.

 

 „Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück“

Dalai Lama

Wer gerne mit Musik meditiert oder sich durch die Anweisungen eines Sprechers leiten lässt, um die Meditation noch mehr in der Tiefe zu erleben, der kann mithilfe von YogaEasy Videos leiten lassen.

Meditation stärkt die eigene Gesundheit

Wer regelmäßig meditiert, übernimmt mehr Verantwortung für seine psychische Gesundheit, lernt das Alltagsgeschehen zu entschleunigen und sich selbst gezielt zu regulieren. Wissenschaftler erforschen seit Langem intensiv die Effekte der Meditation auf das Gehirn. Sie können belegen, dass Meditierende in belastenden Situationen mehr Gelassenheit und Ruhe bewahren. Heute wissen wir, dass die Formbarkeit emotionaler Schaltkreise im Gehirn bis ins hohe Alter erhalten bleibt und dass sie durch das Training der Meditation positiv und zum Teil auch nachhaltig beeinflusst werden kann. Darüber hinaus aktiviert die Meditation das Immunsystem, indem wichtige Botenstoffe ausgeschüttet werden, die für Schutz gegen Krankheitsverursacher sorgen. Mit zunehmender körperlicher Entspannung kommt auch der Geist mehr zur Ruhe – das ständige Gedankenkarussell wird unterbrochen und die Seele atmet auf. Sie werden zu einem distanzierten Beobachter Ihrer Gedanken. Dabei erkennst du automatische Reaktionen und bringst dich in die Lage, diese in angepasstes Handeln umzuwandeln.

 

„Wir können tatsächlich glücklichere Menschen sein und weniger leiden, wenn wir die Verantwortung für unseren Geist übernehmen.“

Prof. Richard Davidson

Mehrwert bewegter Meditationen im Yogaunterricht

Bewegte Meditationen lassen sich hervorragend in Kursformate integrieren. Zu Beginn einer Yogastunde eignen sich besonders aktivierende Varianten. Sie dienen dazu, bei sich anzukommen, das Alltagsgeschehen für die Dauer der Stunde auszublenden und sich mental auf die Übungspraxis einzustimmen. Am Ende des Unterrichts sollten regenerienrende Varianten bevorzugt werden. Sie bringen die Teilnehmer in eine noch tiefere Entspannung und bilden einen harmonischen Ausklang. Auch in Vorträgen und Seminaren setzen bewegte Meditationen wertvolle Impulse und helfen, achtsame Bewegungspausen einzubauen. Nutze als Kursleiter und Yogalehrer diese, um auch sich selbst eine Auszeit zu gönnen!

In diesem Sinne wünsche ich viele bewegende Momente im tiefen Gewahrsein und innerer Ruhe,

Monika A. Pohl

Bewegte Meditation – 6 dynamische Übungen (TRIAS Verlag, 2014) praktizieren. Alle Meditationen sind zur sofortigen Umsetzung konzipiert und dauern nicht länger als zehn Minuten. Sie bestehen aus einer aktiven und einer passiven Phase. Für Fortgeschrittene ist auch eine Begleitung ohne Ansage möglich. Dabei ist die Musik harmonisch auf die jeweilige Meditation abgestimmt und extra dafür komponiert. Sie können die Übungen auf zweierlei Weise im Alltag nutzen:

  • zur Stress- und Burnout Prävention: Üben Sie regelmäßig, möglichst mehrmals in der Woche oder sogar täglich. Auf diese Weise sorgen Sie für einen entspannten und gestärkten Körper und Geist.
  • zur sofortigen Entspannung: Nutzen Sie die Meditation immer dann, wenn Sie das Bedürfnis nach mehr Entspannung, Ausgeglichenheit oder Lebensfreude verspüren.

Wer eine Kostprobe möchte, kann hier in eine Meditation reinhören.

Fotos: Britta Schüssling

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