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Bild: Goldmann | Amelia Freer

Amelia Freer: 10 Tipps für ein neues Essverhalten

Von Katharina Goßmann

In einem früheren Leben war Amelia Freer die persönliche Assistentin von Prince Charles. Ihre stressigen Arbeitstage versuchte sie mit „Hilfe“ von Mayonnaise-Sandwiches und Koffein zu überstehen, abends gab es zur Entspannung Wein. Das Ergebnis: Dauererschöpfung, Blähungen, Akne.

Nach einer Ärzte-Odyssee begann sie sich für Ernährung zu interessieren – und fand ihre Berufung. Mittlerweile hat die Londonerin fantastische Haut und arbeitet extrem erfolgreich als Ernährungsberaterin. Unter anderem hat sie den Pop-Sängern Sam Smith und Boy George und dem Moderator James Corden geholfen, zu einem natürlichen Essverhalten zurückzufinden und so stark abzunehmen.

In ihrem soeben erschienenen Buch „Glow. Gut essen, glücklich leben.“ bietet Amelia Freer - für alle, die sich keine Privat-Beratung in ihrer erfolgreichen Praxis leisten können – jede Menge hilfreiche, kompetente und umsetzbare Tipps für eine nachhaltige Ernährungsumstellung, ganz ohne Dogmen und Kalorienzählen.

Wir haben Amelia Freers zehn goldene Schritte zu einem neuen Essverhalten für dich zusammengefasst!

Nr. 1 Eins nach dem anderen

In einer Hinsicht ist Amelia Freer keine Ausnahme unter den aktuell populären Ernährungsberatern: Sie ist kein Fan von Zucker (u.a. weil Zucker ein genau so hohe Suchtpotential hat wie Kokain!), Gluten (ein vor allem in Weizen und verwandten Getreiden enthaltenes Protein, das viele Menschen nur schwer verdauen können), Alkohol (wer Alkohol trinkt, bestellt sich dann auch gleich eine Pizza oder einen Burger, meint sie), Milchprodukten (zu viel tierische Fette) und Koffein (weil es den Blutzuckerspiegel aus dem Gleichgewicht bringt und uns so dazu bringt, mehr Zucker zu essen).

Da sie aber auch Realistin ist, rät sie folgendes: Wähle aus dieser Liste das Lebensmittel aus, das dir am meisten Probleme bereitet (mach' dir nichts vor - du weißt welches!) und reduziere es langsam, bis du es vielleicht ganz weglassen kannst. Das kann erst mal zu „Entzugserscheinungen“ führen, aber alleine durch diesen Schritt wirst du schon große Veränderungen spüren.

Nr. 2 Detox für die Küche

Schmeiß alles aus deiner Küche, was du nicht mehr essen möchtest. Bitte fühle dich nicht schlecht, wenn du Lebensmittel wegschmeißt – besser ein paar Toastscheiben landen im Müll als dass du deinen Körper als Mülleimer benutzt!

Nr. 3 Achtsamkeit beim Essen

Nimm dir die Zeit, dein Essen in Ruhe zu kauen und zu schmecken. Dadurch reguliert sich die Menge des Essens von alleine. Und es ist erwiesen, dass du weniger Hunger hast, wenn du tatsächlich wahrnimmst, was und wie viel du isst.

Ab heute gilt also: Nie wieder vor dem Computer oder Fernseher oder im Gehen essen!

Nr. 4 Keine Zwischenmahlzeiten und Snacks

Früher rieten Ernährungsberater dazu, lieber mehrere, kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu essen. Dabei sind wir Menschen biologisch immer noch auf längere Hungerphasen eingestellt. Zudem entsteht durch das Daueressen auch eine emotionale Abhängigkeit vom Essen – bei Stress tröstest du dich mit einen Müsliriegel, bei Liebeskummer gibt es dann gleich einen Schokoriegel. Wenn Zwischenmahlzeiten grundsätzlich nicht zu deinem Essverhalten gehören, ist diese Gefahr gebannt.

Amelia Freer rät, zunächst bessere Hauptmahlzeiten zu essen – also mit mehr nährenden, sättigenden Zutaten. Dann kannst du die Qualität deiner Snacks verbessern, z.B. Nüsse statt fettarmem Joghurt. Und irgendwann sind deine Hauptmahlzeiten dann so befriedigend und sättigend, dass dir drei feste Mahlzeiten pro Tag reichen.

Nr. 5 Konsequenz – nicht Perfektion!

Kein Mensch ist perfekt. Wer versucht perfekt zu sein, wird scheitern. Wer sich also vornimmt, NIE wieder Zucker zu essen, wird irgendwann eine ganze Tafel Schokolade verschlingen - und sich dann so schlecht fühlen, dass er entweder die ganze Ernährungsumstellung bleiben lässt, oder weiter heimlich und mit schlechtem Gewissen Schoko isst.

Amelia Freer rät, Ausnahmen von der Regel einfach zu genießen. Dann erledigt sich die Begierde nach Pizza oder Schoko viel schneller, als wenn diese Dinge als verboten, schrecklich und schlecht gelten. Weil wir sie dann achtsam essen – und vielleicht merken, dass sie gar nicht so lecker sind, wie wir sie fanden, als sie noch total verboten waren...

Denn leider haben viele von uns zwei Listen von Lebensmitteln gespeichert – eine mit guten, gesunden, eine mit schlechten, verbotenen. Die guten, gesunden sind dadurch, dass sie auf der Liste stehen, schon unattraktiv ("Gesund kann nicht schmecken!“) – die verbotenen dagegen umso attraktiver. Wir müssen also einen Schalter in unserem Gehirn umlegen und realisieren, wie gut uns hochwertige Lebensmittel tun, wie lecker sie (richtig zubereitet) sind. Gleichzeitig können wir unsere Perspektive auf z.B. Cola ändern und sie nicht mehr als leckeren Energie-Kick, sondern als industrielle Giftbrühe erkennen, die uns zunächst nervös und zappelig macht und dann zu einem Energietief führt.

Nr. 6 Kaum Zucker, dafür gute Fette

Seit den 1960ern wurde Fett verteufelt – es würde zu Übergewicht und Herzkrankheiten führen. Die Lebensmittelindustrie stellte sich darauf ein und produzierte jede Menge „fettarme“ Produkte, die aber meistens jede Menge Zucker oder Süßstoffe enthielten. Mittlerweile hat die Wissenschaft herausgefunden, dass Zucker viel eher das Problem ist. Da überschüssiger Zucker vom Körper in Fett verwandelt wird, sind wir konsequenterweise seit den 60ern immer dicker geworden. Eigentlich nur logisch, dass wir zu viel von den zuckerhaltigen Produkten essen: unser Körper braucht Fett und fühlt sich nach Diät- und Light-Produkten weder satt noch gut mit Nährstoffen versorgt - isst also einfach weiter.

Leider unterscheidet unser Körper nicht, ob es sich um Industriezucker, „gesunden“ Zucker aus Obst oder eine Scheibe Weißbrot handelt - alle Kohlenhydrate werden im Körper in Zucker umgewandelt. Amelia Freer rät deshalb so wenig Zucker und Kohlenhydrate wie möglich zu essen, natürlich auch nicht die versteckten Zucker in Saucen, Dressings und Co. Drei Portionen Obst pro Tag, begleitend zu den Mahlzeiten, reichen, und hin und wieder ein Stück Bitterschokolade ist auch erlaubt. Dafür dürfen wir uns an Nüssen, Samen, fettreichem Fisch sowie ein bisschen Sahne und  Milch satt essen. Denn diese wertvollen Fette braucht unser Körper wirklich, und sie machen satt und zufrieden.

Nr. 7 Gesundes Essen macht glücklich!

Viele von uns denken immer noch, dass nur ungesundes Essen gut schmeckt (s. Nr. 5). Schmeiß diese absurde Idee einfach über Bord und sieh dich um in der wunderbaren Welt der frischen Gemüse, der exotischen Obstsorten, der knackigen Nüsse! Dann fülle deinen Kühlschrank mit frischen, unbearbeiteten Lebensmitteln, auf die du richtig Lust hast, und die dir schmecken. Und nach jeder selbst zubereiteten, achtsam genossenen Mahlzeit wirst du merken, wie viel Energie du hast, wie problemlos deine Verdauung funktioniert und wie erstaunlich lange du dich satt fühlst.

Wenn du nicht weißt, wie sich aus gesunden Zutaten leckere Gerichte zubereiten lassen: Im letzten Kapitel des Buches verrät Amalia Freer eine Vielzahl von inspirierenden, schnellen Rezepten für jeden Geschmack!

Nr. 8 Trinken statt Essen!

Viele Menschen essen, weil sie Durst haben bzw. Koffein- und Alkoholhaltige Getränke ihren Blutzuckerspiegel und damit ihr Hungergefühl durcheinander bringen. Das einfachste Gegenmittel ist, zucker-, koffein- und alkoholhaltige Getränke ab heute links liegen zu lassen, und jede Menge Wasser und Kräutertee zu trinken. Wenn du das langweilig findest, findest du in "Glow" Tipps, wie du Wasser mit Kräutern und Obstscheiben aromatisieren kannst.

Nr. 9 Nahrungsergänzungsmittel?

Amelia Freer ist kein Fan von Nahrungsergänzungsmitteln. Aber auch, wenn du dich ausgewogen ernährst, kann es sein, dass dir bestimmte Nährstoffe fehlen. Viele Menschen profitieren etwa von Probiotika (bzw. einer Darmsanierung mit lebenden Bakterien), Vitamin D (die Mehrzahl der Nord-Europäer hat einen Vitamin D3-Mangel) und Omega-3-Fettsäuren (wer nicht haufenweise Quecksilber-verseuchten Fisch essen möchte, sollte Leinsamenöl probieren – wer den Geschmack nicht erträgt, kann es mit Kapseln versuchen).

Amelia Freer rät, sich nur nach eingehender Beratung und Tests bei einem kompetenten Arzt oder Ernährungsberater für Nahrungsergänzungsmittel zu entscheiden, nur die beste Qualität zu kaufen (die zwar ihren Preis hat, ihr Geld aber auch wert ist!) und die Mittel nur für einen begrenzten Zeitraum zu nehmen.

Nr. 10 Bewegung tut gut!

Mit Sport kannst du schlechtes Essverhalten nicht ausgleichen - wenn du dich aber gut ernährst, kann dir Sport den letzten Kick geben, um dich rundum gut zu fühlen und dein Essverhalten zu regulieren! Zunächst musst du natürlich eine Sportart finden, die dir Spaß macht und deinen Bedürfnissen entspricht.

Wer denkt, er hätte keine Zeit für Sport: Mittlerweile ist erwiesen, dass regelmäßige kurze Einheiten mehr bringen als ein Mal pro Woche drei Stunden im Fitness Center! Bei YogaEasy.de gibt es übrigens jede Menge kurze Yogaübungs-Sequenzen, die wirklich jeder in seinem Tagesplan unterbringen kann.

Vielleicht wirst du trotzdem nicht nach vier Trainingseinheiten einen flachen Bauch und straffe Arme haben – und darunter wird möglicherweise deine Motivation leiden. Such dir also eine andere Motivation, um Sport zu treiben: Glückshormone ausschütten und Stress abbauen (das reduziert auch emotionales bzw. Stressessen), Zeit für dich selbst, Rückenschmerzen loswerden. Und dann nimm’ dir zwei oder drei feste Termine pro Woche vor, und genieße die Bewegung!

 

Glow. Gut essen, glücklich leben“ von Amelia Freer ist am 8. Februar 2016 beim Goldmann Verlag erschienen.