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ABC des Yoga für Anfänger
Bild: Shutterstock.com

ABC des Yoga – von Asana bis Yoga-Zeitschriften

Von Katharina Goßmann

A wie Asana

Yogaübungen werden auch Asanas genannt. Asana ist ein Sanskrit-Wort (s.u.) und meinte ursprünglich die Fläche, auf der Yogis sitzen, während sie meditieren – „as“ bedeutet nämlich sitzen. Später (z.B. in Patanjalis Yoga Sutra) beschrieb der Begriff „Asana“ die Sitzpositionen beim Meditieren, mittlerweile sind damit alle körperlichen Yogahaltungen gemeint. Alles über Yoga-Übungen findest du hier.

B wie Bandha

Bandhas sind bewusste Muskelkontraktionen an drei Schlüsselstellen im Körper – Unterleib = Mula Bandha, Bauch = Uddiyana Bandha und Hals = Jalandhara Bandha – die die Energie im Körper sinnvoll lenken. Wenn alle drei Bandhas gleichzeitig aktiv sind, dann heißt das „Maha Bandha“, also „Großes Bandha“. Das Setzen von Bandhas ist eine subtile Angelegenheit und sollte unter der Anleitung eines kompetenten Lehrers erlernt werden.

C wie Chaturanga

Chaturanga Dandasana, die Bretthaltung, ist eine Yoga-Übung (Asana), die so gefürchtet wie beeindruckend ist. Es handelt sich dabei um eine Art Liegestütz, die bei dynamischen Yoga-Stilen wie Jivamukti und Power Yoga im Sonnengruß oft (seeehr oft) vorkommt.

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D wie Detox

In gewisser Weise ist Yoga gelebte Entgiftung = Detox. Denn wer Yoga praktiziert und nach yogischen Grundsätzen lebt, nimmt nicht nur weniger Schadstoffe in sich auf, sondern unterstützt auch Körper und Geist dabei, Schlacken und  Co. loszulassen. Das yogische Detox geht von Drehhaltungen (die Entgiftungs-Organe wie Niere und Leber auswringen und so in ihrer Arbeit unterstützen) und entgiftenden Atemübungen wie Kapalabhati über Meditationen, die deinem Geist helfen, vergiftende Denkmuster loszulassen bis zur yogischen Ernährung, die vollwertig und naturbelassen ist (so dass du weniger Schadstoffe aufnimmst).
P.S. Hier geht es zu unserem Detox-Programm!

E wie Energie

Im Yoga gibt es den Begriff „Prana“, der mit „Lebenskraft“ oder „Lebensenergie“ übersetzt werden kann. Ein Ziel von Yoga ist es Prana zu erhöhen bzw. Energieblockaden zu entfernen und so die Lebenskraft wieder zum Fließen zu bringen. Alle Asanas, wie auch Atemübungen und Meditationen, wirken neben der körperlichen und geistigen auch auf der energetischen Ebene, und zwar ganz unterschiedlich - es gibt aktivierende Asanas, beruhigende Meditationen, ausgleichende Atemübungen. Wenn du dich nach dem Yoga entspannt und ruhig, gleichzeitig aber sehr lebendig und voller Energie fühlst, hast du also alles richtig gemacht. :-)

F wie Fitness

Während Yoga in der öffentlichen Wahrnehmung häufig noch als esoterische Entspannungsmethode gilt, prangern erfahrene Yogis an, dass Yoga zu einer Sportart verkommen sei, die den spirituellen Aspekt dieser jahrtausendealten Tradition vernachlässige. Eines ist aber unbestritten: Yoga macht Körper und Geist „fit“ = stark, flexibel und entspannt. Und daran kann ja nun niemand was schlechtes finden.

G wie Guru

Wer „Guru“ hört, denkt im besten Fall an einen milde lächelnden Inder im Leinensack und im schlimmsten Fall an Sekten, in denen sexuell hörige Frauen unter dem Bann eines Wahnsinnigen stehen. In den Upanishaden allerdings wird die Silbe Gu als „Dunkelheit“ definiert und Ru als „Zerstörer“. Ein Guru wäre folglich der, der die Dunkelheit zerstört. Eine sehr schöne Definition des Wortes, wie wir finden. Sollte dir also demnächst ein selbsternannter Guru begegnen, dann überprüfe einfach, ob er wirklich Licht ins Dunkel bringt, ob er deinen Geist erleuchtet, ob dir alles heller erscheint – falls nicht, ist er eben doch kein Guru...


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H wie Hinduismus

In Yogastudios stehen Statuen hinduistischer Götter und manchmal werden mysteriöse Lieder in einer angeblich heiligen Sprache (s. S wie Sanskrit) gesungen. Ist Yoga also eine Religion? Nun ja. Die Ursprünge von Yoga liegen in Indien – wo grundsätzlich alles mit Religion zu tun hat. Deshalb ist Yoga vor allem mit der wichtigsten Religion Indiens, dem Hinduismus, stark verbunden. Das heißt aber nicht, dass man Hindu werden muss, um Yoga zu machen. Es gibt etliche Yoga-Stile (z.B. Power Yoga), die ohne religiöse Symbolik daherkommen - und trotzdem spirituelle Kraft entfalten. Und dann gibt es sehr traditionsbewusste Stile (wie Kundalini und Sivananda Yoga), die keinerlei Berührungsängst mit eher Religionsfernen Yoga-Interessierten haben. Am besten also einfach mal ausprobieren, wo du dich am wohlsten fühlst.

I wie Innen

Auch, wenn viele Yoga praktizieren, weil der Rücken weh tut oder sie sich eine schlankere Silhouette versprechen – die stärkste Wirkung hat Yoga auf das Innenleben. Dadurch, dass Yoga Stress reduziert, das Gedankenkarussell verlangsamt, dich raus aus deinem Kopf und rein in deinen Körper bringt, schafft es einen Raum, in dem du dich mit deinem Inneren verbinden kannst. Deshalb sind viele Yoga-Anfänger nach dem Yoga richtiggehend „high“ – fühlen sich entspannt, voller Energie, glücklich, eins mit allem.

J wie Jnana Mudra

In vielen Yoga-Stilen werden Mudras benutzt. Mudras sind Handpositionen, die Energien leiten sollen und dadurch auch eine spezifische Wirkung entfalten können. Sehr häufig ist das sogenannte Jnana Mudra (auch Chinmudra genannt), bei dem Daumen- und Zeigefinger-Spitze einander berühren und die anderen drei Finger abgespreizt werden. Symbolisch beugt sich hier das Ego, der Zeigefinger, dem Absoluten/Höchsten, vertreten durch den Daumen. Dieses Mudra erhöht die Achtsamkeit.

K wie Karma

„Karma“ ist in aller Munde, und wird oft missverstanden. Wenn du unfreundlich zum Taxifahrer bist und dann deine Tasche im Taxi vergisst, hat das nämlich aus yogischer Sicht wenig mit Karma zu tun: Laut Yoga-Philosophie arbeitet nämlich jeder von uns in seinem aktuellen Leben die karmische Last der vergangenen Leben ab (bis alles abgearbeitet ist und das Nirvana ansteht).
Wie das auch sei: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“ ist ein fantastisches Lebensmotto. Und Karma Yoga - also altruistisch zu handeln, ohne sich irgendeinen Lohn zu erhoffen - ist garantiert die beste Methode, um glücklich und mit vielen Freunden durchs Leben zu gehen. :-)

M wie Meditation

Eigentlich ist die Haupttechnik des Yoga Meditation. Ja, richtig gehört, nicht der Sonnengruß, nicht der Kopfstand, nicht die Schlussentspannung sind das wichtigste, sondern Meditation. Das Ziel aller yogischer Techniken – Asanas, Atemübungen, Yamas und Niyamas (s.u.) - ist es nämlich, Erleuchtung zu erlangen. Und erleuchtet wird nur (da stimmen so gut wie alle Yogis überein) wer es schafft in tiefste Meditation zu versinken. Falls du erleuchtet* werden möchtest, oder einfach die positive Wirkung von Meditation spüren möchtest, mach’ doch bei unserem  Meditationsprogram  mit!
* Was Erleuchtung ist, darüber wiederum streiten sich die Gelehrten...

N wie Nidra

Nidra kommt aus dem Sanskrit (s.u.) und bedeutet „Schlaf“. Mittlerweile wird in vielen Yoga-Studios „Yoga Nidra“, also Yoga-Schlaf, angeboten bzw. als kurze Einheit in die Yoga-Stunden integriert. Konkret ist Yoga Nidra eine aus dem tantrischen Wissen stammende Tiefenentspannungs-Übung, bei der der Übende immer tiefer in die Entspannung geführt, bis er körperlich einen Schlaf-ähnlichen Zustand erreicht, während er aber geistig wach ist. Sehr erholsam, sehr entspannend.
Hier kannst du Yoga Nidra ausprobieren:

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O wie OM

Das OM ist das wohl bekannteste Mantra der Welt. Zu Recht: es ist schön kurz, gut zu merken, klingt ganz fantastisch, wenn es von einem Haufen enthusiastischer Yogis gemeinsam gesungen wird und macht gute Laune. Letzteres ist kein Wunder, denn laut der yogischen Mythologie ist das OM der Urlaut, aus dem alle anderen entstanden sind. Das OM harmonisiert deshalb Körper, Geist und Seele, verbindet uns mit allem, was ist. Das musst du nicht glauben, kannst es aber mal ausprobieren: in den meisten Hatha Yoga-Stunden zum Beispiel, wo das Om am Beginn und zum Ende jeder Stunden gesungen wird.

P wie Pranayama

Pranayama“ ist der Sanskrit-Name für yogische Atemübungen. Es gibt die verschiedensten Atemübungen und in den meisten Yoga-Stilen kommt in einer durchschnittlichen Yoga-Stunde mindestens eine Pranayama-Technik vor. Am häufigsten anzutreffen sind der wärmende und aktivierende Ujayi–Atem, das ausgleichende Anuloma Viloma, und das entgiftende Kapalabhati.

R wie Rückwärtsbeuge

Im Yoga gibt es verschiedene Gruppen von Haltungen: Umkehrhaltungen wie der Kopfstand, Vorbeugen wie Paschimottanasana, Drehungen wie Marichyasana, und eben Rückbeugen wie das Kamel, das Rad, der Bogen. Bei Rückbeugen beugst du dich, wie der Name schon sagt, nach hinten, wodurch die Muskeln am vorderen Brustkorb gedehnt werden. Deshalb werden Rückbeugen auch „Herzöffner“ genannt. Rückbeugen wirken stark aktivierend und sollten deshalb nicht abends geübt werden. 
Achtung: Für Rückbeugen brauchst du einen gesunden, starken Rücken!

Hier unser Anleitungsvideo für eine der häufigsten Rückbeugen, die Brücke:

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S wie Sanskrit

Sanskrit ist die Sprache, in der Yogahaltungen – in Sanskrit auch Asana gesagt - traditionell angesagt werden: Dandasana (Stockhaltung), Trikonasana (Baumhaltung), Shavasana (Totenhaltung) usw. Sanskrit ist eine alt-indische Sprache, die der Legende nach von den Göttern an die Menschen weitergegeben wurde. Wer ein Mantra in Sanskrit wiederholt, manifestiert so also nicht nur die inhaltliche Bedeutung des Mantras, sondern aktiviert auch göttliche Energien zu dem Thema.  Nicht schlecht, oder?

T wie Tantra

Von Tantra hat wohl jeder schon gehört: Tantra Sex wurde eine Weile lang als Trend der Esoterik-Szene in den Medien verbreitet. Eigentlich handelt es sich beim Tantra um eine religiös-philosophische Strömung des Mittelalters, die sich dadurch auszeichnet, das alles im Universum als göttlich erachtet wird - im Gegensatz zu anderen Traditionen, in denen alles Manifeste als vergänglich, unwirklich, wertlos gilt. Im Tantra wird der Körper als Hilfsmittel auf dem Weg zur Erleuchtung gesehen (und nicht nur als Last und zu überwindende Form), deshalb gibt es im sogenannten roten Tantra tatsächlich sexuelle Handlungen im spirituellen Kontext. Diese Art des Tantra ist allerdings sehr selten.

U wie Ujjayi

Wer zum ersten Mal eine dynamische Yogastunde besucht, wird sich möglicherweise wundern, warum auch die fittesten Yogis beim Yoga vor sich hin röcheln. Es handelt sich dabei nicht um eine kollektive Atemwegserkrankung der Yogaszene, sondern um eine Atem-Technik, die aktivierend und wärmend wirkt.  Vor allem ist Ujjayi ein sehr hilfreiches Mittel, um die Aufmerksamkeit beim Yoga zu binden, indem du dich auf den Atem konzentrierst. 

Hier unser Ujjayi-Anleitungsvideo mit Dr. Ronald Steiner:

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V wie Vegetarisch

Viele Yogis sind Vegetarier oder Veganer. Warum? Das hat mit den Yamas (s.u.) zu tun, konkret mit Ahimsa = Gewaltfreiheit. Denn wer gewaltfrei leben möchte, sollte logischerweise nicht töten, um sich zu ernähren. Allerdings gibt es viele (auch sehr bekannte) Yogalehrer, die Fleisch essen. Beim Yoga sind also auch überzeugte Fleischesser willkommen. Mehr über die yogische Ernährung erfährst du hier

W wie ?

Da es im Sanskrit kein „W“ gibt, sind im Yoga nicht viele relevante Begriffe zu finden, die mit W anfangen. Und mit Wiedergeburt muss sich ein Yoga-Anfänger noch nicht auseinander setzen (ehrlich gesagt kennen wir sogar viele Vollblut-Yogis, die das Thema Wiedergeburt nicht interessiert...).

X wie X-Large

Wer denkt, um Yoga zu üben, müsste man schlank, hyperflexibel und sportlich gekleidet sein, der irrt. Yoga ist für alle geeignet. Menschen mit Übergewicht profitieren sogar besonders von Yoga: Yoga ist Gelenke-schonend, stärkt aber trotzdem die Muskeln, entspannt ganz fantastisch und vor allem bringt es den Übenden in liebevollen, akzeptierenden Kontakt mit dem eigenen Körper. Sehr begrüßenswert also, dass es immer mehr Yoga-Kurse gibt, die sich speziell an schwer Übergewichtige wenden – einige Übungen müssen nämlich an die schwereren Körper angepasst werden, um ihre heiltuende Wirkung zu entfalten. Hier mehr zu X-Large Yoga.

Y wie Yamas

Der Weise Patanjali hat die Yoga Sutra geschrieben, eine der grundlegenden Schriften des Yoga. Ein sehr bekannter Teil der Yoga Sutra sind die fünf Yamas, eine Art ethischer Verhaltenskodex. Konkret handelt es sich um Ahimsa (Gewaltlosigkeit), Satya (Wahrhaftigkeit), Asteya (Nicht-Stehlen), Brahmacharya (umstrittenes Thema, wird oft als sexuelle Enthaltsamkeit interpretiert) und Aparigraha (Nicht-Gier). 

Es gibt übrigens zusätzlich die 5 Niyamas, die Empfehlungen für das eigene Innenleben geben bzw. beschreiben, wie man sich selbst behandeln sollte: Sauca (Reinheit), Samtosa (Zufriedenheit), Tapas („wie Feuer brennen für“, oft als Disziplin interpretiert), Svadhyaya (Selbst-Reflektion/-Erforschung) und Ishvara Pranidhara (Gottvertrauen).

Z wie Zeitschriften

Auf dem deutschen Markt gibt es immer mehr Zeitschriften, die sich mit Spiritualität, Meditation, veganer Ernährung, ethischem Konsum beschäftigen. Yoga ist in all diesen Publikationen Thema. Speziell auf Yoga konzentrieren sich aber vor allem diese zwei Publikationen: Yoga Aktuell und Yoga Journal. Die Yoga Aktuell ist die Dienst-Ältere und beschäftigt sich neben Yoga auch mit spirituell-philosophischen Themen aller Art, das Yoga Journal ist ein Ableger der namensgleichen amerikanischen Zeitschrift und fokussiert mehr auf die großstädtische Yogaszene. 

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