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Susann Pataki über Naturkosmetik aus Kreta
Bild: Shutterstock.com

Susann Pataki: Meditation mit Myrrhe

Von Kristin Rübesamen

Pataki klingt griechisch, ist aber ungarisch - und so ist auch Susann: Sie möchte eigentlich um 7 Uhr aufstehen, aber dann wird es doch 8. Sie hält sich für zu nett, dabei hat sie einfach ein großes Herz. Sie ist nicht eitel, aber liebt schöne Sachen. Sie hält sich sogar für faul, dabei arbeitet sie sehr viel. Sie ist keine Besserwisserin, weiß aber immer, was am besten für einen ist.

Wenn jemand etwas von Balance versteht, dann ist es vielleicht die 40jährige Susann Pataki, eine moderne Yogini, die so viele Widersprüche in sich vereint, dass Patanjali mit den Ohren wackeln würde. 

Hollywood und Erwachsenen-Akne

Über ihre Arbeit im Filmgeschäft sagt sie: „Ich mag die Illusion“. Sie mag aber auch Menschen, sonst würde sie nicht klaglos im Fitness-Center Yoga unterrichten ohne den esoterischen Heiligenschein eines teuren Yoga-Studios. Und sie mag Kosmetik und hat vor einiger Zeit anfangen, Cremes aus Kreta zu importieren. Nicht irgendwelche Cremes, sondern salbenartige Wundermittel, die nach Geranium, Honig, Olivenöl und Lavendel riechen. Man muss nur die Augen schließen und steht im Olivenhain. Es ist der pragmatische Ansatz, der Susann Pataki so sympathisch macht: „Ich hatte immer Hautprobleme, nicht nur als Teenager, sondern heute noch diese ölige Haut und viele Pickel.“ Als sie auf einem Ökomarkt einen Griechen kennenlernte, der ihr eine Reinigungscreme mit Teebaum-Öl , Bergamot und Geranium verkaufte, und sich ihre Haut schlagartig beruhigte, ohne auszutrocknen, kaufte sie sich ein Ticket nach Kreta, nahm einen Leihwagen und stand tatsächlich irgendwann in einem kleinen Olivenhain bei einem griechischem Ehepaar, das die Cremes selbst herstellte.

Yoga und Geld

Regelmässig wird die Frage gestellt, ob Yogis auch Geschäftsleute sein können, und es gibt keine Beispiele von Yogis, die es nicht schafften. Die an ihren Ansprüchen scheiterten oder keine Sorgfalt auf die geschäftlichen Dinge verwendeten. Susann Pataki hält ihr Geschäft bewusst klein. Es gibt eine Webpage, aber keine Werbung. Ihre Produkte werden weiter empfohlen. Sie hat, was ehrgeizige Business-Pläne nicht kennen: Zeit. Vielleicht ist das neben der organischen Herstellungsweise ohne künstliche Zusatzstoffe das eigentlich Yogische an Bio Aroma: die Zeit, die man aufwenden muss, um in den Genuss des Aromas zu kommen. Höchstens erbsengroß ist die empfohlene Menge der 24h Creme mit Bienenwachs, Neroli und Myrrhe, dafür muss sie in das feuchte Gesicht einmassiert werden: Meditation mit Myrrhe.

Susann in Balance

Jeden Tag mindestens 15 Minuten Yoga zuhause: So sieht ihre Praxis heute aus. Anfangen hat es, als sie mit Mitte 20 aus Leipzig nach Berlin kam. In ihrem Studentenleben ging es um Partys, Gin&Tonic und die Uni. Etwas fehlte, und als ihr jemand ein Ratgeberbuch über Yoga schenkte, sagte sie sich, das probiere ich mal. Damals, Ende der 90er Jahre, gab es „nur Schaffell-Yoga in Berlin, man musste richtig suchen“ und dennoch organisierte sie ihr Leben bald rum um die Praxis. Zehn Jahre später machte sie die Lehrer-Ausbildung, zu einer Zeit, als „meine Freunde viel Geld für teure Ayurveda-Ferien ausgaben.“

Heute ist Yoga ein zentraler Teil ihres Lebens, ohne das anfängliche „Drama“, das viele Yogis zu Beginn ihrer Yogakarriere spüren, wenn sie sich von ihrem alten Leben verabschieden, aber immer da. Wenn sie etwas ärgert, dann „dass der Beruf des Yogalehrers nicht geschützt“ ist, dass vielen schnell ausgebildeten Lehrern das „Verständnis für Körper und Seele“ fehlt.

Disziplin und Leichtigkeit

Durch Yoga „habe ich das Loslassen gelernt. Ich sehe den Stress bei meinen Kollegen. Ich kann, wenn es sein muss, sehr konzentriert und ohne Ablenkung arbeiten. Außerdem sage ich mir, ist doch nur Kino.“ Wenn das nicht Yoga ist: Disziplin und Leichtigkeit. Stiram sukham asanam, würde Patanjali jetzt sagen.

Die Sorgfalt, die die Hersteller in ihrer Manufaktur an der Ostküste der Insel in Agios Nikolais aufwenden, gefällt ihr. „Kreta hat ein einzigartiges Ökosystem. Sie arbeiten mit Arganöl, Weihrauch, Myrrhe, Oliven, seltenen Kräutern. Sie machen Aromatherapie, weil sie es können. Die Rezepte stammen teilweise noch von den Minoern, die nach Ägypten lieferten.“

Ihren bescheidenen Online-Handel Beautyfusion.de macht Susann Pataki, weil es ihr Freude macht. „Es ist meine Art, Griechenland zu helfen.“ Das hat uns gefallen.

Hier geht es zu Susann’s Rezept für Gesichts-Detox

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