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Üben mit Yogaeasy

07.05.2010

Yogapraxis ohne Lehrer

Wer darf mitmachen, was ist gesundheitlich zu beachten, was brauchst du für deine Praxis – und muss man wirklich jeden Tag üben? Auf diese und mehr Fragen findest du hier Antworten

Yoga kann jeder.

Die Übungen der yogaeasy-Videos sind weitestgehend so aufgebaut, dass man sie ohne besondere Vorkenntnisse oder physische Voraussetzungen üben kann. Die Videos für Fortgeschrittene setzen jedoch voraus, dass du die aufbauenden Videos ausreichend geübt hast und beherrschst. Grundsätzlich gilt beim Üben: Gehe niemals über die natürlichen Begrenzungen deines Körpers hinaus. Übe jede Asana hinsichtlich Intensität und Dauer unbedingt so, dass du und dein Körper sich wohl fühlen. Stelle dich Herausforderungen – aber überfordere dich nicht. Sobald du Schmerz in einer Asana empfindest, gehe unbedingt aus der Position heraus.

Ansonsten sind weder Alter noch Gelenkigkeit, noch die normalen Beschwerden, die moderne Menschen plagen – Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Nervosität oder der übliche Verschleiß der Gelenke –, ein Hinderungsgrund dafür, Yoga zu praktizieren. Dennoch gibt es Erkrankungen, die erfordern, dass du zuerst Rücksprache mit einem Arzt hältst.

Wann ist Vorsicht geboten?

Übe besonders achtsam und behutsam nach längeren Erkrankungen (auch nach einer Grippe), wenn du dich sehr erschöpft fühlst, bei allen Kreislaufschwankungen (besonders aber bei stark erhöhten Blutdruck), bei allen Schmerzzuständen (lasse unbedingt klären, wodurch sie ausgelöst werden!), bei starken Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule oder den Gelenken, bei Asthma, während der Regelblutung und in der Schwangerschaft. Wenn du dir nicht sicher bist, ob Yoga gut für dich ist, konsultiere vor Aufnahme der Übungspraxis deinen Hausarzt.

Du solltest nicht üben:

  • bei einer akuten Infektion oder Entzündung
  • bei akuten Schmerzen oder Rückenproblemen (z. B. in den ersten Tagen nach einem Bandscheibenvorfall, bei einem akuten Hexenschuss u. ä.).

Klingen Schmerzen über einen längeren Zeitraum nicht ab, lasse sie unbedingt ärztlich klären!

Wann ist die beste Zeit zum Üben?

Jede Zeit am Tag, in der du 15 – 20 Minuten ungestört sein kannst. Das kann am Morgen noch vor dem Frühstück sein, um den Tag gut zu beginnen. Der frühe Morgen ist die Zeit, den Yogis seit je favorisieren, denn nur dann können wir – in der Regel – sicher sein, nicht gestört zu werden. Wir sind zwar noch etwas steif, aber ganz nüchtern, so dass unseren Organismus nichts belastet.

Vielleicht ist die einzige Zeit, über die du gut verfügen kannst, deine Mittagspause – dann übe einfach mittags (z. B. eine Entspannungs- oder Büro-Sequenz anstelle einer Siesta!). Das abendliche Üben schließt den Alltag ab und gibt dem Feierabend eine andere Qualität. Sei nur sicher, dass deine Umgebung akzeptiert, dass du eine Auszeit nimmst, um dich zu regenerieren. Stelle Telefon und Handy ab, und ziehe dich zurück. Achte darauf, dass seit deiner letzten großen Mahlzeit mindestens 3 Stunden vergangen sind, und trinke unmittelbar vor dem Üben keine größeren Mengen Flüssigkeit.

Yoga üben – jeden Tag?

Das tägliche Üben derselben Bewegungen und Haltungen hat einen deutlichen Trainingseffekt, der bereits nach wenigen Monaten Wirkung zeigt. „Monate“ klingt erst einmal lang! Aber bedenke, wie viele Jahre einer unangemessenen Behandlung dein Körper gebraucht hat, bis er jene Beschwerden entwickelt hat, die dich heute veranlassen, mit dem Üben zu beginnen (z. B. die Nackenverspannung). Sei also geduldig mit dir! Die Haltungen und Bewegungen des Yoga sind so lange erprobt und verbessert worden, dass ihre positive Wirkung gar nicht ausbleiben kann!

Wenn du dir vornimmst, jeden Tag zu üben, und ständig kommt etwas dazwischen, dann starte unerschüttert immer wieder neu. Ignoriere, dass es gestern nicht geklappt hat – beginne heute!

Was du zum Üben benötigst:

Bequeme Kleidung – eine Gymnastikhose, eine weiche Yogahose, ein T-Shirt oder Sweatshirt und für die Entspannungsphasen eventuell Socken. Achte darauf, dass die Kleidung dich nicht einengt. Je nach Übung brauchst du eine rutschfeste oder eine weiche Unterlage, dafür empfiehlt sich eine dünne, rutschfeste Yogamatte, ergänzt durch eine Decke. Für sitzende Übungen sind ein Meditationskissen oder Bänkchen empfehlenswert. Entscheide dich für ein Bänkchen, wenn du an Knieproblemen oder Durchblutungsstörungen in den Beinen leidest (Krampfadern). Das Kissen sollte nicht zu hoch und nicht zu fest sein. Die ganze Ausrüstung kostet ungefähr 100 € und wird dir viele Jahre dienlich sein.

Wie du mit den Videos übst:

Schaue dir den Film deiner Wahl nach Möglichkeit erst einmal an. Übe beim ersten Mal mit, soweit du mitkommst. Sei geduldig: Lernen braucht Zeit und Einübung!

Je häufiger du denselben Film als Anleitung für deine Yogapraxis nutzt, desto schneller wirst du den Übungen allein übers Zuhören folgen und manches vielleicht schon ganz selbstverständlich und mühelos ausführen können.
Sollten dir bestimmte Stellen Verständnisprobleme bereiten, wiederhole den Film an dieser Stelle so oft, bis du die Stellung verstehst. Da alle Übungen im Yoga-Unterricht erprobt sind, kannst du davon ausgehen, dass sie „funktionieren“. Es kann sein, dass sie – aus unterschiedlichsten Gründen – nicht sofort für dich klappen. Eventuell hilft es schon, wenn di das Üben leicht abwandelst, zum Beispiel öfter atmest, als angegeben, die Beine etwas mehr anbeugst, als der Video-Lehrer es vormacht, oder insgesamt etwas langsamer / etwas schneller übst.

Yoga üben – ohne Lehrer

Bedenke, dass auch die besten Online-Videos einen Yoga-Lehrer / eine Yoga-Lehrerin nicht ersetzen. Gönne dir deswegen nach Möglichkeit immer wieder echten Unterricht! Nur so kann ein erfahrener Yoga-Lehrer korrigierend eingreifen, falls sich in deine Yoga-Praxis kleine „Schummeleien“ einschleichen. Falsche Bewegungsmuster, mit denen ehrgeizige Yoga-Schüler Asanas zu beherrschen meinen, sind schwer wieder aus dem System des Körpers zu entfernen und können ihm, wenn sie nicht entdeckt werden, langfristig schaden.

Anna Trökes


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