Yoga-Blog
Wo laute Leute leise werden
Katharina sortiert in Hamburgs bestem Iyengar-Studio Körper und GeistIch gestehe lieber gleich: Ich war schon wieder in einem Iyengar-Yogastudio. Irgendetwas fasziniert mich an diesem klaren, präzisen Stil. Obwohl es mich normalerweise eher zu lauten, geschäftigen Aktivitäten hinzieht. Und laut und geschäftig ist es im Yoga Hamburg wirklich nicht. Auch wenn das Studio von Marina Pagel und Christo Iwantschew nicht so karg wie andere Iyengar-Studios ist, sondern mit warmem Licht und schönen Farben begeistert: Es schallen keine Mantren aus einem CD-Spieler, nach Räucherstäbchen-Duft schnuppert man vergebens, und einen Yoga-Shop gibt es auch nicht. Marina und Christo sind freundlich, aber auf eine sehr unverfängliche, fast sachliche Art. All das sendet eine Botschaft: Im Yoga Hamburg geht es um Yoga. Und das ausschließlich.
Das merke ich auch im Unterricht: Ein paar Mal singen wir Om, und dann geht es los. Marina und Christo führen in ihren Stunden jeweils durch eine Reihe von klassischen Asanas. Beim Iyengar-Yoga ist jede Stunde anders, mal liegt der Fokus auf Standübungen, mal auf Hüftdehnung. Mal ist die Grundhaltung (aus der alle anderen Haltungen eingenommen werden) die Berghaltung, mal der nach unten schauende Hund. Überrascht stelle ich fest, dass mein Körper sehr schnell warm wird – und das ohne Sonnengruß! Durch die exakten, detaillierten Anweisungen schaffe ich es, Muskelpartien zu aktivieren, die ich vorher nur geahnt hatte.
Sowohl Marina als auch Christo beobachten dabei ihre Schüler genau, weisen auf Fehler hin, geben Tipps und Hilfestellungen. Trotz der hohen Konzentration während der Stunden – die auch notwendig ist, um den zahlreichen Anweisungen zu folgen – ist die Atmosphäre nicht spirituell oder vergeistigt, sondern eher nüchtern. Hier wird gearbeitet. Ernsthaft und geerdet. Wie im Iyengar-Yoga üblich, liegt auch bei Yoga Hamburg der Fokus auf der technischen Seite der Yoga-Übungspraxis. Doch ganz ohne spirituelle Vorträge merke ich trotzdem, wie gut der Unterricht Körper UND Geist tut – der klare Unterricht, die Konzentration auf die Asanas zeigen immer deutlicher ihre Wirkung. Am Ende der Stunde liege ich durch und durch entspannt in Shavasana, der Totenstellung. Mein Körper fühlt sich völlig ruhig an, wie neu sortiert. Alles, was zu Beginn der Stunde laut, geschäftig und angespannt war, ist jetzt voller neuer Kraft und klarer Gedanken. In diesem Moment wird mir klar, warum es mich immer wieder zum Iyengar zieht: Dieser konzentrierte, detaillierte Stil ist der perfekte Ausgleich zu meinem lauten, geschäftigen Leben.
Fazit: Seit acht Jahren gibt es Yoga Hamburg. Marina Pagel und Christo Iwantschew unterrichten den Großteil der Stunden, unterstützt unter anderem von Marinas Tochter Hannah. Einige Stunden sind für Schwangere geeignet. Wer neugierig geworden ist, aber keine Gelegenheit hat, persönlich in Hamburg vorbeizukommen: Marina hat, gemeinsam mit ihrer Tochter Hannah, für yogaeasy.de mehrere Iyengar-Videos und unsere erklärende Asana-Reihe konzipiert.
YOGA HAMBURG
Grindelallee 89
20146 Hamburg
Tel. 040 – 491 23 69
Probestunde: 10 Euro
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Yoga Blog , Katharinas Reisen , Iyengar Yoga , Marina Pagel , Yoga-Hamburg , Iyengar , Yoga Studios , Hamburg , Hatha Yoga
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"Der Weg ist das Ziel"
Katharina Klofat, 36, ist nicht nur Diplom-Psychologin, sondern auch Yogalehrerin und Journalistin. Für yogaeasy.de rezensiert sie Bücher und Studios, trifft und porträtiert Yoga-VIPs und freut sich über die Vielfalt der Yoga-Welt, die sich vor ihr aufgetan hat
“Ich liebe Yoga in all seinen Ausprägungen. Hatha, Ashtanga, Sivananda, Bikram, Power, Jivamukti – jeder dieser Wege hat mir glückliche Momente und wertvolle Erkenntnisse geschenkt, jeder meiner Yogalehrer hat mir neue Aspekte des Yoga aufgezeigt und damit mein Leben bereichert.
Deshalb habe ich mir eine Fleißarbeit vorgenommen: Zwei Mal pro Monat besuche ich ein noch unbekanntes Yogastudio. Lasse mich inspirieren von der Atmosphäre, dem Stil des Lehrers, der Gemeinschaft mit den anderen Schülern. Jede Woche wird ein kleines Abenteuer werden – vielleicht entdecke ich eine neue Lieblings-Asana, erlebe endlich Dharana (den Zustand völliger Konzentration) oder begegne sogar einem Lehrer, der mich länger begleiten wird.
Weil ich in Hamburg lebe, dürften die meisten dieser Studios im schönen Norden liegen. Aber auch wenn ich meine Familie in Bayern besuche oder Freunde in Berlin oder Urlaub mache, wird kein Yogastudio vor mir sicher sein …”


