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Üben mit Yogaeasy

16.08.2010

Welcher Yoga-Stil passt zu mir?

Eine der allerersten Fragen, die heute viele zum Yoga stellen, sucht eine Antwort, die am ehesten die Zeit geben kann. Dennoch stellt Anna Trökes euch die wichtigsten aktuellen Yogastile kurz vor, damit klarer wird, was euch in unseren Videos erwartet

Yoga, das ist nichts für mich. Den Satz hat jeder schon mal gehört – oder nach einer Probestunde sogar selber gesagt. Dazu gibt es einen sehr guten Vergleich. Stell dir vor, du ziehst das erste Mal in deinem Leben eine Hose an, in der du dich eingeengt und unattraktiv findest. Du sagst zu deinem Spiegelbild: Hosen stehen mir nicht, ich werde keine weitere anprobieren und nur noch Röcke tragen. Nicht jeder findet nämlich sofort den Yogastil, der ihm entspricht und der es ihm erlaubt, seine Potentiale voll zu entfalten.

Wichtiger noch als der Stil ist allerdings, dass die Chemie mit dem Yogalehrer stimmt. Du solltest das Gefühl haben, ihm völlig vertrauen zu können. Du musst sein Wohlwollen und seine Kompetenz spüren, um dich sicher zu fühlen, wenn du dich mit ihm auf die Yogareise begibst. Man wandert ja auch nicht mit einem Bergführer, dem man nicht vertraut.

Ob ein Lehrer oder ein Stil zu dir passen, zeigt erst die Zeit. Du solltest dich mindestens drei- bis viermal auf den Unterricht einlassen, denn möglicherweise ist das Angebot eigentlich perfekt für dich, entspricht aber beim ersten Versuch vielleicht nicht deiner Tagesform. Yoga braucht auch immer ein paar Stunden, um seine Wirkungen voll zu entfalten. Was dir gut tut, weißt du also nicht direkt nach dem Kurs.

Bedenke bei deiner Yoga-Wahl: gut tut, was fordert. Wer sich gern viel und schnell bewegt, wirst sein Potential nicht entfalten können, indem er einen besonders dynamischen Yogastil auswählt. Geeignet ist eher die energetische Ergänzung zum eigenen Temperament, in diesem Fall etwa in Richtung „long, slow & deep“ (deshalb auch LSD-YOga abgekürzt), ein kraftvoller Yogastil, in dem die statischen Haltungen im Vordergrund stehen. Das Schnelle, Dynamische kennt dein Gehirn ja schon – hier aber gibt es etwas zu lernen, hier liegt die Herausforderung. Um deine Fähigkeiten voll auszuschöpfen, solltest du im Laufe deines Lebens deine unbekannten Facetten entdecken und entwickeln. Wage das Neue, das Ungewohnte – und lass dich überraschen!

Alles, was du hier liest, kann nur meine – äußerst subjektive – Meinung sein. Diese Übersicht der Stile gibt nur Anhaltspunkte, um das eigene Ausprobieren kommt also niemand herum.

Hatha-Yoga
Die im Westen bekannteste Form des Yoga, die schon seit über 50 Jahren angeboten wird. Aus den Lehren des Hatha-Yoga haben sich alle nachfolgend beschriebenen Stile, Traditionen und Schulen entwickelt. So gedeihen unter seinem Dach sanfte und kraftvolle Techniken, einfache Körper-Wahrnehmungsübungen und hochkomplexe Körperhaltungen, Atemübungen oder Konzentrationen.
Hatha-Yoga umfasst Asanas sowie Bewegungsabläufe (Vinyasa oder Flow), Atemübungen (Pranayama), mentale Entspannungstechniken und Meditation. Alle Techniken des Hatha-Yogas setzen am Körper an und führen weiter über den Atem zum Geist.

Kundalini-Yoga
Yogi Bhajan machte Kundalini-Yoga Ende der 60er Jahre in den USA bekannt. Die Übungsreihen sind eine Kombination aus dynamischen Körperübungen, bewusster Atmung, geistiger Ausrichtung und Mantra-Meditation. Kundalini-Yoga ist oft sehr dynamisch, um unsere Lebensenergie (Prana) zu wecken. Dieser Übungsweg zieht die Spiritualität und die Hingabe an den Guru ganz offen und bewusst mit ein.
Du liebst einen kraftvollen und fordernden Übungsstil, suchst Spiritualität und singst sehr gern? Dann auf zum Kundalini-Yoga.

Ashtanga-Yoga
Eine sehr kraftvolle, dynamische Richtung. In Fitness-Studios findest du diese Form auch unter dem Namen „Power-Yoga”. Das Übungssystem besteht aus einer festgelegten Reihenfolge, die jeweils mit Bewegungselementen verbunden ist. Dieser Bewegungsfluss wird mit einem gleichmäßigen Atem begleitet, wodurch das Üben einen sehr meditativen Akzent bekommt. Die Reihenfolge ist so aufeinander abgestimmt, dass nacheinander alle Körperteile aktiviert und gedehnt werden. Man kann sehr gut abschalten und kommt ordentlich ins Schwitzen.
Sportlich ambitionierte Menschen mit guter Kondition, die eine klar strukturierte Praxis suchen, finden oft im Ashtanga ihr Yoga-Glück. Diese Richtung erlaubt es auch schnell, selbständig zu üben.
Siehe Video Ashtanga-Yoga für Anfänger und Ashtanga-Yoga 2

Iyengar-Yoga
Kraftvolles Üben, das sich durch äußerst genaue Ansagen auszeichnet und so einen hohen Grad an Präzision ermöglicht. Es wird teilweise mit Hilfsmitteln (Props) wie Holzblöcken, Decken und Gurten gearbeitet, um die Ausführung komplexer Asanas auch für Anfänger und Menschen mit körperlichen Einschränkungen zu ermöglichen. Da die exakte Ausführung der Übungen im Vordergrund steht, sind spirituelle Ansätze eher indirekt während der Praxis zu finden und spielen bei manchen Lehrern eine manchmal untergeordnete Rolle.
Iyengar-Yoga ist für diejenigen eine gute Wahl, die sich körperlich fit fühlen und die auch entspannen können, wenn man ihnen ganz klar sagt, wo es langgeht.
Siehe Video Iyengar-Yoga für Anfänger

Jivamukti-Yoga
Kraftvoll dynamischer, schweißtreibender Stil, der 1984 in den USA von Sharon Gannon und David Life entwickelt wurde. Die Übungen werden fließend geübt und von Musik begleitet. Typisch ist, dass der Lehrer die Schüler mit Körpereinsatz korrigiert. Nichts für Kontaktscheue, aber stark im Trend. Darüber hinaus rezitiert der Yogalehrer aus altindischen Schriften, spricht über Philosophien oder Lebensweisheiten. Mantren und Meditation gehören zur Übungspraxis dazu, außerdem wird Wert auf einen gewaltfreien und veganen Lebensstil gelegt.
Interessant für Menschen, die neben einer intensiven, fließenden Yogapraxis mehr über die Yoga-Philosophie lernen möchten und eine Yoga-Gemeinschaft suchen. Siehe Video Jivamukti für Geübte von Ulrike Kremer.

Sivananda-Yoga
Der Fokus ist eher meditativ und spirituell. Im Mittelpunkt der Übungspraxis stehen die zwölf Asanas der „Rishikesh-Reihe”, die immer in der gleichen Reihenfolge und recht exakt ausgeführt werden. Die Asanas dieser Reihe sind teilweise sehr anspruchsvoll. Durch die Konzentration auf die Atmung und die Energiezentren kommen die Gedanken zur Ruhe. Mantren und Gebete sind fester Bestandteil der Praxis.
Wer nach einer ganz klar strukturierten Yoga-Praxis üben möchte und bereit ist, sich auch auf weltanschauliche Aspekte des Yoga einzulassen, kann im Sivananda seinen Platz finden.

Anusara-Yoga
Kraftvolle Hatha-Variante, die 1997 von dem US-Amerikaner John Friend entwickelt wurde. Sie stützt sich auf eine lebensbejahende Philosophie, die das Gute in allen Menschen und Dingen sieht. Bei der Ausführung der Asanas steht nicht die Perfektion im Mittelpunkt, sondern die Freude an der Ausübung. Ideal für gesunde, bewegungsgeübte Anfänger und Fortgeschrittene.

Vini-Yoga
Deutlich therapeutisch orientierte Yogaform, bei der die Übungen individuell auf die Bedürfnisse des Einzelnen ausgerichtet sind. Das Üben wird sehr stark mit der Atemführung verbunden, so dass es eine starke Konzentration fordert und gleichzeitig auch fördert. Die Asanas variieren nach Alter und Fitness, weshalb auch Menschen mit gesundheitlichen Problemen diese Methode praktizieren können.
Wer eher einen sanften Stil sucht, der oft therapeutisch ausgerichtet ist, wird sich hier gut aufgehoben fühlen.

Yoga der Energie oder Prana-Yoga
Ein kraftvoll, fließender und genauer Übungsstil, bei dem die Anregung und Deblockierung der Lebensenergie Prana im Mittelpunkt steht. Als klassischer Hatha-Yoga beinhaltet dieser Stil Asanas, Bewegungsabläufe, Reinigungsübungen, Atemübungen, Energielenkungen, Konzentrationsübungen sowie gelenkte Meditationen. In Prana-Yoga können alle anderen energie-orientierten Yoga-Techniken mit einfließen. Die Yogaphilosophie ist fester Bestandteil der Übungspraxis.
Empfehlenswert für Menschen, die einen Yogastil suchen, der sie nicht nur körperlich, sondern auch intellektuell fordert.

Vinyasa Flow
Hier werden klassische Asanas zu immer wieder neuen, kreativen Bewegungsabfolgen zusammengestellt, so dass sich ein anstrengender, fließender Übungsstil (Flow) entwickelt. Es wird mit einer intensiven Atemführung und mit Musik geübt. Ein wichtiges Ziel ist es, die eigene Kraft und Lebendigkeit zu erfahren.
Bereichernd für alle, die ein intensives, schweißtreibendes Üben suchen, bei dem man besonders gut abschalten kann.
Siehe Video Yoga Flow und Vinyasa Flow 3: Spirit Yoga


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