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Yoga-Blog

16.04.2011

Schummeln? Klappt nicht

Wie man sich auf Yoga einlässt, erfährt Katharina ausgerechnet dort, wo sie sich erst kaum hintraut: „Über den Linden“

„Über den Linden“ – das hört sich ziemlich verträumt an. Lieblich zartgrüne Bäume schmücken entsprechend die Internetseite des Hamburger Yoga-Studios, von Körper- und Hypnotherapie ist die Rede, von Massage und Meditation. Doch der Eindruck täuscht: Hier geht es richtig zur Sache. Und die heißt: Ashtanga-Yoga.

Ashtanga ist ein original indischer Yogastil, der dynamisch durch eine feste Abfolge von Asanas (Haltungen) führt. So gut wie alle der im Westen beliebten Flow- und Vinyasa-Stile, zum Beispiel Poweryoga oder Jivamukti-Yoga, basieren auf Ashtanga. Während diese Formen aber auf die gewohnte Art unterrichtet werden – der Lehrer macht vor und erklärt, die Schüler machen es so gut wie möglich nach –, wird Ashtanga meist im sogenannten Mysore-Stil gelehrt: Der Lehrer zeigt dem Schüler Schritt für Schritt die Haltungen der „Ersten Serie“. Der Schüler wiederholt die einzelnen Asana-Sequenzen immer so lange, bis er sie beherrscht. Erst dann gibt der Lehrer ihm die nächsten Asanas vor, bis der Schüler irgendwann die komplette „Erste Serie“ gemeistert hat. Und danach fängt das Ganze von vorn an, und zwar mit der “Zweiten Serie”. Aber keine Angst: Obwohl es insgesamt vier bzw. sechs Serien gibt (je nachdem, wie unterteilt wird), arbeiten sich die meisten Sterblichen nur bis zur „Zweiten Serie“ vor.

Ehrlich gesagt hatte ich reichlich Bammel vor meiner ersten Mysore-Klasse im „Über den Linden“. Ich bin kein besonders offener Mensch, und bei geführten Yogastunden kann ich unauffällig in der Gruppe untertauchen. Außerdem strenge ich mich ungern an und lasse mich leicht ablenken. So habe ich mich schon durch einige Yogastunden gemogelt, indem ich mich bequem in Asanas „gelegt“ habe und innerlich meine To-Do-Liste für den nächsten Tag geschrieben habe. Bei Mysore, so viel ahnte ich, würde ich damit nicht durchkommen.

Genau so war es auch. Julia und Inke, die Gründerinnen von „Über den Linden“, sind begeisterte und engagierte Lehrerinnen. Speziell mich Ashtanga-Neuling betreuten sie intensiv, gaben mir Tipps, korrigierten meine Haltungen. Ich hatte gar keine Zeit, mich unsichtbar zu machen oder zu mogeln, sondern war viel zu beschäftigt damit, zum ersten Mal in meinem Leben an einer vorgegebenen Abfolge von Asanas zu arbeiten. Die Stunde verging wie im Flug, obwohl ich nur die Sonnengrüße und etwa 10 Asanas schaffte. Trotzdem hatte ich danach das Gefühl, unglaublich viel gelernt zu haben. Vielleicht nicht unbedingt über die Yoga-Haltungen – die meisten kannte ich aus anderen Yogastilen, Aber darüber, was ich brauche, um mich wirklich einzulassen: auf Yoga, auf mich und auf meinen Körper.

Fazit: Wer mitten in der Hamburg Schanze in einem wunderschönen, in weiß gehaltenen Loft authentisch Ashtanga-Yoga praktizieren will, ist „Über den Linden" goldrichtig. Außer Samstag werden täglich Mysore-Klassen angeboten sowie zusätzlich geführte Stunden, in denen die erste Serie etwa zur Hälfte gemacht wird. Inke Shenkar und Julia Diekmann unterrichten den Großteil der Stunden und rechnen bisher einzeln ab.

Über den Linden – Yoga und Körpertherapie
Lippmannstr. 53
22769 Hamburg
Tel. 040 – 42 10 29 49

www.überdenlinden.de


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"Der Weg ist das Ziel"

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Katharina Klofat, 36, ist nicht nur Diplom-Psychologin, sondern auch Yogalehrerin und Journalistin. Für yogaeasy.de rezensiert sie Bücher und Studios, trifft und porträtiert Yoga-VIPs und freut sich über die Vielfalt der Yoga-Welt, die sich vor ihr aufgetan hat

“Ich liebe Yoga in all seinen Ausprägungen. Hatha, Ashtanga, Sivananda, Bikram, Power, Jivamukti – jeder dieser Wege hat mir glückliche Momente und wertvolle Erkenntnisse geschenkt, jeder meiner Yogalehrer hat mir neue Aspekte des Yoga aufgezeigt und damit mein Leben bereichert.
Deshalb habe ich mir eine Fleißarbeit vorgenommen: Zwei Mal pro Monat besuche ich ein noch unbekanntes Yogastudio. Lasse mich inspirieren von der Atmosphäre, dem Stil des Lehrers, der Gemeinschaft mit den anderen Schülern. Jede Woche wird ein kleines Abenteuer werden – vielleicht entdecke ich eine neue Lieblings-Asana, erlebe endlich Dharana (den Zustand völliger Konzentration) oder begegne sogar einem Lehrer, der mich länger begleiten wird.
Weil ich in Hamburg lebe, dürften die meisten dieser Studios im schönen Norden liegen. Aber auch wenn ich meine Familie in Bayern besuche oder Freunde in Berlin oder Urlaub mache, wird kein Yogastudio vor mir sicher sein …”