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Yoga-Blog

12.01.2012

Mond und Sonne, Stadt und Universum

Gibt es genügend Yoga-Studios in Hamburg? Ist es wichtiger, die Schwiegereltern zu besuchen oder Yoga zu machen? Und was macht mehr Spaß: Sonnen- oder Mondgrüße? In der Yogaschule Claudia Mahler lernt Katharina einiges über ihre Beschränktheit und den Reichtum des Lebens.

Hamburg ist groß. Trotzdem stellte ich vor kurzem erschrocken fest, dass es in Hamburg kaum mehr Yoga-Studios gab, die mich interessierten und die ich noch nicht kannte. Herrje, musste ich etwa ab jetzt ständig durch halb Deutschland fahren, um meine Neugier auf neue Studios zu befriedigen?

Dann traf ich eine alte Freundin und die Rede kam auf Yoga. “Das Yoga-Studio Claudia Mahler in Eimsbüttel”, meinte Petra, “hat einen guten Ruf und mir hat das Schwangerschaftsyoga immens bei den Geburten meiner zwei Söhne geholfen.” Neugierig geworden recherchierte ich das Studio am nächsten Tag. Mir war sofort klar, warum ich es noch nie besucht hatte – bei Claudia Mahler wird nur von Montag bis Donnerstag Hatha Yoga und Kundalini Yoga unterrichtet, der Schwerpunkt liegt auf Schwangeren-Yoga.

Und ich bin eben eine Lifestyle-/Großstadt-Yogini! Ich mache am Wochenende häufiger Yoga als Schwiegereltern-Besuch, ich war noch nie schwanger, und Kundalini und Hatha Yoga sind mir fast immer zu sanft. Ich hatte plötzlich den Verdacht, dass ich einfach viel zu enge Vorstellungen davon hatte, was ein interessantes Yoga-Studio ausmacht. Als ich länger über meine – im wahrsten Sinne des Wortes – Beschränktheit nachdachte, fiel mir noch etwas anderes auf: Dass ich nämlich seit einer Weile immer häufiger das Bedürfnis nach weniger Tempo, mehr Zeit, meinen Körper zu spüren und eine größere Offenheit für Variationen hatte.

Und so kam es, dass ich an einem Montagabend nach Eimsbüttel radelte. Nachdem ich etliche Stufen eines Hinterhof-Gebäudes erklommen hatte, kam ich an eine offene Stahltür. Ein großer, mit weißem Teppich ausgelegter Raum lag vor mir, eingerahmt von weißen Mauern, die auch die Umkleide und den Vorraum abtrennten. Die Lehrerin, Andrea, begrüßte mich freundlich und fragte mich nach Verletzungen und anderen Hindernissen. Und schon ging los. Um es gleich vorweg zu nehmen, ja, es war körperlich viel zu sanft für mich. Trotzdem musste ich mich anstrengen. Denn Andrea führte uns eben nicht durch die typischen Sonnengruß-Variationen und Abläufe, die ich aus den dynamischen Yogastunden kannte. Sie legte vielmehr den Fokus auf den Mond – also die beruhigenden und entspannenden Übungen. So kam ich in den Genuss meines ersten Mondgrußes, etlicher Entspannungssequenzen, und einer unglaublich anstrengenden und effektiven Bauchübung. Nach der Stunde erzählte mir die Lehrerin, dass es in der Yogaschule Claudia Mahler keine Beschränkungen gibt – Sonnen- und Mondgrüße wechseln sich hier ab, die Lehrer nehmen ständig neue Inspirationen aus verschiedenen Stilen auf und entwickeln ihren Unterricht konstant weiter. War das nicht genau das, was ich mir gewünscht hatte?

Hamburg ist also tatsächlich groß. Aber eben nur, wenn ich meine Augen und mein Herz ein bisschen mehr öffne für die unendlichen Möglichkeiten meines Lebens und mich nicht ständig beschränke auf das, was ich immer schon gemacht habe. Vielleicht bin ich dann irgendwann keine “Lifestyle-/Großstadt-Yogini” mehr, sondern eine “Universal-Yogini” – eine Yogini, die alles um sich herum wahrnehmen und genießen kann.
Ja, ich glaube, das wäre schön.

Fazit: Die Yogaschule Claudia Mahler lehrt seit 27 Jahren klassisches Yoga, Kundalini-Yoga und speziell Schwangeren-Yoga. Im angeschlossenen Cantienica-Studio werden auch Rückbildungskurse, auf Wunsch mit Babybetreuung, angeboten. Von Montag bis Donnerstag laufen täglich zwei bis drei Yoga-Stunden, ein Freitagskurs ist in Planung.

Yogaschule Claudia Mahler
Heckscherstraße 48a
20253 Hamburg-Eppendorf
Tel. 040 – 819 626 53

www.yogaschule-hamburg.de
www.cantienica-hamburg.de

Probestunde: 10 Euro


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Katharinas Reisen , Yoga Hamburg , Katharina Klofat

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"Der Weg ist das Ziel"

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Katharina Klofat, 36, ist nicht nur Diplom-Psychologin, sondern auch Yogalehrerin und Journalistin. Für yogaeasy.de rezensiert sie Bücher und Studios, trifft und porträtiert Yoga-VIPs und freut sich über die Vielfalt der Yoga-Welt, die sich vor ihr aufgetan hat

“Ich liebe Yoga in all seinen Ausprägungen. Hatha, Ashtanga, Sivananda, Bikram, Power, Jivamukti – jeder dieser Wege hat mir glückliche Momente und wertvolle Erkenntnisse geschenkt, jeder meiner Yogalehrer hat mir neue Aspekte des Yoga aufgezeigt und damit mein Leben bereichert.
Deshalb habe ich mir eine Fleißarbeit vorgenommen: Zwei Mal pro Monat besuche ich ein noch unbekanntes Yogastudio. Lasse mich inspirieren von der Atmosphäre, dem Stil des Lehrers, der Gemeinschaft mit den anderen Schülern. Jede Woche wird ein kleines Abenteuer werden – vielleicht entdecke ich eine neue Lieblings-Asana, erlebe endlich Dharana (den Zustand völliger Konzentration) oder begegne sogar einem Lehrer, der mich länger begleiten wird.
Weil ich in Hamburg lebe, dürften die meisten dieser Studios im schönen Norden liegen. Aber auch wenn ich meine Familie in Bayern besuche oder Freunde in Berlin oder Urlaub mache, wird kein Yogastudio vor mir sicher sein …”