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Yoga-Blog

18.11.2010

Mit dem Herzen dabei

Im Münchener Airyoga sucht Katharina nach der Yoga-Ruhe im Alltags-Sturm

München und ich, wir haben eine ambivalente Beziehung. Wenn ich durch die Altstadt flaniere oder eine tolle Ausstellung im Haus der Kunst besuche, liebe ich die bayerische Hauptstadt. Wenn allerdings Oktoberfest ist, dann wird München zum roten Tuch für mich. Dirndl- und Lederhose-tragende Touristen aus aller Welt befallen die Stadt wie Fliegen, überall schallt einem Blasmusik entgegen, und Bayerns Ureinwohner sind noch „grantiger“ (schlechter gelaunt) als ohnehin schon.

Aufgrund von Umständen, die hier nicht weiter erläutert werden sollen, musste ich kürzlich zur Eröffnung des Oktoberfests nach München. Mir war klar, dass ich das Wochenende nur mithilfe von Yoga überstehen würde. Deshalb hatte ich schon die passende Stunde recherchiert: „Deep and Slow Stretch“ bei Airyoga hörte sich wunderbar entspannend an, außerdem war das Studio zentral gelegen. Also schlängelte ich mich durch den äußerst belebten Viktualienmarkt – und musste leider feststellen, dass es an der Airyoga-Rezeption nur wenig ruhiger zuging als im Rest der Stadt. Offensichtlich war ich nicht der einzige Yogi in München, der dringend Entspannung brauchte.

Die Dame am Empfang jedenfalls hatte ob der riesigen Warteschlange ihre yogische Gelassenheit soweit verloren, dass ihr kein Lächeln mehr abzuringen war. Ich nutzte die Wartezeit, um mir das Studio anzusehen – unbehandelte Betonwände, dazu Rosttöne und rote Vorhänge, alles unaufdringlich luxuriös und angenehm Höhlen-ähnlich. Auch der zweite Stock mit den Umkleiden und Behandlungsräumen (das Airyoga bietet ayurvedische Massagen u.ä. an) beeindruckte mich mit einer Mischung aus Industriehalle und perfekt ausgeleuchtetem Tempel.

Nachdem ich weiteres Gedrängel in den Umkleiden überstanden hatte, rollte ich meine Matte in dem großzügigen Yogaraum aus. Die gedeckten Farben und die ruhige Atmosphäre des Raumes begannen Wirkung zu zeigen; langsam entspannte ich mich. Als Lehrerin Christine May vorsichtig das beeindruckende Portal hinter sich zuzog, war ich innerlich schon weit entfernt von japanischen Dirndl-Madis und Umptata – obwohl ich faktisch nur wenige Meter entfernt von den Kohorten der internationalen Fest-Besucher lag. Mit sanfter Stimme führte Christine durch eine Reihe von länger gehaltenen Positionen. Fast mütterlich kümmerte sie sich um Schwangere und Anfänger, erinnerte uns immer wieder, dass wir uns die Positionen angenehm einrichten und uns auf keinen Fall verspannen sollten. Ich sank immer mehr in die Asanas, mein Atem wurde länger und tiefer. Die 90 Minuten vergingen unglaublich schnell. Ich duschte kurz und spazierte dann beschwingt über den Viktualienmarkt, der mir viel leerer vorkam.

Das Airyoga, dachte ich mir, scheint wie München zu sein: Manchmal überlaufen, dafür mitten im Leben, wunderschön anzusehen und – auch wenn man es nicht immer sofort merkt – mit dem Herzen am richtigen Fleck.

Fazit: Das Airyoga bietet eine Rundum-Yogabetreuung direkt im Zentrum von München. Täglich finden drei bis fünf Yogastunden statt – das Angebot reicht von Anusara und Ashtanga über ISHTA Yoga bis zu Prana- und Vinyasa-Flow-Yoga.

Airyoga

Blumenstrasse 6 (Schrannenhalle)

80331 München
Tel. 089 – 23 22 59 30

www.airyoga.de
Probestunde: 8 Euro


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Katharinas Reisen , Airyoga

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"Der Weg ist das Ziel"

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Katharina Klofat, 36, ist nicht nur Diplom-Psychologin, sondern auch Yogalehrerin und Journalistin. Für yogaeasy.de rezensiert sie Bücher und Studios, trifft und porträtiert Yoga-VIPs und freut sich über die Vielfalt der Yoga-Welt, die sich vor ihr aufgetan hat

“Ich liebe Yoga in all seinen Ausprägungen. Hatha, Ashtanga, Sivananda, Bikram, Power, Jivamukti – jeder dieser Wege hat mir glückliche Momente und wertvolle Erkenntnisse geschenkt, jeder meiner Yogalehrer hat mir neue Aspekte des Yoga aufgezeigt und damit mein Leben bereichert.
Deshalb habe ich mir eine Fleißarbeit vorgenommen: Zwei Mal pro Monat besuche ich ein noch unbekanntes Yogastudio. Lasse mich inspirieren von der Atmosphäre, dem Stil des Lehrers, der Gemeinschaft mit den anderen Schülern. Jede Woche wird ein kleines Abenteuer werden – vielleicht entdecke ich eine neue Lieblings-Asana, erlebe endlich Dharana (den Zustand völliger Konzentration) oder begegne sogar einem Lehrer, der mich länger begleiten wird.
Weil ich in Hamburg lebe, dürften die meisten dieser Studios im schönen Norden liegen. Aber auch wenn ich meine Familie in Bayern besuche oder Freunde in Berlin oder Urlaub mache, wird kein Yogastudio vor mir sicher sein …”