Yoga-Blog
Gebt den Äffchen Zucker
Katharina kommt bei „Just Yoga“ mit dem Schokokosmos ins ReineSeit Jahren kämpfe ich gegen meine nicht-veganen Tendenzen, konkret: meine Liebe zum Lederschuh und meine Abhängigkeit von Milchschokolade. Denn Ahimsa, das Prinzip der Gewaltlosigkeit gegenüber allen Wesen (siehe Patanjalis Yogasutren), schließt für mich ein, dass Tiere selbst über den Verbleib ihrer Haut und ihrer Milch bestimmen dürfen.
Oft aber verliere ich den Kampf gegen den Schoko-Brownie. Und fühle mich als Gewalttäterin, als Versagerin. Dann hilft ein Besuch im „Just Yoga“-Studio im Hamburger Schanzenviertel.
Hier nämlich stellt Besitzerin Steff Brosda vor und nach jeder Yoga Stunde einen Süßigkeitenteller in die Mitte des Studios. Dieser Teller spiegelt für mich die Quintessenz des „Just Yoga“ wider: Jeder ist an diesem Ort willkommen, ob Schoko-Esser oder Nicht-Schoko-Esser, sportlich oder unsportlich, spirituell interessiert oder einfach zutiefst irdisch. Jeder darf sich aus den Asanas holen, was ihm gut tut. Viele Schüler kommen zu „Just Yoga“, weil ihnen Meditation, Mantren singen, Pranayama fremd sind – und das ist gut so.
Denn ist es nicht das, wonach wir uns alle sehnen? Uns genau so, wie wir gerade sind, anzunehmen? Yoga soll uns auf unserem Weg in die Freiheit begleiten, kein neues Gefängnis werden. Das „Just Yoga“ erinnert mich daran, dass ich nach dem richtigen Handeln streben will, Schuldgefühle und Perfektionszwang aber das Gegenteil von Yoga sind. Und dass der Verzehr eines Schoko-Bons pro Woche kein moralisches Vergehen ist, sondern einfach nur lecker.
Fazit: Wer das in Gelb- bis Brauntönen gehaltene Yoga-Studio betritt, hat gute Chancen mit einem herzlichen Lächeln begrüßt zu werden und sich sofort wohl zu fühlen. Während der Stunden wird gelacht und gescherzt – trotzdem geht die Achtsamkeit gegenüber dem Körper und den Asanas nicht verloren. Steff, Marsi, Alex und Birgit unterrichten forderndes Hatha Yoga und stellen den liebevollen, aufmerksamen Umgang mit dem Körper in den Vordergrund. Wer sich am Anfang des Yoga-Weges befindet oder vorrangig die körperlichen Vorteile des Yoga genießen möchte, wird im „Just Yoga“ glücklich werden.
Just Yoga
Sternstr. 121, 20357 Hamburg, Fon 040-7889 2588
www.just-yoga.de
2 Probestunden: 12 €
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"Der Weg ist das Ziel"
Katharina Klofat, 36, ist nicht nur Diplom-Psychologin, sondern auch Yogalehrerin und Journalistin. Für yogaeasy.de rezensiert sie Bücher und Studios, trifft und porträtiert Yoga-VIPs und freut sich über die Vielfalt der Yoga-Welt, die sich vor ihr aufgetan hat
“Ich liebe Yoga in all seinen Ausprägungen. Hatha, Ashtanga, Sivananda, Bikram, Power, Jivamukti – jeder dieser Wege hat mir glückliche Momente und wertvolle Erkenntnisse geschenkt, jeder meiner Yogalehrer hat mir neue Aspekte des Yoga aufgezeigt und damit mein Leben bereichert.
Deshalb habe ich mir eine Fleißarbeit vorgenommen: Zwei Mal pro Monat besuche ich ein noch unbekanntes Yogastudio. Lasse mich inspirieren von der Atmosphäre, dem Stil des Lehrers, der Gemeinschaft mit den anderen Schülern. Jede Woche wird ein kleines Abenteuer werden – vielleicht entdecke ich eine neue Lieblings-Asana, erlebe endlich Dharana (den Zustand völliger Konzentration) oder begegne sogar einem Lehrer, der mich länger begleiten wird.
Weil ich in Hamburg lebe, dürften die meisten dieser Studios im schönen Norden liegen. Aber auch wenn ich meine Familie in Bayern besuche oder Freunde in Berlin oder Urlaub mache, wird kein Yogastudio vor mir sicher sein …”


