Yoga-Lifestyle
Bequeme Sitzplätze
Im Yoga ist die Meditation die letzte Stufe vor der Erleuchtung. Kein Wunder, dass der Weg zur regelmäßigen Meditationspraxis für die meisten Menschen eine Herausforderung ist. Zum Glück muss niemand diesen Weg alleine gehen. Unterstützung beim Erlernen von Meditation und auch beim regelmäßigen Meditieren können Yogis an vielen Orten finden.Der einfachste Weg ist, sich eine Yogaschule zu suchen, in der auch spezielle Meditationskurse und -stunden angeboten werden. Auf diese Weise verbinden sich Asana-Praxis und Meditation an einem Ort ganz natürlich und ohne großen Aufwand. Dafür empfehlen sich traditionelle indische Yoga-Stile, denn die legen ausnahmslos großen Wert auf Meditation. In der Himalaya Tradition etwa werden neben Hatha Yoga-Stunden auch extra Meditationsstunden angeboten. In Deutschland allerdings gibt es nur zwei Himalaya Institute, in Hamburg und in Ahrensburg.
Auch im Sivananda Yoga ist Meditation ein essentieller Aspekt der ganzheitlichen Yoga-Praxis. In den Zentren in Berlin, Hamburg und München werden regelmäßig Meditationskurse und -workshops angeboten, die offenen Meditationsgruppen sind teilweise kostenlos. In den Yoga Vidya-Schulen, die eine leicht veränderte Form des Sivananda-Yoga lehren, sind Meditationseinführungen, Aufbaukurse und offene Meditationsgruppen Teil des Unterrichtsplans. Die meisten der etwa 50 Schulen in Deutschland bieten offene Meditationsgruppen auf Spendenbasis an. Auch die wenigen in Deutschland verstreuten Satyananda Yoga-Schulen führen in die Meditation ein.
Wer kein Fan von Hatha-Yoga ist, kann es mit Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan probieren. Die meisten Kundalini Schulen in Deutschland bieten nämlich einen kostenlosen “Sadhana” an, d.h. frühmorgendliche Yogaübungen plus Meditation.
Weniger verwurzelt in der deutschen Gesellschaft sind yogische Traditionen, die den Fokus primär auf Meditation legen und von einer, meist umstrittenen, Guru-Figur gegründet wurden. Am bekanntesten dürfte die Transzendentale Meditation™ nach Maharishi Mahesh Yogi sein. Schon in den 60ern begeisterte der Guru Berühmtheiten wie die Beatles und die Schauspielerin Mia Farrow. Aktuell macht sich vor allem der Regisseur David Lynch stark für diese Meditationstradition, deren Einführungskurse gut 1000 Euro kosten. Auch die Anhänger von Osho, früher Bhagwan genannt, praktizieren heute noch in gut 15 Schulen in Deutschland primär dynamische Meditationen. Außerdem bieten die etwa 30 deutschen Sri Chinmoy-Zentren regelmäßig kostenlose Meditationseinführungen sowie offene Meditationen, verbunden meist mit einigen Asanas. Auch die Brahma Kumaris Schule für Raja Yoga und Meditation bietet nach alter indischer Tradition kostenlose Meditationsstunden an. In Deutschland gibt es allerdings kein Zentrum, es reisen aber regelmäßig Brahma Kumaris-Lehrer durchs Land.
Die Tatsache, dass all diese Guru-Traditionen trotz negativer Presseberichte über sexuellen Missbrauch und Steuerhinterziehungen und etlichen traumatisierten Aussteigern überlebt haben, mag dafür sprechen, dass sie trotz aller Probleme vielen Menschen etwas Wertvolles geben konnten. Vielleicht ist ihr Überleben aber auch nur Zeugnis des spirituellen Hungers und der Verzweiflung vieler Menschen auf der Suche nach Sinn in ihrem Leben und ihrer daraus resultierende “Fügsamkeit”. Wer sich auf traditionell-spirituelle Guru-Traditionen einlässt, sollte das also mit offenen Augen und klarem Verstand tun.
Verbreiteter, und dadurch auch anerkannter als die yogische Meditation sind buddhistische Meditationspraktiken. Buddhistische Zentren gibt es viele. Vor allem die Linie des Dalai Lama und der Diamantweg der Karma Kagyü Linie von Lama Ole Nyhdal haben regen Zulauf und bieten neben Workshops auch kostenlose Meditationseinführungen und offene Gruppenmeditationen an. Eine umfassende Übersicht über buddhistische Meditationsworkshops in ganz Deutschland findet sich auf der Seite der Deutsche Buddhistische Union.
Wem das alles zu esoterisch ist, der kann natürlich auch an etlichen Volkshochschulen, an Gesundheitszentren und teilweise sogar in Sportvereinen meditieren. Dort werden vorrangig an das westliche Gemüt angepasste Techniken gelehrt – und die sind oftmals für Meditations-Einsteiger deutlich besser geeignet als zehn-stündige Vipassana-Meditationen auf dem kargen Lehmboden eines indischen Ashrams.
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