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Yoga gegen Selbstzweifel
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Yoga gegen Selbstzweifel

Von Merle Blankenfeld

Wir alle kennen vermutlich das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Sei es, weil wir uns im Job einer Aufgabe nicht gewachsen fühlen, weil wir unseren Bauch nicht flach genug für das tolle Kleid finden – oder weil wir die Krähe nicht so lange halten können, wie wir das gerne würden (oder wie es der Mattennachbar tut). Seine Kenntnisse in einem bestimmten Bereich vertiefen oder seinem Körper etwas Gutes tun zu wollen, muss natürlich nichts Schlechtes sein. In einigen Fällen kann uns ein solcher Wunsch einen vielleicht nötigen Motivationsschub für ein neues Projekt oder eine gesunde Routine geben.

Fühlst du dich aber ständig unwürdig, schlecht und zweifelst an dir, wird das schnell zu einem größeren Problem. Denn um es kurz zu machen: Du bist genau richtig so, wie du bist! Das glaubst du mir nicht? Gut, wenn du dir selbst und mir (okay, wir kennen uns nicht, das verstehe ich...) nicht vertraust, dann frag doch mal deine Familie, deine engen Freunde oder Arbeitskollegen, was sie über dich denken. Und falls unter diesen Menschen jemand ist, der dich ständig grundsätzlich kritisiert, hat es vermutlich eher mit ihm selbst als mit dir zu tun.

Yoga-Philosophie: Positiv denken nach Patanjali

Abhinivesha ist das fünfte der Kleshas in Patanjalis Yoga-Sutra, einer der wichtigsten Yoga-Schriften. Die Kleshas sind Hürden, die es für ein glückliches und tugendhaftes Leben zu überwinden gilt. Nach Patanjali ist Abhinivesha, was mit Angst, Unsicherheit oder (Selbst-)Zweifel übersetzt werden kann, das gefährlichste Klesha, weil es besonders schwierig zu überwinden ist. Wenn du davon überzeugt bist, dass du etwas nicht kannst oder nicht gut genug dafür bist, ist das eine selbsterfüllende Prophezeiung: Gemäß der yogischen Philosophie ist der Mensch der Erschaffer seiner Wirklichkeit – in erster Linie mit seinen Gedanken. Wenn du dich in negativen Gedankenschleifen verlierst und Angst vor allem Möglichen hast, manifestierst du damit genau diese Situation. Und schürst so natürlich weiter die Angst vor dem Scheitern und die Zweifel an deinem Können.

Eine positive Einstellung zu deinem Leben – und dir selbst – sind also gepaart mit guten Gedanken und einem wohlwollenden Blick ein wichtiges Tool, um dich stark gegen deine Selbstzweifel zu machen. Denn: Where attention goes, energy flows – auf deutsch etwa: Worauf du deine Aufmerksamkeit richtest, dahin geht auch deine Energie. Und das manifestierst du.

Yoga gegen Selbstzweifel

Der erste Punkt des achtgliedrigen Yogapfads nach Patanjali sind die Yamas, die Regeln im Umgang mit deiner Umwelt. Darunter ist auch Ahimsa, die Gewaltlosigkeit. Hier geht es vor allem darum, anderen Lebewesen in Worten und Taten keine Gewalt zuzufügen. Natürlich gilt dieser yogische Grundsatz aber auch für dich selbst: Du kannst mit anderen schließlich nur liebevoll umgehen, wenn du dich selbst liebst und so akzeptierst, wie du bist.

Achtsamkeit für mehr innere Stärke

Um dir selbst gegenüber wohlwollender zu sein, hilft im ersten Schritt vor allem Achtsamkeit. Konzentriere dich radikal nur auf das, was wirklich in diesem Moment ist. Was nimmst du wahr? Was spürst du? Was siehst du? Und was dichtet dein Ego vielleicht gerade einfach hinzu? Schaut dich dein Chef wirklich überkritisch während deiner Präsentation an – oder ist das nur deine Interpretation, weil du deinen Fähigkeiten nicht traust? Sei achtsam und versuche, Gedankenschleifen und unproduktive Grübeleien auch als solche zu erkennen. Indem du verstehst, dass deine Gedanken nicht das Gesetz sind, fällt es dir mit der Zeit vielleicht leichter, dich von Selbstzweifeln und Angst zu lösen.

Akzeptiere dafür auch deine negativen Gedanken – sie dürfen da sein. Höre deinem inneren Kritiker zu, lasse ihn in Ruhe zu Wort kommen. Dann kannst du seine Argumente sachlich widerlegen und durch positive Affirmationen ersetzen. Statt „Ich kann einfach nicht vor Leuten sprechen, ich werde die Präsentation garantiert in den Sand setzen“ sage dir: „Ich bin nervös, wenn ich vor Menschen sprechen muss. Das ist in Ordnung und darf so sein. Je mehr ich das übe, desto leichter wird es mir fallen. Ich probiere es einfach und gebe mein Bestes.“


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Selbstzweifel und Ängste überwinden mit Meditation

Achtsamkeit trainierst am besten in der Meditation, etwa in der Vipassana-Meditation, der buddhistischen Einsichtsmeditation. Dabei nimmst du wahr, was in diesem Moment ist. Deine Gedanken dürfen da sein, du lässt dich aber nicht auf sie sein, sondern lässt sie weiterziehen. Es wird vermutlich eine ganze Weile dauern, bis du dieses Loslassen der Gedanken wirklich gemeistert hast – sei einfach geduldig mit dir. Es ist nur eine Frage der Zeit und der Übung – der Buddha hat schließlich auch jahrelang unter dem Bodhi-Baum meditiert, bis er erwacht ist.

Eine weitere Meditation für einen liebevolleren Umgang mit dir selbst ist die Metta-Meditation. Metta bedeutet auf Pali (der zweiten wichtigen altindischen Sprache neben Sanksrit) „liebende Güte“. In der Meditation wünschst du zunächst dir selbst Liebe, Geborgenheit, Sicherheit und Gesundheit ­– und dann abwechselnd Lebewesen, die du magst, denen du neutral gegenüber stehst, und solchen, mit denen der Umgang schwierig für dich ist. Das Kultivieren von liebender Güte in deinem Herzen hilft dir nicht nur dabei, deiner Umwelt gegenüber freundlicher und liebevoller aufzutreten, sondern auch dir selbst. Genau deswegen wünschst du auch zunächst dir persönlich all die schönen Dinge, bevor du dich um andere sorgen kannst.

Mehr Selbstvertrauen: Blockaden im Manipura Chakra lösen

Wenn Selbstzweifel an dir nagen, kann das auch mit einem blockierten Nabelchakra, dem Manipura Chakra, zusammenhängen. Es ist auf körperlicher Ebene unter anderem für die Verdauung und so im übertragenen Sinn für dein „Bauchgefühl“ zuständig. Mental ist es dein wichtigstes Kraftzentrum und steuert dein Selbstbewusstsein und deine Energie. Wenn du eine Blockade im Manipura Chakra hast, wirkt sich das auf dein Selbstwertgefühl aus: Du traust dir wenig zu, denkst schlecht über dich, haderst mit Entscheidungen – oder aber hast Probleme, deine Wut zu zügeln oder leidest unter Kontrollzwang. Indem du dein blockiertes Nabelchakra wieder in die Balance bringst, kannst du dein Selbstvertrauen verbessern. Das kannst du mit Atemübungen (Pranayama) wie der Bhastrika-Atmung, dem Setzen von Uddiyana Bandha tun oder mit beispielsweise Asanas, die Hitze in deiner Körpermitte erzeugen.

Yoga-Übungen gegen Selbstzweifel

1. Navasana, das Boot

Mit dem Boot kannst du Kraft in der Körpermitte aufbauen, um das Manipura Chakra zu stärken und Blockaden dort aufzulösen.

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2. Trikonasana, das Dreieck

Das Dreieck stärkt deine Stabilität und Sicherheit und aktiviert zusätzlich dein Nabelchakra.

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3. Virabhadrasana I, der Krieger I

Der erste Krieger gibt dir Kraft und Aufrichtung – sowohl innerlich als auch äußerlich.

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4. Ustrasana, das Kamel

Diese Rückbeuge stärkt dein Vertrauen ins Unbekannte und öffnet dein Herz.

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5. Utkatasana, der Stuhl

Der Stuhl oder auch die „kraftvolle Haltung“ stärkt die Entschlossenheit und das Durchhaltevermögen.

Yoga gegen Selbstzweifel

  1. Du stehst in Tadasana. Mit der Einatmung hebst du deine Arme gestreckt über den Kopf. Die Handflächen zeigen zueinander.
  2. Mit einer Ausatmung beugst du deine Knie, sodass deine Oberschenkel nahezu parallel zum Boden sind.
  3. Die Beine bleiben parallel zueinander, das Gewicht verlagerst du in deine Fersen.
  4. Der Oberkörper streckt sich in die Länge, und deine Arme bilden die Verlängerung deines Oberkörpers. Achte darauf, dass die Schulterblätter dennoch in Richtung Matte ziehen und das Becken sich leicht nach hinten kippt. So ebnet sich die natürliche Krümmung der Wirbelsäule etwas. Du kannst eine leichte Dehnung im unteren Rücken spüren.
  5. Verweile in dieser Haltung für mindestens fünf tiefe Atemzüge.
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