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Wild in Köln: So war die 13. Yoga Conference!
Bildquelle: Yogaeasy.de

Wild in Köln: So war die 13. Yoga Conference!

Von Kristin Rübesamen

Machen wir uns nichts vor: Eine Veranstaltung mit solcher Strahlkraft jedes Jahr aufs Neue spannend zu machen, ist schwer. Sie unabhängig zu halten, noch schwerer. Denn es hängt kein Lululemon-Banner über dem Hoteleingang und auch keine Adidas-Fahne. Stattdessen gibt es für alle Teilnehmer süße kleine Rucksäckchen, auf die das Motto der diesjährigen Konferenz gedruckt ist: „Wild at Heart“.

Taro nach dem Lunch

Nicole Bongartz traf hochschwanger auf der Pre-Conference am Donnerstag Barbra Noh zum Mittagessen, nur um drei Stunden später an ihren Geschäftspartner Frank Schuler eine SMS zu schicken: „Taro ist da“. Er schrieb zurück: „Wann hast Du das denn gemacht?“

Frank Schuler, der die beliebte Auftaktveranstaltung am Freitagabend wie gewohnt mit sicherer Hand und üblichem Understatement, halb Moby, halb Harvard-Professor, dirigierte und nun auch das Wochenende alleine stemmte, lächelte über das Happy End und sagte: „An diesen Stil versuche ich mich jetzt seit Jahren zu gewöhnen.“

Transatlantische Beziehungen

Die Mischung von amerikanischen Stars ( Dylan Werner, Meghan Currie, Melayne und Cameron Shayne), lokalen Lieblingen und Klassikern wie Patrick Broome, Brian Kest, LuNa Schmidt und Barbra Noh oder Tsakpo Rinpoche fühlt sich wie von leichter Hand zusammengestellt, aber man ahnt die harte Arbeit dahinter. Trump mag es für eine gute Idee halten, die Nato in Frage zu stellen, aber die transatlantischen Yogabeziehungen funktionieren besser denn je.

Denn damit so eine Konferenz funktioniert und sich die Leute nicht nach ein paar Stunden ins Freibad verabschieden, muss eine bestimmte Dringlichkeit entstehen. Die Teilnehmer müssen sich interessieren, wer da auf die Bühne kommt, die Lehrer wiederum müssen ihr Wissen teilen wollen. Erst wenn diese Dringlichkeit da ist, gewinnt eine Konferenz an Dichte und Bedeutung. Damit eine Konferenz aber nicht nur inhaltlich gut ist, sondern beginnt, zu schwingen, muss die Dringlichkeit eingebettet sein in Leichtigkeit, muss ein leichter Sog entstehen, in dem sich alte Wahrheiten mit neuen Erkenntnissen verbinden, in dem Worte in Musik aufgelöst werden, oder wie mir eine der vielen großartigen Teilnehmerinnen, Steffi aus Würzburg, verriet: „dieses..stiram sukham asanam..Ding“.

Mehr als zusammen schwitzen

Ohne dieses Ding wären es einfach Hunderte von Menschen in bunten Leggings, die in einem Konferenzraum die Hände vor der Brust zusammenlegen. Doch es muss eine tiefere Sehnsucht geben als zusammen zu schwitzen. Jeder wird das für sich selbst beantworten können am Ende dieses Wochenendes.

Nachhaltig Rote Grütze essen

Und dann war es einfach nur nett: Patrick Broome und Marcell Laudahn aßen am VIP-Katzentisch vor dem Hotel nachhaltig Rote Grütze, Ranja Weiss trug ihre entzückende Tochter in den Schatten, eine kleine chinesische Yoga-Delegation behandelte spontan auf dem Gehsteig gegenüber und löste Blockaden, in der Lobby lachten sich Brian und Amy Heger kaputt, und immer fielen sich die Menschen um den Hals. Mike Erler mit toller Frau und Hund kamen vorbei, Sonja Bach und Ava Gardner liefen ein und kann es sein, dass Judith Hennemann viel Weisheit besitzt? Einige (wie ich) sind tatsächlich seit 13 Jahren dabei.

No silence till Köln-Bonn

Brian Kest, der angeblich in Los Angeles lebt, in Wahrheit aber sicher längst auf einer kleinen Insel, wo er unter einer staubigen Bananenpalme die Ameisen zum Lachen bringt, trägt die Haare neuerdings länger, sonst allerdings blieb er seinem Konzept treu: „Yoga is easy, but the silence. The fucking silence.“ No silence till Flughafen Köln-Bonn oder doch? Denn trotz des ständigen Sounds, der Klimaanlage, der Musik war es im Inneren der Konferenz, wenn man an ihr Herz gelangt, ruhig und friedlich.

Am selben Wochenende gab ein paar Straßen weiter Heidi Klum 12-14jährigen Mädchen Autogramme. Man vergisst so leicht, dass auch das die Welt ist, in der wir leben: Eine Welt, in der Frauen anderen Frauen das Leben zur Hölle machen. Umso schöner, dass unter den Yoginis, von ganz jungen Mädchen bis deutlich älteren Frauen, nicht durchgehend, aber überwiegend eine ganz andere Atmosphäre zu spüren war. Wichtig ist nicht, wie Du aussiehst, sondern wie Du dich fühlst.

Noch ein paar Straßen weiter trafen wir nachts an einer Ecke zwei angegraute Hipster auf dem Fahrrad, von denen der eine aufgemuntert werden musste. Der Andere sagte: „Alles klar, Du willst unter Leute, dann machen wir das.“ – Der Traurige antwortete: „Ich will nicht unter Leute, ich will unter Freunde.“

Well done

Nicole, Frank und alle Couchies: Well done! Was Davos für die Elite der westlichen Welt ist, ist die Kölner Yoga Conference für die deutsche Yogaszene. Quatsch, es ist viel besser. Denn obwohl es auch ein großes Klassentreffen ist, eine Bühne von Gurus aus der ganzen Welt und ein Marktplatz neuer Ideen ist es vor allem eins: Ein Zusammenkommen von Leuten, die die gleiche Leidenschaft teilen, salopp und auf Sanskrit gesagt: ein großartiger Satsang in sengender Hitze.

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