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Wie du mit der Yoga-Lehre Erfüllung im Job findest
Bild Brooke Cagle on Unsplash

Wie du mit der Yoga-Lehre Erfüllung im Job findest

Von Merle Blankenfeld

Egal, wie sehr wir die Yoga-Philosophie verinnerlicht haben und wie konsequent wir unsere Praxis auf und außerhalb der Matte umsetzen – im Job kommen viele Yogis an ihre Grenzen. Die Themen Wertschätzung auf persönlicher und fachlicher Ebene und Definition des Selbstwerts durch Statussymbole in unserer Gesellschaft können das Ego herausfordern. Das macht es uns häufig schwer zu definieren, ob es wirklich unser höheres Selbst ist, das für seinen Wert einsteht – oder einfach das Ego, das sich vor Kontrollverlust fürchtet. Hier kann uns die Yoga-Philosophie helfen, solche Situationen aus einem neuen Blickwinkel zu sehen.

Jetzt wirst du vielleicht sagen: Die hat ja leicht reden, die arbeitet schließlich bei YogaEasy. Und natürlich bin ich sehr dankbar, bei einem so tollen Unternehmen mit einem noch tolleren Team zu arbeiten. Aber auch hier gibt es – wie vermutlich überall – Tage, Menschen und Themen, die mich herausfordern. Und in diesen schwierigen Situationen muss ich mich immer wieder daran erinnern, die yogischen Prinzipien, über die ich tagtäglich schreibe und rede, auch tatsächlich anzuwenden. Das ist nicht immer leicht, aber es hilft. Und ich bin überzeugt davon, dass man es mit dieser Einstellung auch schaffen kann, in einem ganz anderen Arbeitsumfeld Sinn zu finden.

Wie viel Sinn müssen wir in der Arbeit finden?

Sinn definiert schließlich jeder von uns anders. Der eine findet Sinnhaftigkeit in finanzieller Fülle – sei es für ihn selbst, für seine Familie oder um karitative Zwecke zu unterstützen. Anderen ist der monetäre Aspekt nicht so wichtig, und sie möchten lieber aktiv etwas für die Umwelt, notleidende Tiere oder Menschen tun. Wieder andere wollen selbst etwas erschaffen, was die Welt ein kleines Stückchen besser macht. Das kann Kunst, ein kluges Buch oder ein smartes Produkt sein. Du solltest du dir also grundsätzlich darüber im Klaren sein, wie du Sinn in der Arbeit definierst. Wenn du im Job gegen deine ethischen Vorstellungen verstoßen musst, überlege dir, wie du langfristig deine Talente und dein Know-how sinnstiftender einsetzen kannst.


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Aber bevor du jetzt spontan deine Kündigung schreibst und dir einen Flug (oder eine Zugfahrt) in einen Ashram buchst, obwohl du noch nicht genau weißt, was du wirklich willst: Du musst nicht für jedes Problem im Leben sofort eine Lösung haben. Es gibt immer wieder Übergangsphasen, in denen du zwar weißt, dass das Alte nicht mehr funktioniert, aber noch keine perfekte Alternative parat hast – oder du einfach noch nicht bereit dafür bist. Das darf sein. Genieße und zelebriere diese Übergangsphasen und arbeite an deiner Sicht auf die Situation.

„We are always in transition. If you can just relax with that, you’ll have no problem.” 

Chögyam Trungpa

Auf Deutsch etwa: „Wir befinden uns immer im Übergang von einem zum anderen. Wenn du dich einfach hineinentspannen kannst, wirst du kein Problem haben.”

Und: Das Privileg, sich seine Arbeit frei von wirtschaftlichen, lokalen oder familiären Notwendigkeiten auszusuchen, hat natürlich nicht jeder Mensch in gleichem Maße. Für viele Menschen stellt sich die Frage gar nicht, ob und worin sie einen Sinn im Job sehen könnten – sie müssen einfach von ihrem Gehalt leben und ihre Familie versorgen können.

Erledige jede Aufgabe mit Hingabe & Achtsamkeit

Es geht nicht (nur) darum, was wir tun, sondern wie wir es tun. Die Einstellung zu deiner Arbeit macht einen großen Unterschied. Sieh deinen Beruf und alle Herausforderungen, die er mitbringt, als deine tägliche Praxis an. Wenn es einen Aspekt an deinem Job gibt, der dir nicht gefällt, versuche die Situation liebevoll anzunehmen – zumindest wenn oder solange du ihn noch nicht ändern kannst. Das ist erst mal unabhängig davon, was genau an deiner Arbeit schwierig ist. Wenn du dich mit deinem Arbeitgeber zwar identifizieren kannst, aber deine Tätigkeit nicht deinen Vorstellungen entspricht, versuche den Sinn und deine Erfüllung darin zu sehen, dass du ein schönes Produkt oder eine wertvolle Sache mit deiner Arbeit unterstützt. Liegt das Problem eher darin, dass du nicht hinter den Werten des Unternehmens stehst (und du das kurz- oder mittelfristig nicht ändern kannst), versuche dir bewusst positive Aspekte deiner Tätigkeit vor Augen zu führen: Vielleicht bist du eine engagierte Kollegin oder ein engagierter Kollege, die beziehungsweise der im Team eine unterstützende Rolle einnimmt? Oder du trägst mit deinen Wertvorstellungen und deiner Menschlichkeit dazu bei, dass sich das Unternehmen in eine positive Richtung entwickelt – wenn auch nur in Mini-Schritten.

In der Bhagavad Gita, einer der wichtigsten Schriften im Yoga, lehrt Krishna den Prinzen Arjuna, wie er sein Leben als Krieger nach den Prinzipien der Yoga-Philosophie gestalten kann. Im Kern steht Karma Yoga, das Yoga der Handlung. Eine Kernaussage der Geschichte ist, dass wir uns nicht auf das Ergebnis fokussieren sollten, sondern auf die Arbeit selbst. Krishna formuliert es sogar noch deutlicher: Wir haben kein Anrecht auf die Früchte unserer Arbeit, sondern nur auf die Arbeit selbst. Einfach gesagt: Gib dein Bestes bei jeder noch so kleinen Tätigkeit – unabhängig davon, was dabei herauskommst.

Auf der Yogamatte praktizieren wir Achtsamkeit im höchsten Maße. Vielen von uns fällt es aber schwer, dieses Im-Moment-Sein auch in anderen Situationen zu bewahren. Erinnere dich regelmäßig daran – sei es beim Putzen, beim Autofahren oder eben im Job. Versuche, jede Aufgabe mit Hingabe zu erledigen, und zwar immer nur genau die Aufgabe, die gerade vor dir liegt. Das fällt dir schwer, weil deine aktuelle Tätigkeit dich nicht so fordert oder fördert, wie du es dir wünschst? Sieh dich und deine Arbeit als Teil von etwas Größerem – auch wenn du gerade den Meeting-Raum eindeckst und Kaffee kochst. Du trägst zum Ziel der Gemeinschaft und des Unternehmens bei. Dein Beitrag ist genauso wertvoll wie die des Kundenberaters, der den Millionendeal eintütet. Wenn du deine Arbeit als Teil des Ganzen siehst und sie mit Hingabe erledigst, wird deine Arbeit zu Yoga – zu Verbindung.

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