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Wie du gesunde Routinen dauerhaft umsetzen kannst
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Wie du gesunde Routinen dauerhaft umsetzen kannst

Von Dr. Janna Scharfenberg

Wir alle wünschen uns einen gesunden Lebensstil, viel Energie für den Alltag und ein erfülltes Leben. Häufig wissen wir auch theoretisch ganz genau, wie wir unsere Gesundheit verbessern können und was wir dafür tun müssen. Dieses Wissen in die Tat umzusetzen und dann auch wirklich dranzubleiben, fällt uns dagegen ziemlich schwer. Noch kniffliger wird es, wenn uns größere (Lebens-)Veränderungen einholen, wie der Umzug in eine neue Stadt, ein Berufswechsel, die Geburt eines Kindes oder einschneidende persönliche Lebensereignisse.

Im Folgenden erkläre ich dir, warum es ganz normal ist, wenn du dich mit dem Etablieren von gesunden Routinen schwer tust – und wie du sie trotzdem meistern und beibehalten kannst. 

Warum ist Veränderung eigentlich so schwer für uns?

Unser Gehirn ist ein überaus komplexes Organ und die zentrale Schaltstelle für alle Gedanken, Nervenimpulse und Kommunikation mit der Innenwelt (deinem eigenen Körper) und der Außenwelt (deiner Umwelt). Es ist kontinuierlich damit beschäftigt, Signale zu empfangen und auszusenden. Vieles davon nehmen wir gar nicht bewusst wahr, da wir sonst schlicht mit dem stetigen Informationsfluss überfordert wären. Das Gehirn strebt vor allem nach einem: uns im Gleichgewicht und in Sicherheit zu halten. Daher sind die meisten Handlungen und Gedanken, die wir stets wiederholen, etwas, was unser Gehirn als „normal” anerkennt und so erfahrungsgemäß als „sicher” einschätzt – wir nennen das auch „Komfortzone”.


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Veränderung fühlt sich häufig nicht „gut” an

Jede Veränderung dieses immer wiederkehrenden Ablaufs nimmt das Gehirn erst einmal als Warnsignal wahr, denn es ist etwas Neues, und unser Bewusstsein kann so erst einmal noch gar nicht einschätzen, ob es nun gut und sicher oder schlecht und gefährlich ist.

Du nimmst das nicht unbedingt als bewussten Gedanken wahr, sondern eher als Gefühl. Denn das Gehirn kommuniziert stets mit dem Körper über Nervensignale und Hormone, die wir im Körper als Gefühl wahrnehmen. Machst du nun etwas komplett Neues, sendet das Gehirn das zunächst als warnendes Gefühl in den Körper. Das fühlst du dann häufig als unangenehm – und entscheidest dann vielleicht, dass es doch keine gute Idee war, etwas zu ändern.

Ein konkretes Beispiel: Ich nehme mir vor, keinen Zucker mehr zu essen. Bald meldet sich der Körper mit Nervosität, Ungeduld und einem flauen Gefühl. Das Gehirn sagt also: „Achtung, es ist etwas anders!” Wir spüren dies und interpretieren: „Oh, das tut mir gar nicht gut, ich lass es lieber!” Das gilt nicht nur für Ernährung, sondern kann grundsätzlich bei jeder Veränderung der Fall sein, egal ob der Beginn einer regelmäßigen Yogapraxis, frühem Aufstehen oder Meditation. Ob und wie wir das wahrnehmen, ist natürlich individuell ganz unterschiedlich.

Sobald du anerkennst und realisierst, dass dein Gehirn lediglich versucht dich zu schützen, wird es leichter zu akzeptieren, dass jede gesunde Routine, die wir von null auf hundert in unser Leben integrieren wollen, sich erst einmal nicht unbedingt gut anfühlen muss. Und irgendwann werden Körper, Geist und Seele verstehen, dass von dieser Erneuerung keine Gefahr ausgeht und sie uns eigentlich zuträglich ist. Eine Veränderung ist also per se nicht bequem und einfach, sondern stellt neurobiologisch im Regelfall eine große Herausforderung dar.

Wie schaffe ich es trotzdem meine Gewohnheiten zu ändern?

Natürlich ist es trotzdem möglich, dein Leben zum Positiven zu verändern und so mehr Gesundheit, Energie und Erfüllung zu erfahren. Denn sobald eine Handlung als fest etablierte Routine im neurologischen System abgespeichert wird, ist es tatsächlich einfach sie regelmäßig durchzuführen. Denn dann ist sie sozusagen fest auf unserer „Festplatte” programmiert und läuft fast schon automatisch ab. Wir vermissen sie sogar, wenn wir sie aus irgendeinem Grund mal nicht umsetzen. Das beste Beispiel dafür ist das tägliche Zähneputzen. Diese Tätigkeit hat sich so in uns eingebrannt, dass wir gar nicht mehr darüber nachdenken oder innerlich debattieren, ob wir nun die Zahnbürste in die Hand nehmen sollen oder nicht.

4 Tipps, wie du deine Gewohnheiten leichter ändern kannst


1. Plane nur eine Veränderung

Wir neigen dazu, alles auf einmal verändern zu wollen und überfordern unser Gehirn damit komplett. Daher ist es wichtig, dass du dir nur einen Bereich aussuchst und dabei mit einer Kleinigkeit startest, die dir leicht fällt. Du möchtest beispielsweise endlich gesünder essen? Wunderbar, dann beginne doch damit, täglich mehr warmes Wasser zu trinken oder bewusst in jede Mahlzeit Obst oder Gemüse zu integrieren. Und wenn dir das in Fleisch und Blut übergangen ist, kannst du die nächste Veränderung herbeiführen und beispielsweise darauf achten, weniger Zucker zu essen.

2. Geh den einfachen Weg

Welche Veränderung fällt dir am leichtesten? Was machst du vielleicht täglich und kannst ganz leicht darauf verzichten? Fang damit an, denn diese ungesunde Gewohnheit wird dein Gehirn auch ohne große Probleme gehen lassen können.

3. Überliste dein Gehirn

Gib dir selbst keine Zeit darüber nachzudenken, ob du nun morgens endlich den Tag mit einer Runde Yoga beginnst oder nicht. Denn wenn du deinem Gehirn Raum lässt, darüber nachzudenken, ob etwas gut oder schlecht ist, wird es dich immer dazu überreden, doch noch mal auf den Snooze-Button zu drücken und weiterzudösen. Bereite also am Abend alles vor (rolle die Yogamatte schon aus), lege denen Wecker so weit weg von dir, dass du aufstehen musst, um ihn auszuschalten, und geh dann sofort auf deine Yogamatte und leg los.

4. Sei stolz auf dich!

Jeder Anfang ist unglaublich schwer, und wir sind häufig viel zu hart mit uns selbst. Das führt dazu, dass wir, sobald wir einmal „versagen”, alles in Frage stellen und sofort in unsere alte sichere Komforzone zurückkehren. Damit kreierst du einen „Gewohnheits-Jojo-Effekt”. Sei also nicht zu hart zu dir, wenn du mal deine neue Routine nicht durchgeführt hast und beginne einfach am nächsten Tag wieder von Neuem. Nichts ist schwerer als das ständige Ping-Pong zwischen „Ich ändere gar nichts” und „Ich möchte alles auf einmal verändern”!

Wie kann dich der Ayurveda unterstützen?

Ayurveda ist eine wunderbare Lebensphilosophie, die dich dabei unterstützt, ganz individuell und typgerecht dein Leben so zu gestalten, wie es für dich am besten passt. Denn wir sind alle unterschiedlich und haben daher auch ganz verschiedene Bedürfnisse. Daher gibt es keine einzige gesunde Routine, die für alle von uns passend ist. Die einen meditieren gern in Stille auf dem Mediationskissen, die anderen sind lieber in der Natur eine Runde laufen und erfahren dies als Mediation. Das gleiche gilt für die Ernährung: Jeder braucht gemäß seiner ureigenen Konstitution etwas anderes. Wenn du mehr wissen willst, mach doch mein Ayurveda-Programm hier bei YogaEasy oder kauf mein Buch „Ayurveda for life”.

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