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City Yoga vs. Yoga auf dem Land: Was ist besser?
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City Yoga vs. Yoga auf dem Land: Was ist besser?

Von Birgit Feliz Carrasco

„Auf einem ebenen, sauberen, von Kiesel, Feuer und Sand freien Platze, der durch liebliche Laute und Teiche den Geist einlädt, das Auge aber nicht ablenkt; an einer Höhlen reichen, dem Winde nicht ausgesetzten Stelle – soll man sich dem Yoga hingeben.“

Svetãsvatara-Upanishad

Zu den Entstehungszeiten der Upanishaden (einer Sammlung philosophischer Schriften, die in Indien in einem Zeitraum von etwa 700 bis 200 vor Christus geschrieben wurden) gab es in Indien kaum größere Städte oder Ballungszentren. Die Menschen lebten verstreut oder in kleinen dörflichen Gemeinschaften, in der Nähe von Gewässern, fruchtbaren Böden und Wäldern. Und dennoch wurde bereits damals die Praxis von Yoga in natürlicher, ruhiger Umgebung empfohlen. Warum?

Zum einen, damit nichts von der Yoga-Praxis ablenkt. Denn damals wie heute geht es beim Yoga um Bewusstseinserweiterung, Öffnung hin zum Zustand des Samadhi, der Erleuchtung (die in allen alten Sanskrit-Schriften als Ziel des Yoga genannt wird). Zweifelsohne ist es wahrscheinlicher, unter einem Baum sitzend, in den Zustand des Erwachens einzutreten (wie es von Buddha überliefert ist) als auf einer überfüllten, lauten Shopping-Straße. Vielleicht aber auch, weil die harmonische Schönheit der Natur den Geist beruhigt und das Herz öffnet – und damit den Blick für das wirklich Wichtige.

Da stellt sich die Frage: Ist es überhaupt möglich, erleuchtende Momente in einem großstädtischen Kontext zu erfahren? Nun ja, es ist jedenfalls nicht unmöglich. Sondern eine Frage des Strebens, der inneren Glut, die dich antreibt, das Sein in der Ganzheitlichkeit zu begreifen.

City vs. Countryside: Der Yoga-Vergleich

Die folgende Einschätzung basiert auf meinen persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen und erkundet die Vor- und Nachteile der kleinen Yoga-Angebote auf dem Land im Vergleich mit dem großen Yoga-Markt in den Städten.


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1. Yoga in the City: Großes Angebot, hohe Preise, viel Konkurrenz

In größeren Städten gibt es Yogastudios in fast jedem Viertel, von klein bis groß. In Metropolen wie Berlin, Hamburg oder München sind sogar Hunderte von Studios gemeldet. Entsprechend viele Yogalehrende sind hier aktiv – mit ganz unterschiedlichen Ausbildungen und ebenso unterschiedlichen Angeboten und Botschaften.

In der (Groß-)Stadt findest du also eine exzellente Auswahl an Yogastilen, nationalen wie internationalen Yoga-Events und jede Art von Yogazentrum, von fitnesslastig bis Ashram-Style. Yoga-Gurus und Yoga-Stars und -Sternchen wirst du dementsprechend vor allem dort finden.

Yoga ist ganz klar (und nachvollziehbar) besonders in Großstädten ein Business, das erfolgreich wirtschaften muss. Alleine schon wegen der deutlich höheren Raummiete sowie den meist ebenso höheren allgemeinen Kosten in der Großstadt. Das bedeutet höhere Preise pro Yogastunde für dich. Für Einzelstunden sind mittlerweile 18 Euro keine Seltenheit, und wer an einer angesagten Yoga Conference teilnehmen möchte, wird oft Hunderte von Euros los.

Bei so viel Angebot stehen die Yoga-Anbieter in Städten nicht selten in Konkurrenz zueinander. Vielleicht suggeriert deshalb manch einer, dass nur der eigene Yogaweg der richtige ist. Leider zeigt sich vor allem in der Großstadt-Yogaszene, dass es auch im Yoga Neid und Narzissmus gibt – wo Yoga doch so wunderbare Methoden zur Befreiung von Egoismus und Neid bietet.

So viel zum Angebot in der Stadt. Und wie sieht der typische „Urban Yogi” aus?

Städter haben häufig einen durchgetakteten Tagesplan, in dem unter vielem anderen auch Yoga vorkommt. Yoga ist hip, und jeder möchte dabei sein, ob als Sport nach der Arbeit zum Auspowern oder zum Runterkommen nach einem harten Tag und zum Entspannen, nachdem man es gerade noch pünktlich ins Yogastudio geschafft hat. Die Energiefelder sind nun mal vor allem in Großstädten erfüllt von vielen Menschen, mit einer Kakophonie an Gedanken und Gefühlen, eingebettet in einen Lebensstil aus Leistung und Konsum. Die Folge: Stadt-Spirit trifft auf Yoga – und Yoga gleicht den Stadt-Spirit ein bisschen aus... Gut so!

Hier eine erdende Yoga-Sequenz für das Muladhara Chakra von Nicole Bongartz (in wunderschöner Natur auf der griechischen Insel Korfu gedreht) – perfekt für alle gehetzten Großstädter:

Muladhara-Chakra-YogaklasseYogaEasy-Video abspielen

2. Yoga in the Countryside: Wenig Angebot, dankbare Schüler, entspannte Stimmung

Körper und Geist sind heutzutage in der Stadt wie auf dem Land mit viel Organisation und Kommunikation beladen. Auf dem Land scheint diese Überladung aber schneller wieder abzufließen. Offenkundig ist der Spirit auf dem Land generell entspannter. Landbewohner haben mehr Zeit und Muße. Warum ist das so? Arbeiten Leute auf dem Land weniger? Relaxt die grüne Umgebung und saubere Luft an sich schon? Oder ist es die generell geringere Zahl an Reizen, die auf Landbewohner einströmt – und vielleicht der fehlende Verkehrs- und Baulärm?

Trotz dieser Grundentspannung ist Yoga auf dem Land sehr gefragt und beliebt und wird meiner Erfahrung nach sogar dankbarer als in der Stadt angenommen und praktiziert. An der Zahl gibt es auf dem Land weniger Yogastudios. Die Übenden nehmen durchaus den Weg in das nächste Städtchen oder Dorf auf sich, um Yogakurse zu besuchen. Yogamode spielt meist gar keine Rolle, aber das gemeinschaftliche Erlebnis miteinander sehr wohl. Man kennt sich oder meldet sich in kleinen Freundesgruppen gemeinsam zum Kurs an, um Yoga zusammen zu genießen.

Die Gruppengrößen der Kurse sind in der Regel ohnehin kleiner als in Stadt-Studios, der ökonomische Druck für Yogalehrer weniger groß – und damit auch die Preise. Die ländlichen Yogalehrenden sind nicht selten ältere Jahrgänge, die offenherziger akzeptiert und aufgrund ihrer Lebenserfahrung geschätzt werden.

Die Kursteilnehmer kommen weniger gehetzt zum Yoga und lassen den Alltag leichter an sich abperlen. Arbeit ist Arbeit, Freizeit ist Freizeit. Das macht die Dienstleistung der Yogalehrenden wiederum einfacher, weil die Yoginis und Yogis schneller bei sich angekommen. Ab dem ersten Ton einer Klangschale oder eines OM ist der Alltag vergessen und die Tiefenwirkung des Yoga beginnt.

Für alle entspannten Landbewohner hier eine kraftvolle Yoga-Sequenz für den Morgen mit Wanda Badwal (natürlich schön urban in einer alten Industriehalle gedreht):

Yoga Video Charge-up Yoga: Ein Wachmacher am MorgenYogaEasy-Video abspielen

Yoga wirkt – überall

Yoga auf dem Land scheint mir persönlich irgendwie pragmatischer, profunder und mehr nach innen gerichtet. Es liegt wahrscheinlich an der Umgebung, die nicht so ablenkend ist – ganz so, wie es in der Svetãsvatara-Upanishad empfohlen wird.

Nach 30 Jahren in München bin ich vor Kurzem zurück aufs Land gezogen, in meine ursprüngliche Heimat. Dort wie hier unterrichte ich Yoga und habe über die Jahrzehnte viele Yogaschüler und Yogalehrende kennengelernt. Auch wenn ich persönlich nicht mehr in die Stadt zurückwollte, weiß ich doch tief in meinem Herzen: Gleich wo – wir alle bewirken mit der Praxis von Yoga Veränderungen. Yoga schenkt Licht und Liebe, in der Stadt und auf dem Land. In uns selbst und auch im Umfeld – durch wachsende Achtsamkeit, neue Werte und mit einem veränderten Lebensstil, den Yoga in uns bewirkt.

Möge jede Seele ihren idyllischen Platz und den zu ihr passenden, liebevollen Yogalehrenden finden!

Love and light
Birgit Feliz Carrasco

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