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Unsere Yogalehrer: Annika Isterling packt aus
Bilder Felix Matthies

Unsere Yogalehrer: Annika Isterling packt aus

Von Katharina Goßmann und Kristin Rübesamen

Mit Yoga lernen wir, unsere Eigenheiten weniger wichtig zu nehmen als das, was uns verbindet. Mit Yoga lernen wir auch Eigenschaften, die wir an uns nicht mögen, einzuhegen, sodass sie uns weniger quälen. Wenn das gelingt, fühlen wir uns besser in unserer Haut, stärker in uns selbst verankert und gleichzeitig tiefer eingebettet in der Welt, verbunden mit allem, was lebt.

Nirwana und McKinsey

Wie aber ticken die Yogalehrer, die uns das alles beibringen? Sind sie perfekt, schweben im Nirwana, brauchen keine Kaffepause und keinen Trost, kennen weder Wutanfälle noch Rivalität? Wenn ich an meine Kolleginnen und Kollegen denke, geht mir das Herz auf. Sie sind großzügiger und verschwenderischer mit ihrem Wissen und ihrer Energie, als es ihre Schüler jemals ahnen können. Jeder Yogalehrer gibt so viel, dass es McKinsey schwindlig werden würde. Eine Yogastunde sollte 2.980 Euro kosten. Aber gut.

So viel zu den Gemeinsamkeiten, aber was macht jede Lehrerin, jeden Lehrer einzigartig? Was macht ihren Charakter aus, ihre Identität? Genau das wollen wir in unserer neuen Interview-Serie erforschen. Wir werden in Zukunft jeden Monat einem unserer Lehrer zehn Fragen stellen – einige befassen sich mit dem Yogalehrer-Dasein, andere sind ganz schön philosophisch, und unterhaltsam dürfte es auch mal werden. Ehrlich gesagt sind wir auch selbst ein bisschen neugierig auf die Antworten unserer LehrerInnen... 


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Annika Isterling – der Archetyp der modernen Frau 

Unsere Yogalehrer: Annika Isterling packt ausDen Auftakt macht Annika Isterling. Annika ist der Archetyp der modernen Frau (falls sich das nicht in sich total widerspricht): Als Model reiste sie jahrelang durch die Welt, lebte in Paris, New York und Barcelona, wo sie Yoga entdeckte. Sie reist nach Indien, machte eine Yogalehrer-Ausbildung in Frankreich, stolperte in Deutschland über Anusara Yoga. Nach einer Anusara-Ausbildung bei Lalla und Vilas Turske in Berlin entwickelte sie peu à peu ihren eigenen Stil – präzise, freudvoll, intensiv und mit einer Vorliebe für Core-Übungen.

Mittlerweile lebt Annika mit ihrer Familie in Hamburg, unterrichtet Yoga im Studio, in Privatstunden, in Workshops, auf Retreats und natürlich bei YogaEasy. Ach, und hin und weder schreibt sie ein Buch.

 

10 Fragen an Annika Isterling

1. Auf einer Skala zwischen 1 und 10: Wie glücklich bist du jetzt gerade?

Annika Isterling: 8.5 – sehr glücklich. Ich bin ein Optimist und versuche mich immer in einen gute Laune-Modus zu bringen, auch wenn es mal nicht so rund läuft. Ich wache jeden Morgen mit Energie und spritziger Laune auf – sehr zur Irritation meiner Mitmenschen. Ich glaube, genau das macht mir dann noch mehr Spaß... Ich versuche mir aber auch immer die Dinge bewusst zu machen, die gerade richtig gut laufen, statt mich an den negativen Dingen aufzuhalten.

Mein neues Buch „Wohlsein - Yoga Retreats für zu Hause” ist gerade erschienen, und das ist natürlich super aufregend, weil ich zwei Jahre daran gearbeitet habe. Mein aktuelles Mentorship-Programm für Yogalehrer ist so gut angelaufen, dass ich selbst überrascht war und mehr in die Richtung machen möchte. Und dann freue ich mich auch immer über das tolle Feedback der YogaEasy-Nutzer! Ich bin einfach dankbar für die Möglichkeit, das zu tun, was ich liebe und daran zu wachsen.

2. Wie war dein erster Kontakt mit Yoga?

Es hat tatsächlich ein paar Anläufe gebraucht, bis sich meine Liebe zum Yoga entwickelt hat. Der Hund und ich wurden lange Zeit keine Freunde. Dafür ist es jetzt eine sehr innige und beständige Beziehung, die wohl auch ein Leben halten wird.

3. Wie ehrgeizig bist du? Leidest du unter den Ansprüchen, die du dir selbst stellst?

Irgendwann hab ich gelernt, dass ich nicht Perfektionist sein kann, wenn ich kreativ sein will. Ich habe mich fürs Kreative entschieden. Und mit zunehmenden Alter finde ich es auch so gar nicht schlimm, mal nur 80 Prozent zu geben und den Rest sich entwickeln zu lassen. Ich bin ein absoluter Herzmensch, und wenn mich eine Aufgabe oder ein Angebot begeistert, dann sage ich direkt zu. Manchmal sind es dann allerdings so viele Sachen auf einmal in meinem Leben, dass ich gar nicht alles super korrekt und mit Ehrgeiz abliefern kann. Ich glaube an den Fluss der Dinge, an Biegsamkeit und Lebendigkeit. Ehrgeiz hat etwas sehr Starres für mich. Ich lache auch einfach wahnsinnig gerne und nehme mich nicht immer so ernst – das hilft.

4. Warum hast du dich entschieden, Yoga auch zu unterrichten? Was ist das Besondere an deinem Unterricht?

Eigentlich wollte ich nach der ersten Yogalehrer-Ausbildung gar nicht unterrichten. Irgendwann ist die Begeisterung aber so aus mir rausgesprudelt, dass ich anfing Freunde zu unterrichten – und nun bin ich da, wo ich gerade bin. Ich glaube, es ist Berufung. Ich liebe es zu unterrichten, meine Themen mit ganzem Herzen zu teilen. Das Besondere an meinem Unterricht ist, dass ich meine Schüler auf allen Ebenen – physisch, mental, emotional, spirituell – mitnehme. Klarheit, Authentizität, Humor und Leichtigkeit sind mir wichtig.

5. Welchen irdischen Besitz schätzt du am meisten?

Meinen Lippenstift...

6. Was bedeutet das erste Sutra aus Patanjalis Yoga Sutra, Atha Yoga-anushasanam, für dich?

Für mich geht es hier darum, „jetzt“ mit Yoga anzufangen. Nicht morgen und auch nicht nur in meinen Gedanken. Yoga ist nichts Hypothetisches, sondern etwas, das ich jetzt tun muss. Ich kann mir zum Beispiel auch nicht vornehmen, in 15 Jahren glücklich zu sein. Glück kann nur jetzt, in diesem Augenblick, entstehen. Doch dafür muss ich mir der Bedeutung des Moments bewusst werden. Und darum geht es in dem Sutra für mich: Achtsamkeit dem Moment gegenüber.

7. Was hat Yoga mit Liebe zu tun (und warum sind Beziehungen manchmal so schwierig)?

Unsere Yogalehrer: Annika Isterling packt ausYoga ist für mich Verbindung. Mein Sankalpa lautet schließlich auch: #itsallaboutconnection. Wenn ich in der Verbindung mit meinem Körper bin, wenn ich bewusst im Moment bin, dann kann der Atem freier fließen und meine Gedanken und Emotionen werden für mich zugänglicher. Die Verbindung zu all meinen Aspekten ist tiefer und dadurch kann ich die Verbindung zu den Menschen in meiner Umgebung und zum Leben an sich vertiefen.

Die Liebe ist immer etwas Schönes. Ich finde wichtig zu verstehen, dass Liebe immer in uns stattfindet und nicht gekoppelt ist an eine externe Person oder Gegenstand. Wir können lieben, wenn wir erlauben, dass ein solches Gefühl uns einnimmt und wir uns diesem Gefühl öffnen. Manchmal werden wir enttäuscht, und dann wollen wir nicht mehr lieben. Dabei ist ja nicht die Liebe schuld, sondern nur die spezielle Erfahrung schlecht. Liebe ist immer etwas Schönes, Herzöffnendes, Berührendes. Im Yoga kann ich lernen, mich immer wieder zu öffnen und verletzlich zu machen für die Schönheit des Lebens und das Unbekannte. Nur so lebe ich zu 100 Prozent.

In Beziehungen ist es wichtig, die Liebe zu sich selbst nicht zu verlieren. Das Herz ist der Ort der Mitte und des Gleichgewichts, es sehnt sich nach Ausgleich. Ich muss mich selbst voll machen, um vollwertig geben zu können. Mich selbst und meine Bedürfnisse nicht verlieren im Miteinander, aber auch den Partner nicht außer Acht lassen mit seinen Bedürfnissen. 

8. Wann bist du zuletzt vom Yogaweg abgekommen?

Mmmhh... eigentlich nie. Manchmal verliere ich die Inspiration für meinen Unterricht – dann weiß ich, dass ich nicht genug für mich praktiziere, sondern nur noch von mir gebe. Dann gehe ich wieder mehr auf die Matte und bin Schüler und sofort bin ich wieder auf meinem Weg.

9. Welche Tugend würdest du am liebsten besitzen?

Unsere Yogalehrer: Annika Isterling packt aus

Langsamkeit...

10. Was kann Yoga – und was kann Yoga nicht?

Yoga ist für mich nichts Externes. Yoga ist das, was ich daraus mache und zulasse. Wie viel bin ich bereit, von mir selbst anzuschauen? Wie viel kann ich loslassen und „nicht-wissen“? Was bin ich bereit zu entdecken, und wo lasse ich mich auf Veränderungen ein? Was Yoga kann oder nicht kann, ist also eine ganz persönliche Sache. Für mich war es lebensverändernd – und ich bin froh, mich immer wieder neu darauf einzulassen und zu entdecken.

Mehr über Annika erfährst du auf ihrer Website.

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