Du verwendest einen veralteteten Browser (Other 0.0) mit Sicherheitsschwachstellen und kannst nicht alle Funktionen dieser Webseite nutzen. Hier erfährst du, wie einfach du deinen Browser aktualisieren kannst.
Trust your instincts: Entspannt Mutter sein
Julie Johnson on Unsplash

Trust your instincts: Entspannt Mutter sein

Von Katharina Goßmann

Es gibt keine Sache, die der Natur so wichtig ist wie der Fortbestand der Art. So wie dein Körper genau wusste, wie er das kleine Wesen in deinem Bauch wachsen lassen muss, so weißt du jetzt, was dein Baby braucht, um sich gut zu entwickeln. Mutterinstinkt nennt sich das. Diese angeborene Fähigkeit, die Bedürfnisse deines Kindes hochsensibel wahrzunehmen, hat vermutlich mit Hormonen zu tun – da müsste man einen Biologen fragen. Das einzige, was du zu dem Thema aber wissen musst, ist: Wenn du in dich hineinhörst, wirst du genau wissen, was zu tun ist. 

Was dein Baby wirklich braucht

Wenn man den riesigen Markt der Babybücher- und -produkte beobachtet, könnte man meinen, dass Neugeborene unglaublich viele Dinge brauchen. Wenn wir dagegen auf die Menschheitsgeschichte blicken, zeigt sich schnell, dass die einzige Konstante, also das, was Babys wirklich brauchen, Folgendes ist: eine Mutter. Sprich: dich. Du bist das, was dein Baby braucht – und du bist von der Natur bestens für diesen ehrenwerten Job ausgerüstet! 

Hier drei Tipps, die dich dabei unterstützen, deine Mutterinstinkte wahrzunehmen, ihnen zu vertrauen und nach ihnen zu handeln:

1. Bleib entspannt: Stressen verboten

Es gibt kaum etwas, das für Kinder so schlecht ist wie Stress – je kleiner die Kinder, desto belastender ist es für sie, wenn sie sich in einer stressigen Umgebung befinden. Und wenn du gestresst bist, dann stresst das dein Kind. Denn es spürt deinen Stress und geht dann selbst in Alarmbereitschaft.

Das Beste, was du für dich und dein Kind tun kannst, ist deshalb: Entspannung, keinen Druck, keinen Stress. Dann schreit es weniger, schläft besser, wird seltener krank, hat mehr Energie fürs Wachsen und kann sich besser aufs Lernen und Spielen konzentrieren. Und du sparst dir nicht nur jede Menge Nerven, sondern kannst auch im entspannten Zustand viel besser die Bedürfnisse deines Kindes (und deine!) wahrnehmen und so optimal für euch beide sorgen.

Konkret: 

  • Wenn du merkst, dass du gestresst bist, dann kannst du ganz praktisch gucken, wer dich entlasten kann und Hilfe einholen – Familie und Freunde werden garantiert bereit sein, ältere Geschwisterkinder zu bespaßen, mal mit dem Baby spazieren- oder einkaufen zu gehen, die Wohnung zu saugen, das Bad zu putzen oder Wäsche zu waschen.
  • Zudem kannst du aktiv Stress reduzieren, indem du die Phase mit deinem Baby als das annimmst, was sie ist: eine ganz besondere Ausnahmesituation, in der du weder Sport machen noch super aussehen musst, in der die Wohnung wild aussehen darf. Hauptsache, dein Baby und du haben viel entspannte, glückliche Zeit miteinander zum Kennenlernen und Schmusen.

2. Bleib bei dir: Lass dich nicht verwirren

Früher wurde der Umgang mit Babys von Mutter an Tochter weitergegeben, heutzutage werden Erziehungs-Trends durch die Medien zementiert. So oder so: Die Ideen, was für Babys gut bzw. schlecht ist, sind immer durch die Normen und Werte der jeweiligen Gesellschaft geprägt. Und die ändern sich alle paar Jahrzehnte und unterscheiden sich stark von Kultur zu Kultur. Sprich: Was auch immer dir als ultimative Wahrheit in Sachen Baby präsentiert wird – sei es von Verwandten, Hebammen, Freunden, Kinderärzten, Zeitschriften, in Chat-Foren oder von Wildfremden – ist nicht mehr als eine temporäre Meinung, die häufig auch noch auf ganz individuellen Erfahrungen basiert. Weder musst du also jeden Ratschlag befolgen noch jedem Trend nachhecheln. Denn nur du kennst dein Kind, nur du kannst mit deinem Mama-Sinn genau fühlen, was dein kleiner Schatz braucht – und nur du kannst entscheiden, nach welchen Werten und nach welchem Menschenbild du dein Kind erziehen und versorgen möchtest.

Also, lass dich nicht verwirren: Wenn du merkst, dass dein Neugeborenes totale Ruhe braucht, dann meide Trubel, stille nicht in der Öffentlichkeit und gehe nur im Wald spazieren. Wenn du aber spürst, dass es deinem Baby am besten geht, wenn viele Menschen um es herum sind, wenn Musik läuft oder ihr durch die Einkaufsstraße spaziert, dann mach das. Niemand weiß so gut wie du, was dein Kind braucht. 

Tipp: Wenn du mal mit deiner Weisheit am Ende bist, nicht weißt, wie du mit einer bestimmten Situation umgehen sollst, kann es selbstverständlich hilfreich sein, Leute zu fragen, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigen. Frage eine Freundin, die du als tolle Mutter empfindest, lies Bücher, nachdem du dir die Bewertungen genau durchgelesen hast, such dir einen Fach-Blog, der dir wirklich entspricht (und meide Mütter-Chatrooms, denn dort regieren im Regelfall Angst und Hörensagen). Und dann lass dich von den Ratschlägen und Hinweisen inspirieren. Frage dein Herz, ob das, was dir geraten wurde, zu dir und deinem Kind passt, ob ihr voll und ganz hinter dieser Methode (oder was immer es ist) steht. Falls ja, probiere es, angepasst an eure Bedürfnisse, ganz entspannt aus und gucke, ob es euch danach besser geht.


Mamasté – Yoga nach der Geburt: Dein Rückbildungsprogramm
Das Mamasté-Programm begleitet dich durch die Zeit der Rückbildung – und das schon ab dem Tag der Geburt. Wir haben mit Prä- und Postnatal-Expertin Juliana Afram und der Hebamme Lisi Sobotta dieses Yogaprogramm entwickelt, mit dem du deinen Körper bei der Rückbildung unterstützen kannst. Melde dich für unser 14-wöchiges Programm an!
JETZT ANMELDEN

3. Go with the flow: Keine Erwartungen, keine Vergleiche

Jede Mutter hat Erwartungen ans Muttersein, an ihr Baby und dessen Entwicklungen. Das ist völlig normal und kaum vermeidbar. Die Frage ist: Kannst du deine Erwartungen bewusst wahrnehmen und hinterfragen? Kannst du sie loslassen, wenn die Realität ganz anders aussieht?

Die meisten dieser Erwartungen kommen sowieso nicht aus dir – sondern von schönen Bildern in Werbung und Social Media und Klatschmagazinen. Dabei haben die schönsten Seiten des Mutterseins nichts mit pastellfarbenen Fotos zu tun, sondern mit der wunderbaren Verbindung, die du zu deinem Kind haben kannst, wenn du es so nimmst, wie es ist. Ach, und dich natürlich auch so, wie du bist. Also hör auf, dich und dein Kind zu vergleichen – ihr seid einzigartig, und das ist gut so. Ihr braucht, was ihr braucht, und das ist gut so, ihr beide seid ein Geschenk für die Welt, genau so, wie ihr seid. Alles andere ist irrelevant.

Am schönsten ist das Leben mit Kindern nämlich, wenn du einfach mit ihnen durch das Leben fließt – wenn du deine vernünftigen Erwachsenen-Pläne pausierst und in diesen wunderbaren, natürlichen Zustand zurückgehst, in dem es nichts zu tun gibt außer Essen, Schlafen und Schmusen, und vielleicht noch ein bisschen durch den Park spazieren und Schmetterlinge bestaunen.

Es ist Unsinn,
sagt die Vernunft
Es ist, was es ist,
sagt die Liebe
Es ist Unglück,
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz,
sagt die Angst
Es ist aussichtslos,
sagt die Einsicht
Es ist, was es ist,
sagt die Liebe
Es ist lächerlich,
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig,
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich,
sagt die Erfahrung
Es ist, was es ist,
sagt die Liebe

Erich Fried

Trust your Mutterinstinkt 

Und wenn du dich doch mal fragst, ob dein Baby sich gut entwickelt, ob es vielleicht ein gesundheitliches oder Entwicklungs-Problem gibt, bei dem du Unterstützung brauchst? Grundsätzlich gesprochen: Wenn du dein Baby anguckst und tief in dir spürst, dass es ihm gut geht, dass es gesund ist – dann ist alles ok. Wie schnell es krabbelt, spricht, wie oft es lächelt oder wann es anfängt Miró-ähnliche Bilder zu malen, ist egal. Wenn es gesund ist und geliebt wird, wird dein Kind seinen Weg gehen.

Wenn du aber dein Kind ansiehst und merkst, dass irgendetwas falsch ist – dann lass dich nicht abwiegeln von Ärzten, Erziehern und anderen Autoritätspersonen. Dann suche konsequent nach Menschen, die dein Kind, dich und dein Gefühl ernst nehmen und euch helfen können. Denn du kannst deinem Mutterinstinkt vertrauen – und wenn du ihm mutig, authentisch und voller Selbstvertrauen folgst, dann ist er das größte Geschenk, das du deinem Kind machen kannst.

zurück nach oben