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Tantra Yoga – was ist das eigentlich?
Bild: Shutterstock

Tantra Yoga – was ist das eigentlich?

Von Katharina Maurer

Fernöstliche Lehren haben oft etwas exotisch Anziehendes und machen neugierig. Denn die mit den Lehren verbundenen Geschichten und Figuren sind häufig so ganz anders als die unserer Kulturen. Wer sich also damit beschäftigt, wird auch schnell auf Tantra Yoga stoßen. Weit verbreitet ist das Hören-Sagen über das Kamasutra, das oft in einem Atemzug mit Tantra genannt wird. Tantra ist allerdings weit mehr, als das was wir im Westen hauptsächlich darunter kennen. Tantra ist eine religionsübergreifende sprirituelle Bewegung, die das Universum als ein Zusammenspiel aus Bewusstsein und Energie betrachtet. Es ist eine Praktik, die hilft hinter die Grenzen des Physischen zu gehen und sich so aus den Fesseln unserer Limitationen zu befreien. Ja, es ist unter anderem auch körperlich, aber nur um das Wesen in höhere Dimensionen zu befördern. Dazu wird jede Energie genutzt – auch sexuelle Energie, die als eine sehr starke Kraft gilt.

„Those who have failed to achieve an orgasmic state of existence will associate an ecstatic state with sexuality because that’s probably the highest level of experience they have known.”

Sadguru Jaggi Vasudev

Und es bedeutet auch die Fähigkeit, diese Energien zu nutzen. Die Praxis ist eine kraftvolle Kombination von Asanas, Mantras, Mudras, Chakras und Bandhas, die hilft das tägliche Leben mit mehr Stärke, Klarheit und Glückseligkeit zu führen. Über allem steht das Ziel die Kundalini zu erwecken.

Das Wort Tantra kommt auf dem Sanskrit und bedeutet übersetzt „Gewebe, Zusammenhang“ und wird als das Verweben unserer individuellen Energie mit der universellen Energie interpretiert.

Die Geschichte des Tantra Yoga

Die Wurzeln des Tantra liegen im Hinduismus und Buddhismus. Diese Strömung hat ihren Schwerpunkt allerdings eher im praktischen Erleben, denn im philosophieren und rezitieren heiliger Schriften. Dennoch stimmt die Weltanschauung mit der orthodoxen indischen in groben Zügen überein, z. B. die Idee der Seelenwanderung oder auch der Glaube an etwas Höheres, Absolutes. Die Anfänge lassen sich auf das zweite Jahrhundert datieren, die volle Ausprägung wird eher im 8 Jahrhundert angesiedelt.

Die Geschichte, die die tantrische Weltanschauung bebildert, ist die Shiva-Shakti-Philosophie, sie beschreibt die Polarität des Universums. Die Verschmelzung der Kundalini-Kraft mit dem Höchsten, Absoluten stellt den Kern dieser Philosophie dar. Shiva, das männliche Prinzip und Symbol für Bewusstsein gilt als passiv und Shakti, das weibliche Prinzip und Symbol für Energie gilt als aktiv. Sie wird auch mit der Kundalini-Kraft gleichgesetzt, die durch die verschiedenen Praktiken erweckt werden kann und durch die Chakras aufsteigen soll, um sich im Kronen-Chakra mit dem Absoluten zu verbinden. Diese Verschmelzung, die das im Westen bekannte rote Tantra sehr wörtlich nimmt, symbolisiert im weißen Tantra die Verschmelzung von männlichen und weiblichen Energien.


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Drei Arten des Tantra Yoga

1. Weißes Tantra

Im weißen Tantra soll eine Reinigung erzielt werden, um offen für den Fluss der Energie zu sein. Diese Reinigung umfasst Rituale, Feuerzeremonien und sogar Pilgerreisen, besteht aber zu großen Teilen aus Meditation und Kundalini Yoga. Unter Yogi Bhajan ist weißes Tantra Yoga ist eine Gruppen-Meditation, die die Reinigung des Unterbewusstseins zum Ziel hat und die mit einem Partner praktiziert wird. Alte Gedankenmuster und energetische Blockaden sollen aufgelöst werden. Die Meditationsanleitung gibt traditionell der Mahan Tantric Yogi Bhajan per Video, allerdings ist immer eine Repräsentantin vor Ort, um die Meditation zu führen und den Teilnehmern zu helfen, ihre Erfahrungen zu erhöhen. Ursprünglich wurden diese Anleiterinnen von Yogi Bhajan persönlich ausgewählt, jetzt wird ein von ihm dafür erstelltes Profil angelegt, um die passenden Leute zu finden. 

​Eine klassische Tantra-Meditation besteht aus 6 oder 8 Kriyas (Übungen). Eine Kriya ist auch immer eine Meditation, die eine Asana, ein Mudra ein Pranayama und einen mentalen Fokus oder ein Mantra beinhaltet. Die Kriyas variieren in der Länge zwischen 32 und 62 Minuten.

Hintergrund ist der Ansatz, dass der Verstand viele Gedanken im Unterbewusstsein versickern lässt. Einige dieser unterbewussten Gedanken beeinflussen aber dennoch unser Bewusstsein. Sie zeigen sich dann in Form von Gefühlen, Bedürfnissen oder Fantasien und beherrschen das eigene Handeln. Dass kann zu unnötigem Stress führen und vom wesentlichen Ablenken. Mit weißem Tantra sollen diese unterbewussten Blockaden durchbrochen werden und der Verstand von Belastungen gereinigt werden. Ziel ist es, eine Grundlage zu schaffen auf der Geist, Verstand und Körper und Seele als eine Einheit handeln können. Dieser Zustand wird im weißen Tantra als wahre Freiheit angesehen. Teilnehmen kann eigentlich jeder, ein Vorwissen ist nicht nötig. Allerdings wird empfohlen, dass vor der Meditation schon Yoga bzw. Dehnübungen gemacht wurden und die Kleidung komplett weiß gehalten ist und dein Kopf ebenfalls weiß bedeckt ist. Ein Grund, warum die Kundalini Yogis gerne weiße Turbane tragen.

Yoga Video Tutorial: Wie binde ich einen Turban?YogaEasy-Video abspielen

 Weißem Tantra wird ein starke Wirkung nachgesagt, sie soll vergleichbar mit jahrelanger, regelmäßiger Meditationspraxis sein.

​„Es ist so, wie wenn du mit deinem Auto auf der Straße liegen bleibst und den Wagen nicht mehr starten kannst. Dann kommen ein paar Nachbarn in ihrem Auto vorbei, halten an und helfen dir, deinen Wagen anzuschieben, so dass du weiter fahren kannst.”

Yogi Bhajan

 

2. Rotes Tantra

Rotes Tantra sieht die sexuelle Vereinigung als einen energetischen Akt, der den Geist erhebt. Hier werden die Praktiken zur Verschmelzung der Energien sehr sinnlich angewendet.

3. Schwarzes Tantra

Auch schwarzes Tantra lenkt Energien, der Zweck dahinter ist jedoch die Manipulation von Menschen, Gedanken oder das erlangen von egoistischen Zielen. Und wird daher auch oft mit schwarzer Magie gleichgesetzt.

Die geheime Lehre des Ober-Guru – der Mahan Tantric

Allen Trantra-Strömungen ist gemein, dass sie traditionell nicht aus Büchern gelernt werden können, sondern von einem Lehrer oder Guru vermittelt werden und die Eingeweihten die Lehre gut schützen. Im weißen Tantra ist dieser Meister der Mahan Tantric. Der aktuelle ist Yogi Bhajan, der ein Meister des Kundalini Yoga war und in den 70ern den Titel Mahan Tantric verliehen bekam. Es gibt immer nur einen Mahan Tantric, da Tantra eine Lehre ist, die von Meister zu Schüler weitergegeben wird. Yogi Bhajan war es jedoch, der die Praktiken mittels moderner Medien für jedermann zugänglich machte und die Meditationen für große Gruppen anbot. Noch heute werden die Meditationen per Video von ihm angeleitet.

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