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High Intensity Yoga: Stärke für Körper und Geist
YAMA Talent

High Intensity Yoga: Stärke für Körper und Geist

Von Sonia Taylor Bach

Was ist die Idee hinter High Intensity Yoga?

Ich persönlich mag High Intensity Yoga sehr gern, weil das Leben an sich auch sehr intensiv ist und uns so viel abverlangt. Manchmal braucht es da eine Gegenantwort wie eine intensive Yogapraxis. Das ist wie beim Body Work: Wenn man im Körper irgendwo Verspannungen aufgebaut hat, muss man die mit einem intensiven Akupressur-Druck wieder aushebeln. So übertrage ich das auch manchmal auf die Yogapraxis. Wenn man sehr verspannt ist, braucht es auch wieder viel Hitze und intensive Bewegungen, um das wieder aufzulösen – so weit der physisch-anatomische Aspekt. Auf mentaler Ebene gibt es unterschiedliche Typen: Einige entspannen eher über etwas Sanfteres wie Meditation oder Yin Yoga – obwohl Yin Yoga natürlich auch sehr intensiv sein kann. Dann gibt es andere Typen, zu denen ich auch gehöre, die speziell im Yoga intensivere Herausforderung suchen. Das katapultiert mich dann aus allem anderen, das mich im Leben gerade fordert, komplett raus.

Ist High Intensity Yoga ein neuer Trend – oder eigentlich Altbewährtes?

Es hat schon immer intensive Formen von Yoga gegeben, zum Beispiel Ashtanga. Auch Hatha Yoga kann mit dem Fokus auf Atmung, der starken Konzentration und der Disziplin sehr intensiv sein. So betrachtet ist das kein neuer Trend, sondern eine alte, sehr kostbare Tradition, die ihren Weg in unterschiedlichen Formen und Stilrichtungen gefunden hat.

Was genau trainiert man beim High Intensity Yoga?

Im Wesentlichen trainiert man Kraft und Ausdauer. Durch die Intensität der Praxis werden die Stoffwechselprozesse getriggert. Man trainiert sein kardiovaskuläres System stark, sodass ein höherer Kalorienverbrauch entsteht. Darüber hinaus wird mehr Adrenalin ausgeschüttet als in einer sanfteren Yogapraxis, was mehr Energie freisetzt.

Gibt es etwas, das man in der Praxis besonders beachten sollte?

Gib gut acht auf dich und deine Gesundheit. Wenn das Immunsystem etwa gerade geschwächt ist, würde ich keinen Sport empfehlen – auch kein Yoga. Praktiziere maßvoll, wenn du wirklich Zeit und Raum dafür hast. Mental braucht diese Art der Yogapraxis eine gewisse Ruhe und Geduld. Das klingt vielleicht erst mal verrückt, weil sie so intensiv ist. Aber deswegen und weil man meistens nicht so lange übt, muss man sehr fokussiert sein, um diese Zeit wirklich nutzen zu können.

Darüber hinaus spielt es eine große Rolle, wie das Leben abseits der Yogamatte aussieht, also wie sehr dein Familienleben oder dein Beruf dich herausfordern. Eine anstrengende Yogapraxis ist nicht für jeden die richtige Antwort darauf – zumindest nicht in Phasen, in denen man nach einem Zwölf-Stunden-Tag kaputt nach Hause kommt. Dann würde ich eher das Gegenteil empfehlen und zum Beispiel morgens nach dem Aufwachen eine High-Intensity-Praxis anvisieren. Auch ein Sportler, der schon laufen, schwimmen oder Tennis spielen geht, braucht nicht noch zwischendurch 45 Minuten intensives Yoga, sondern vielleicht eher etwas Ruhigeres.


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Nichtsdestotrotz kann man natürlich eine solche Praxis einsetzen, aber eben so modifiziert, dass man seinen Körper und Geist nicht überfordert. Genau deswegen baue ich in meine Yogasequenzen in meinen High-Intensity-Phasen auch immer den Gegenpol ein, um auch eine Erfahrung von Ruhe und Entspannung zu ermöglichen. Dabei fokussiere ich eher auf Mobilität, die etwas sehr Meditatives hat und sehr gut für das Nervensystem ist. Auch im High Intensity Yoga ist das Zusammenspiel von hoher Intensität, ruhigeren Phasen mit entspannter Atmung und Beweglichkeit sehr wichtig.

Warst du schon immer der „High-Intensity-Typ“?

Ich habe mein Leben schon immer sehr intensiv gelebt und bin auch intensiv vom Leben herausgefordert worden. Aber ich mag die Intensität auch, ich mag die Rohheit darin, das Freche, die Herausforderung. Ich finde Herausforderungen schön – natürlich sind sie manchmal eckig und nervig, aber im Prinzip trainiert das auch unser Hirn, immer wach zu bleiben, immer wieder neu zu denken, immer wieder neue Lösungen zu finden. Und genauso liebe ich das auch in der Yogapraxis, immer mal wieder mit neuen, kreativen Ideen um die Ecke zu kommen. Für mich ist es die schönste Sichtweise, eine Herausforderung nicht als Problem zu sehen, sondern als Portal, um etwas Neues zu entdecken, um neue Wege zu finden und neue, kreative Dinge in die Welt zu bringen.

Ich habe früher mit der sehr intensiven Ashtanga-Praxis angefangen und bin dann mehr und mehr zum Vinyasa übergelaufen – gemischt mit Martial Arts. So suche ich immer mehr Diversität auf. Dieser Aspekt der vielen verschiedenen Variationen der High-Intensity-Yogapraxis ist mir sehr wichtig. Aber genauso kann Yin Yoga wie schon gesagt sehr intensiv sein, wenn man mit völliger Hingabe und Konzentration dabei ist. Daher ist der Begriff Yoga-Intensität immer vor verschiedenen Filtern zu sehen. Im Prinzip ist alles im Leben intensiv, wenn wir genau hinschauen. Jeder Tag ist genauso brillant und fordernd wie der vorherige – nur manchmal sind wir einfach nicht so intensiv und präsent dabei.

Auch ich als High-Intensity-Yoga-Typ suche regelmäßig den Gegenpol dazu, die absolute Ruhe des Nichtstuns. Ich zelebriere inzwischen das Nichtstun, ich habe in meiner Wohnung sogar einen eigenen „Nichtstun-Sessel”, auf dem ich wirklich die Füße hochlegen kann und einfach nur in den Himmel schaue. Solche Rituale sind wichtig und lebensnotwendig, vor allem, wenn man sein Leben sehr intensiv lebt.

Was rockt dich privat?

Gutes Essen, Natur, meine Frau Ava, Freunde, Familie und darüber hinaus spirituell natürlich, dass ich supergerne arbeite, tief eintauche, investigiere. Ich habe eine unersättliche Neugier und liebe es, auf der Reise zu sein. Aktuell ist es ja sehr im Trend, schon alles zu können und überall schon angekommen zu sein ­– ich finde es aber viel schöner, den Weg dahin zu genießen. So kann man sich wirklich Zeit nehmen, um etwas aufzubauen, egal ob das mental, energetisch oder etwa beruflich ist. Darüber hinaus rockt mich auch, dass das Leben immer wieder mit wirklichen Überraschungen um die Ecke kommt.

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