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Pancha Kosha
YogaEasy

Pancha Koshas – die Schichten des Körpers

Von Dr. Claudia Turske und Vilas Turske

Menschen haben, folgen wir der yogischen Theorie, fünf sich durchdringende Energieschichten, die nebeneinander und miteinander existieren und vom Groben zum ganz Feinen reichen. Diese fünf Schichten werden die Pancha Koshas genannt. Die Lehre von den Koshas ist Jahrtausende alt, und dennoch hat sie viel dazu beigetragen, dass wir heute im Yoga unsere menschliche Feinheit und Komplexität besser begreifen und respektieren. In der Literatur gibt es unterschiedliche Auffassungen, was Bezeichnung, Anzahl und Qualität dieser Schichten betrifft. Die Schichten werden gern auch „Körper“ oder „Hüllen“ genannt. Auch ist häufig von sieben Schichten die Rede – oder nur von drei. Wir gehen von fünf Schichten aus, und im Folgenden möchten wir die Prinzipien dieser fünf Schichten, Hüllen oder Körper beschreiben. 

Bevor wir die einzelnen Koshas näher betrachten, hier noch einmal eine grundsätzliche Bemerkung: Die Koshas unterstützen unsere Erkenntnis der Notwendigkeit einer dynamischen Symmetrie zwischen dem inneren und dem äußeren Körper als Grundausrichtung (Anmerkung: entsprechend der Sichtweise der tantrischen Philosophie, die ein Innen und ein Außen postuliert). Sie korrespondieren mit den Manifestationen von Prana, den Vayus


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Interessant ist, dass wir auch ohne das Wissen von den Koshas, ja ganz ähnlich von der Vielschichtigkeit des Menschen, reden und damit implizieren, dass viele Prozesse in uns einer Wechselwirkung von verschiedenen Ebenen unterliegen. 

In der philosophischen Auffassung ist maha prana die Energie, die diese fünf Schichten antreibt und durchdringt. 

1. Die physische Hülle, annamaya kosha

Die äußere Schicht ist annamaya kosha, der Nahrungskörper, die physische Hülle. Der Körper aus Knochen, Muskeln, Organen und Gefäßen ist die Basis aller anderen Körper. Im yogischen Verständnis ist dies der Körper, der von Nahrung, Wasser und Luft, also groben Formen von Prana, abhängig ist. Hier schwingt die Lebensenergie langsam, was diese Schicht auch so haltbar und dicht macht. annamaya kosha wird deshalb auch das Element Erde (pritivi) zugeschrieben. Annamaya kosha korrespondiert mit apana vayu

2. Der Energiekörper, pranamaya kosha

Die nächste Schicht heißt: pranamaya kosha, auch Energiekörper oder Vitalkörper genannt. Zusammen mit dem Nahrungskörper stellen diese beiden Schichten die grundsätzliche menschliche Struktur her. Ganz besonders beinhaltet diese Schicht jede Form von energetischem Prozess in unserem Körper. Bewusstsein und Unterbewusstsein wirken hier auf den Körper ein, um ihn in Bewegung zu halten und damit jede Form von Energiefluss zu initiieren, die den Körper energetisch erhalten, wie Kreislauf, Atmung, die hormonellen Abläufe,  Temperaturregelung. Um ein weiteres Beispiel zu erwähnen, sei hier auf das Pulsieren der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit hingewiesen, die das Nervensystem nährt, bewegt und schützt. Der pranische Körper ist also viel subtiler als annamaya kosha, den er unterstützt, mit Energie versorgt und so am Leben erhält. Der pranische und der Nahrungskörper können nicht ohne die feineren Körperschichten existieren. So wie der Nahrungskörper vom pranischen Körper unterstützt wird, braucht der pranische Körper die anderen drei feineren Schichten. Das Element, das diesem kosha zugeschrieben wird, ist Wasser (ap). 

Pranamaya kosha korrespondiert mit vyana vayu

3. Der Mentalkörper, manomaya kosha

Die dritte Schicht ist manomaya kosha, auch Mentalkörper genannt. Diese Schicht umfasst alles, was mit unserem rationalen Geist einhergeht: Gedanken, Gefühle, Empfindungen, Erinnerungen, Träume und auch den rationalen Instinkt. Manomaya kosha erhält und unterstützt die beiden gröberen Schichten und ist doch schon eine Verbindung zu höheren feinstofflichen Funktionen. Die Lebensenergie schwingt in dieser Schicht feiner und schneller. Diesem Kosha wird das Element Feuer zugeschrieben. 

Manomaya kosha korrespondiert mit samana vayu

Veronika Freitag widmet sich im folgenden Video Samana Vayu:

4. Der Unterscheidungskörper, vijnanamaya kosha

Die vierte Schicht ist vijnanamaya kosha oder der Unterscheidungskörper. Darunter versteht man unsere Fähigkeit zu unterscheiden und unsere Intuition, die oft gar nicht rational erklärbar ist. Auch hier spielen Gedanken im Zusammenhang mit Bewusstsein und Unterbewusstsein eine wichtige Rolle. Unter vijnanamaya kosha versteht man Gedanken der Klarheit, getragen von tiefem inneren Wissen (Intuition) und freiem Willen. Der Begriff Weisheit findet hier seinen Kontext. Die Lebensenergie fließt in dieser Schicht sehr fein und das Element Luft (vayu), also das Fühlbare dennoch nicht mehr Fassbare, wird diesem Kosha zugeschrieben. Vijnanamaya kosha ist mit prana vayuverbunden.

In der Literatur finden wir auch Hinweise, die eine Verbindung zu vyana vayu herstellen. 

5. Der Glückseligkeitskörper, anandamaya kosha

Die letzte Schicht ist anandamaya kosha oder der Glückseligkeitskörper. Dieser Körper wird auch Kausalleib oder kausale Hülle genannt. Gemeint ist hier ein Zustand der völligen inneren Klarheit, als Ursache für die Erfahrung des höchsten Glücks, durchdrungen von der Vibration ständiger Freude. Wir sind hier im Grenzbereich des irdischen mit dem höheren Bewusstsein. Momente der Glückseligkeit kennen wir alle: Hingabe in tiefe Erfahrungen, Selbstvergessenheit, ekstatisches Staunen – Erfahrungen des inneren Friedens mit uns und der Welt. Es ist kaum beschreibbar mit Worten, da hier nur noch Geist und Glückseligkeit herrschen. Das Element ist Raum (akasha). 

Anandamaya kosha ist mit udana vayu verbunden. 

Pancha Kosha

Die Koshas – eine Einheit in stetigem Austausch

In der Theorie ist der Mensch als Verbund von den beschriebenen Schichten nicht nur vielschichtig, sondern das Ergebnis eines stetigen Wechselspiels zwischen diesen energetischen Zuständen. Wir kennen das: Wenn es dem äußeren Körper nicht gut geht, leiden wir und sind emotional überempfindlich. Von Glücksgefühlen kann dann keine Rede sein, und auch der weise Lichtblick fehlt. Umgekehrt kann uns eine keine Pranayama-Praxis ganz ruhig und hochsensibel stimmen und uns zu einem seligen Lächeln veranlassen, sodass wir ganz vergessen, wie unbequem und hart der Boden und das Kissen sind, auf dem wir sitzen! 

„Ich muss zu meinem ganz persönlichen Glücksembodiment Zuflucht nehmen. Das Becken aufrichten, die Wirbelsäule aufspannen, den Kronenpunkt zur Decke dehnen. Sofort straffen sich die Gesichtszüge, und als Gedanke schießt „alles nur halb so schlimm“ ein. Tief atmen, mit dem Atem wachsen (Zwerchfell), aufrichten (...) Mit jedem aufrichtenden Atemzug wird die Stimmung leichter, physisch spürbar im Kopf.“

Benita Cantieni

 

Yoga Inspiration und OrientierungDieser Text ist ein Auszug aus dem Buch „Yoga. Inspiration und Orientierung” von Dr. Claudia Turske und Vilas Turske, erschienen im parApara Verlag.

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