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Interview: Lalleshvari Turske über Hormon-Yoga
Bild: uweboehmimages.de

Interview: Lalleshvari Turske über Hormon-Yoga

Von Kristin Rübesamen

Was unterscheidet Hormon-Yoga von anderen Yogastilen?

Hormon-Yoga ist kein Stil. Es handelt sich dabei um eine Übungssequenz, die individuell angepasst werden kann und therapeutisch wirkt, weil die Hormondrüsen angeregt werden. Zusätzlich gibt es gezielte, einfache Übungen, die den Geist beruhigen und die Energie ausgleichen, was Stress abbaut. Es basiert auf der aus dem Kundalini Yoga bekannten Technik des Übens mit Bhastrika-Atmung und der anschließenden Energielenkung zu den Hormondrüsen, vor allem zu den Eierstöcken, zur Schilddrüse und der regulierenden Hypophyse.

Ist nicht jede Yogamethode, die den Organismus und Stoffwechsel ins Visier nimmt, Hormon-Yoga?

Nein. Hormon-Yoga ist viel komplexer und wirkt in seinem ersten, aktiven Teil stark anregend. Das sind wärmende, öffnende Übungen. Dann kommen Übungen, die auch mittels der Vision Energie kanalisieren und dann sehr konzentriert und wirkungsreich in die Hormon-Produktionsstätten lenkt. Der dritte Teil besteht aus stressreduzierenden Übungen, die wir auch aus anderen Stilen und vom Pranayama kennen.

Wie bist du auf die Idee gekommen, dich mit Hormon-Yoga zu beschäftigen?

Ich litt an starken Wechseljahrsbeschwerden, die mich auch depressiv stimmten. Mit dem Haarausfall konnte ich gar nicht umgehen, und so war ich gern bereit, alles zu tun, was Abhilfe schaffte.

In welchem Verhältnis stehen Anusara Yoga und Hormon-Yoga zueinander?

Ich versuche die genialen, präzisen Ausrichtungsprinzipien des Anusara in den Hormon-Yoga-Unterricht einzubauen, weil sie vor Verletzung schützen. Zudem versuche ich die Anweisungen, wie beim Anusara auch, inspirierend und orientierend zu vermitteln, so dass alle Frauen sich gesehen, gehört und verstanden fühlen.

Richtet sich Hormon-Yoga nur an Frauen?

In der öffentlichen Wahrnehmung ja. Aber auch Männern würde Hormon-Yoga guttun, denn sie leiden auch an den Symptomen, die ein sinkender Hormonspiegel in den Wechseljahren auslöst. Daher habe ich gerade jetzt, ganz neu, begonnen, die ersten Lehrer als Hormon-Yogalehrer für Männer in der Midlife Crisis auszubilden. Das ist für mich eine Art Höhepunkt in meiner Ausbildungsarbeit und sehr erfüllend. Zumal ich dadurch Einblick erhalte, wie wichtig Hormon-Yoga auch für Männer ist.

Wer kann Hormon-Yoga üben?

Jeder, der an Beschwerden, die durch einen unausgeglichenen Hormonspiegel verursacht werden, leidet. Davon ausgenommen sind aber Frauen, die an Endometriose, Myomen, Krebs oder Tumoren, entzündlichen Befunden oder erhöhter Schilddrüsenfunktion leiden. Dies muss man wirklich ernst nehmen, denn Hormon-Yoga wirkt wirklich und bei regelmäßigem Üben auch schnell. So gut es den einen tut, den anderen kann es wirklich schaden.

Moderne Frauen stehen unter starkem Druck, an jeder Front perfekt zu sein. Du siehst ziemlich perfekt aus – wie gehst du mit diesem Druck um?

Es freut mich, dass du findest, ich sehe ziemlich perfekt aus, und denke, meine Hormon- und sonstige Yogapraxis tragen dazu bei, dass ich immer freudig bin und mit einem Lächeln durch den Tag gehen kann.

Auch im Yoga herrscht zunehmend das Gefühl, Leistung zeigen zu müssen, alle Asanas „beherrschen” zu müssen. Welche Erfahrungen hast du mit dieser Entwicklung gemacht?

Man muss im Yoga nicht müssen. Yoga soll einen beseelen, soll ein Gefühl von Raum, Entwicklungsraum, entstehen lassen. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass eine Asana als Geschenk kommt, wenn Körper und Seele bereit sind.

Wie steuerst du dagegen?

Einfach üben, regelmäßig, diszipliniert aber ohne Druck.

In den USA nehmen gerade Verletzungen, die durch eine herausfordernde Vinyasa-Praxis und falschen Üben entstehen, zu. Was können wir tun, um die Schüler zu schützen?

Sie besser ausrichten.

Dein alkoholisches Lieblingsgetränk, wenn es draußen kalt ist?

Champagner.

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