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Die Kraft von Intention und Widmung
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Die Kraft von Intention und Widmung

Von Kristin Rübesamen

In Wimbledon sieht man im Finale oft die Spieler die Hände gen Himmel strecken oder bei der WM den Torschützen vor einem Elfmeter lautlos etwas murmeln. Bei einer normalen Partie Tischtennis oder Golf ist es es dagegen nicht üblich, dass die Spieler voher in sich gehen und die Runde jemandem widmen oder gar ein Gebet sprechen. Eine Intention für seine Yogapraxis zu formulieren und seine Praxis jemandem zu widmen, ist also eine Spezialität von uns Yogis.

Intention oder Widmung oder beides?

Es geht in diesem Ritual zu Beginn der Stunde darum, die eigene Praxis gleich von der ersten Sekunde an zu transzendieren und aus einem schweißtreibenden Vinyasa eine holistische Übung zu machen, die die Praxis von der Matte ins Leben transportiert. Diese Worte, die jeder still für sich findet und spricht, dienen als Vehikel, die Yoga zu dem machen, was es von Gymnastik unterscheidet: einem Instrument, um das ganze Leben zu bewältigen. Wie? Denkbar einfach. Es hat sich bewährt, dafür einfach die Handinnenflächen zusammenzubringen, den Kopf leicht zu senken, um sich für einen stillen Moment bewusst zu machen, warum wir üben wollen.

Intention: Je klarer, desto wirkmächtiger

Intention und Widmung unterscheiden sich voneinander. Mit der Intention formulieren wir ein klares Ziel, in der Regel eine bestimmte Qualität, von der wir uns im Leben mehr wünschen. Gute Kandidaten dafür sind: Dankbarkeit, Großzügigkeit, Disziplin, Anmut, innerer Frieden, Toleranz, Empathie. Sich dieser Intention im Laufe der Praxis immer wieder bewusst zu werden, vor allem in den schwierigen Asanas, hilft, sie zu vertiefen. Deswegen ist es besser, die Intention möglichst knapp zu halten und von Zielen wie „Wenn ich xy das nächste Mal sehe, werde ich ihr nicht vorhalten, dass sie mir meine Hose mit einem Fettfleck zurückgegeben hat...” Abstand zu nehmen. Und noch ein Tipp: Denk nicht zu lang nach. Ein schöner Klassiker etwa ist: mehr Liebe!


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Widmung: Je persönlicher, desto besser

Intention und Widmung

Zugegeben: Die erwirtschaftete Energie deiner Praxis jemandem anderen als dir selbst zu widmen, ist viel verlangt. Schließlich hast du die Zehnerkarte bezahlt, hast du dich mit letzter Kraft hierhier geschleppt. Dennoch ist eine Widmung eine mächtige Übung darin, nicht dich selbst ins Zentrum deines Handelns und Lebens zu stellen, sondern eine Person, die diese Energie nötiger hat als du. Indem du teilst, was du an positiven Vibes und Glück auf der Matte erfährst, verbindest du dich mit anderen und lässt das Konzept lebendig werden, dass wir alle da sind, um uns gegenseitig zu unterstützen.

Du kannst deine Praxis deinen Eltern, deinen Kindern, deiner Nachbarin, „Fridays for Future”, aber auch Donald Trump widmen (auf dass er zur Besinnung komme). Ebenso ist es möglichen deine Praxis einer Herausforderung zu widmen, die dein Leben gerade unerfreulich und schwierig macht – denn es sind diese Situationen, die dir die Chance geben, Dinge zu akzeptieren, die du nicht ändern kannst, oder aber Konzentration und Kraft zu sammeln, um etwas zu ändern. Auch hier gilt: Je klarer und persönlicher die Widmung, desto einfacher kannst du sie während der Praxis wiederholen. Übrigens ist die Rückbeugen-Sequenz ein guter Zeitpunkt, um die Widmung noch mal bewusst in den Fokus zu rücken, da sie das Herz öffnen.

Und noch ein Hinweis: Auch wenn du sonst ein lustiger Typ bist, verzichte bei Intention und Widmung auf Ironie und Sarkasmus – und geniere dich nicht, einem klaren Herzenswunsch Raum zu geben. Denn darum geht es: Resonanz zu schaffen für das, was dir am Herzen liegt.

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