Du verwendest einen veralteteten Browser (Other 0.0) mit Sicherheitsschwachstellen und kannst nicht alle Funktionen dieser Webseite nutzen. Hier erfährst du, wie einfach du deinen Browser aktualisieren kannst.
Dankbarkeit im Yoga
Shutterstock

Santosha: Ein Plädoyer für mehr Dankbarkeit

Von Merle Blankenfeld

Wir wollen heute meistens ganz schön viel: einen super Job, eine große, glückliche Familie, Social-Media-taugliche Urlaubsreisen – und viel Zeit, um uns selbst zu verwirklichen. Was aber, wenn wir einfach mal den Blickwinkel verändern und uns darüber freuen, was wir schon alles haben? Und so die stetig wachsende Erwartungshaltungen auszutauschen gegen tiefe Zufriedenheit für die Fülle, in der wir bereits leben? Also nicht zu denken: Wie viel glücklicher wäre ich bloß, wenn wir uns eine größere Wohnung leisten können... Sondern sich zu sagen: Ich bin dankbar, dass wir eine schöne, gemütliche Wohnung in einer tollen Stadt haben, dass meine Familie und ich gesund sind und dass wir uns gesundes, frisches Essen leisten können.

Yoga-Philosophie: Dankbarkeit = Zufriedenheit = Glück

Dieser Ansatz ist tief in der Yoga-Philosophie verankert, und zwar unter dem Begriff Santosha (auch Samtosha genannt), der auf Sanskrit „Zufriedenheit“ bedeutet. Santosha ist eines der Niyamas, die gemeinsam mit den Yamas die ersten beiden Punkte des achtgliedrigen Yogaweges nach Patanjali bilden. Während es bei den Yamas um den Umgang mit anderen und deiner Umwelt geht, beschreiben die Niyamas eine yogische Haltung dir selbst gegenüber.


Alles neu mit Yoga: Be happy, be you
Komm mit auf eine 14-tägige Reise zu dir selbst: Werde mit Yoga, Meditation und guter Ernährung zu deinem gesündesten, glücklichsten Ich – mach jetzt mit bei unserem Programm!
JETZT ANMELDEN

„Tiefe Zufriedenheit lässt uns grenzenloses Glück erfahren“, heißt es dazu in Patanjalis wichtigstem Werk, den Yoga-Sutren (Yoga-Sutra 2.42). Die yogische Philosophie unterscheidet allerdings zwischen innerer und äußerer Zufriedenheit. Letztere ist bedingt durch Materielles und andere Äußerlichkeiten und damit oft von kurzer Dauer, während wir die innere Zufriedenheit durch unsere Einstellung zum Leben und innere Arbeit erlangen – und zwar langfristig.

Hier kommen wir wieder zur Dankbarkeit als wichtigen Bestandteil der Zufriedenheit zurück. Um glücklich zu sein, hilft es immens, nicht ständig darüber nachzudenken, was vermeintlich noch fehlt – sondern Dankbarkeit dafür zu entwickeln, was man hat. Dabei ändert sich die Situation überhaupt nicht, aber dein Blick darauf kann dir zu viel mehr Zufriedenheit verhelfen.

Eine Frage des Blickwinkels: Love it, change it or leave it

Das Praktizieren von Santosha ist eine ganz wunderbare Übung, um das Ego zu besänftigen - und langfristig vielleicht sogar zu überwinden. Das Optimum von „Höher, schneller, weiter“, das uns die moderne Gesellschaft vorgaukelt, können wir ganz einfach ignorieren und unser Leben so annehmen und wertschätzen, wie es ist. Unser natürlicher Zustand ist Liebe und Fülle. Das Gefühl des Mangels, in dem wir in der westlichen Welt häufig leben („Ich brauche ein großes Haus mit Garten, um glücklich zu sein“, „Ich bin mehr wert, wenn ich jedes Jahr teure Fernreisen unternehme.“ etc.) ist ein ganz unnatürliches. Wir müssen nur lernen, uns von den Anforderungen des perfekten Instagram-Lebens zu verabschieden.

Was natürlich aber nicht heißt, dass wir nicht auch Ziele haben dürfen. Wenn dir eine Situation oder ein Umstand in deinem Leben nicht gefällt, darfst (und solltest!) du sie bzw. ihn ändern. Das sollte nur nicht dazu führen, dass du ständig über Kleinigkeiten nörgelst, die dir vermeintlich fehlen. Hier gilt die Maxime: Love it, change it or leave it – also: Sei damit zufrieden, wie es ist, ändere es, oder lass es ganz.

3 Übungen, um mehr Dankbarkeit im Alltag zu kultivieren

1. Praktiziere täglich aktiv Dankbarkeit.

Vielleicht reicht es dir schon, wenn du dir nach dem Aufstehen als Teil deiner Morgenroutine oder abends vor dem Schlafengehen jeweils drei Dinge vor Augen führst, für die du tiefe Dankbarkeit empfindest. Das können materielle Dinge wie deine Wohnung oder dein gemütliches Bett sein, dein Partner/deine Partnerin oder schlicht Gesundheit. Der nächste Schritt wäre hier, ein Dankbarkeits-Tagebuch zu schreiben. So kannst du in regelmäßigen Abständen die Dinge nachlesen, für die du dankbar bist, und dich so gezielt daran erinnern. Das kann in Momenten, in denen du dich traurig, einsam oder unzufrieden fühlst, wahre Wunder wirken!

2. Lasse bewusst Dinge los, die dich unglücklich machen.

Schreibe dafür alles auf eine Liste, was dich ärgert, traurig macht, was dir im Leben fehlt, was dich vielleicht sogar eifersüchtig oder neidisch auf andere Menschen macht. Schaue dir diese Liste genau an und übe dann ein Ritual, um diese Dinge ziehen zu lassen, die dich unglücklich und unzufrieden machen: Zerreiße den Zettel oder verbrenne ihn.

3. Übe regelmäßig eine Dankbarkeitsmeditation.

Darin führst du dir zum Beispiel mithilfe von Visualisierungen die Fülle vor Augen, die du in deinem Leben bereits hast ­– und lenkst deine Gedanken so bewusst fern von allen Gefühlen des Mangels. Du kannst etwa diese sehr schöne Meditation von Laura Malina Seiler üben:

YogaEasy-Video abspielen

zurück nach oben