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Düfte im Yogaunterricht – mit DIY-Rezepten!
Bild: Birgit Feliz Carrasco

Düfte im Yogaunterricht – mit DIY-Rezepten!

Von Birgit Feliz Carrasco

Die Welt da draußen überschwemmt unser Nervensystem täglich mit Unmengen von Aromen. Wie aber sieht es mit Düften im Yogastudio und während des Yogaunterrichts aus? Lenken sie eher ab oder fördern sie die Hinwendung zum Inneren? Birgit Feliz Carrasco über heilsame Düfte, schwere Parfüms und Asthma-auslösende Räucherstäbchen.

Atmen: Die Essenz des Lebens – und des Yoga

Das magische Wohlgefühl nach der Yogapraxis entsteht zu großen Teilen aus dem intensiven, bewussten, verlangsamten Atmen während der körperlichen Haltungen (Asana) und der Atemübungen (Pranayama). Die Qualität der Atemluft sollte daher möglichst immer rein und physiologisch verträglich sein, um den wohltuenden Effekt der Yogapraxis zu intensivieren. Feinstaubbelastung, Umweltgifte, Allergene oder Klimaanlagen belasten die Physis des atmenden Menschen im Alltag ohnehin genug. Im Yoga sollte dies anders sein: Yoginis und Yogis müssen frei atmen können.

„Auf einem ebenen, sauberen, von Kiesel, Feuer und Sand freien Platze, der durch liebliche Laute und Teiche den Geist einlädt, das Auge aber nicht belästigt; an einer Höhlenreichen, dem Winde nicht ausgesetzten Stelle und in reiner Luft – solle der Yogi sich dem Yoga hingeben.“

Svetãsvatara-Upanishad

Die Lungen des Körpers sind das organische Verbindungsglied zwischen Mensch und Welt. Lungenbeschwerden, Erkältungen oder gar Lungenentzündungen deuten stets auf eine zeitweilige oder gar profunde „Lebensschwäche” hin. Anstatt purer Atemluft (sprich: Lebensenergie) Rauch, gleich welcher Art, in das Lungengewebe zu inhalieren, ist der helle Wahnsinn. Was an offenen Yogaplätzen in weitläufigen Ashrams Indiens funktioniert, ist für die üblichen Indoor-Praxis des Yoga in Europa also nicht geeignet: Rauch von Räucherstäbchen ist während des Yogaunterrichts oder als Beduftung von Yogastudios so kategorisch kontraindiziert.


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Eine Billion Geruchsnuancen

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Laut neuesten Forschungen (Andreas Keller/Rockefeller University New York) können vom Menschen statt der bisher vermuteten 10.000 etwa eine Billion Düfte wahrgenommen werden. Die Registrierung und Identifizierung dieser großen Anzahl an Duftnuancen findet unterbewusst und automatisiert im zentralen Nervensystem statt. Eingeordnet wird – wie bei allen Wahrnehmungen des Gehirns – in wichtig oder unwichtig, in angenehm oder unangenehm, in tolerabel oder gefährlich. Und hier beginnt bereits die persönliche, sehr individuelle Wertung, denn was die eine Nase als Wohlgeruch empfindet, mag der anderen „stinken”.

Dies gilt insbesondere für künstliche, chemisch hergestellte Düfte oder Parfüms, in denen gleich zahlreiche Duftnoten zusammengemischt werden, um einen einzigartigen, identifizierbaren Duft herzustellen. Parfums wurden von jeher dafür eingesetzt, Aufmerksamkeit zu erregen und den Menschen, der ein Parfüm trägt, in den Mittelpunkt zu heben. Im Yoga-Unterricht innerhalb einer Gruppe die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, durch frisch aufgetragenes oder intensiv riechendes Parfum, ist für die einkehrende, innehaltende, egominimierende Wirkung des Yoga also nicht hilfreich.

Aroma-Therapie als Ausnahme

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Die Erforschung natürlicher Duftessenzen begann mit Rene-Maurice Gattefosse (1881-1950). Denn der entdeckte, dass sich Wunden, Fieber und Schmerzen erfolgreich mit ätherischen Ölen behandeln lassen. In den letzten Jahrzehnten wurden zudem die mentalen wie emotionalen Wirkungen von Aroma-Essenzen wissenschaftlich beobachtet und gezielt zum Einsatz gebracht. Und doch: Auch hier gilt beispielsweise das ätherische Öl des Baldrian (mit seiner bekanntermaßen beruhigenden Wirkung), das über die Nase inhaliert wird, der einen Person als angenehm, der andere gegebenenfalls als unangenehm. Duftinterpretation ist eben eine sehr persönliche Angelegenheit.

Essenzen für die Yogapraxis

Für die Yogapraxis eignen sich ätherische Öle, die nachweislich wohltuend auf das Nervensystem, also auf Körper, Geist und Emotionen wirken und in der Regel von den meisten Personen als angenehm empfunden werden.

Hier eine Auswahl:

  • Blutorange – wirkt erheiternd
  • Douglasie – wirkt erleichternd
  • Eukalyptus Citriodora – wirkt befreiend (nicht zu verwechseln mit Eukalyptus)
  • Grapefruit – wirkt konzentrationsfördernd
  • Lavendel – wirkt beruhigend
  • Lemongrass – belebend, erfrischend
  • Myrte – raumerfrischend
  • Rosengeranie – gemütsaufhellend
  • Rosmarin – fördert die Blutzirkulation
  • Sandelholz – wirkt erdend und erweitert überbewusste Wahrnehmung
  • Weißtanne – wirkt umhüllend, schützend

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Die Qualität ist entscheidend für die Wirkung der Einzeldüfte: Sie sollten aus reinem, natürlichen, am besten kontrolliert-biologisch angebauten Ursprung und aus achtsamer Verarbeitung stammen. Achtung: Preise von 40 Euro oder mehr für 10 ml bis 20 ml sind völlig übertrieben. Zum Glück gibt es Hersteller wie Primavera oder Neumond, die hervorragende Qualität zu angemessenen Preisen bieten (von Primavera gibt es übrigens ein exzellentes Yoga-Mattenspray zur Auffrischung und Reinigung von Yogamatten).

So setzt du Aroma-Essenzen ein

Um deine Yogapraxis zu unterstützen, kannst du Aroma-Assenzen deiner Wahl wie folgt einsetzen (bitte beachte dabei eventuelle Allergien, auch von Yogaschülern):

  • 1 Tropfen auf das Stirnchakra in der Mitte der Stirn tupfen. Achtung: nicht in die Nähe der Augen kommen lassen!
  • 3 bis 5 Tropfen auf den Übergang von Kopf zu Nacken reiben
  • 8 bis 10 Tropfen einer Essenz in das Wasser einer Duftlampe, mit Teelicht zum Erwärmen
  • Raumspray (Rezepte zur DIY siehe unten) zur rauchfreien Raumbeduftung
  • Badezusatz nach deiner Yogapraxis mit 15 bis 20 Tropfen in Badewasser (Ausnahme: Eukalyptus citriodora und Lemongras bitte nicht als Badezusatz verwenden!)

Rezepte für Raumsprays 

Hier noch einige Rezepte, falls du Raumsprays selbst herstellen und für deine Yogasessions einsetzen möchtest. Die Rezepturen sind meine Kreationen, ich setze sie seit Jahrzehnten erfolgreich während des Yogaunterrichts ein (2 bis 3 Sprühstöße je nach Raumgröße und Yogaphase).

Zubehör und Basismischung

  • 100 ml Glasflasche (möglichst dunkles Glas) mit Sprühaufsatz
  • 80 ml Wasser
  • 20 ml neutralen, zuckerfreien Alkohol (z.B. 96%-igen unvergälltem Weingeist nur zur äußerlichen Anwendung, nicht trinkbar!)
  • Nach der Mischung unbedingt etikettieren und von Kindern fernhalten!

Raumspray MIND (zu Beginn der Yogasession zur Klärung von Raum und Geist)

  • 100 ml Basismischung
  • 25 Tropfen Grapefruit
  • 10 Tropfen Eukalyptus citriodora (nicht verwechseln mit Eukalyptus!)
  • 5 Tropfen Myrte aus den Anden

Raumspray BODY (während der aktiven Phase der Yogasession für Körperenergie)

  • 100 ml Basismischung
  • 25 Tropfen Lemongrass
  • 10 Tropfen Rosmarin
  • 2 Tropfen Rosengeranien

Raumspray SOUL (begleitend für Shavasana nach der Asanapraxis)

  • 100 ml Basismischung
  • 25 Tropfen Lavendel
  • 10 Tropfen Kiefernadel
  • 5 Tropfen Limette

Mein Tipp: „Energie Raumspray” von der spagyrischen Heilmittelfirma Soluna aus ihrer Kosmetikreihe Lunasol. Dieser würzige, erdenden Duft holt runter vom Alltag und schenkt gleichzeitig Energie bei ausgiebiger Yogapraxis oder auch zu schlaffen Phasen im Alltag.

Und nicht vergessen: Atmen an der frischen Luft, auf Wald und Wiesen, mit oder ohne Asana-Praxis ist echtes, reines, pures Natur-Yoga!

Duft Yoga Rezepte Wald Duft Yoga Rezepte Wiese

Im Atemholen sind zweierlei Gnaden:
Die Luft einzuziehen, sich ihrer entladen;
Jenes bedrängt, dieses erfrischt;
So wunderbar ist das Leben gemischt.

Johann Wolfgang von Goethe

 

Love and light
wünscht dir

Birgit Feliz Carrasco

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