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Ashtanga: Die 2. Serie nach der AYI® Methode
Bild Sebastian Hakert

Ashtanga: Die 2. Serie nach der AYI® Methode

Von Dr. Ronald Steiner

Die AYI® Methode verbindet traditionellen Ashtanga Yoga mit innovativer Yogatherapie, Alignment und Movement Culture. So entsteht eine für den einzelnen sehr persönliche Praxis – von sportlich-akrobatisch bis therapeutisch-präventiv. Dr. Ronald Steiner ist Arzt, Wissenschaftler und Sportmediziner sowie einer der bekanntesten Vertreter des Ashtanga Yoga. Er gehört zu den wenigen ganz traditionell von den indischen Meistern Sri K. Pattabhi Jois und BNS Iyengar autorisierten Yogalehrern.

Warum gibt es im Ashtanga Yoga festgelegte Übungsserien?

Dr. Ronald Steiner: Eine festgelegte Serie hilft enorm dabei, eine eigenständige Praxis zu kultivieren. Als ich in die Yogapraxis einstieg, kannte ich keine festen Übungsserien. Vor jeder Praxis überlegte ich mir aufs Neue, was ich an diesem Tag üben sollte, blätterte in Büchern und suchte Übungen heraus. Als ich dann mit Ashtanga in Kontakt kam, war das für mich wie eine große Befreiung. Ich brauchte nur meine Yogamatte auszurollen. Die Praxis war schon da. Sie wartete nur darauf, von mir ausgeführt zu werden. Es ist ein wenig so, als wollten wir Musik machen. Natürlich können wir uns an das Instrument setzen und beliebige Töne in immer wieder neuer Reihenfolge spielen. Mit der Zeit mag dabei auch etwas Harmonisches entstehen. Doch ohne Frage ist es um einiges leichter, ein bereits fertig komponiertes Musikstück zu spielen. Nach sehr kurzer Zeit schwingt die Harmonie der Komposition in uns, und die Musik entsteht fast von allein. So wird das Spielen zu einem meditativen Erlebnis. Die körperliche Praxis des Ashtanga Yoga ist eine Komposition von Atem und Bewegung. Der Rhythmus des Atems und die Harmonie der Bewegung tragen uns mühelos in ein ganzheitliches meditatives Erlebnis.

Was hat es mit den unterschiedlichen Serien im Ashtanga auf sich?

Dr. Ronald Steiner: Im Ashtanga Yoga gibt es vier aufeinander aufbauende Übungsserien. Man lernt sie als Schüler eine nach der anderen. Es ist etwa so, wie ein Musiker verschiedene Kompositionen erlernt. Erst wenn er in einer ein gewisses Maß an Erfahrung gesammelt hat, macht es Sinn, die nächste anzugehen. Jede Serie integriert dabei einen neuen Aspekt in die Yogapraxis.

Was unterscheidet die erste von der zweiten Serie?

Dr. Ronald Steiner: Die erste Serie bildet den Einstieg in den Ashtanga Yoga. Hier lernt der Übende den Rhythmus des Atems kennen und erlebt, wie der Atem den Körper tragen kann. Sie ist der Einstieg in das ganzheitliche meditative Erlebnis. Traditionell wird die erste Serie „Yoga Chikitsa“, Yoga-Therapie, genannt. Und in der Tat legt sie eine hervorragende Grundlage für einen gesunden physischen Körper. Die Haltungen der ersten Serie geben reichlich Möglichkeiten, Kraft und Ausdauer zu entwickeln. Wir finden vor allem Vorbeugen und hüftöffnende Positionen.

In diesem Video kannst du mit Dr. Ronald Steiner die erste Serie der Ashtanga Yoga Tradition üben:

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Die zweite Serie ergänzt die erste auf wunderbare Weise. Nun reckt der Übende sich nach oben und eröffnet sich einen Zugang zu Rückbeugen. Traditionell wird die zweite Serie „Nadi Shodhana“, Reinigung der Energiekanäle, genannt. Schnell kann der Übende in die feinstofflichen Aspekte der Praxis eintauchen. Ashtanga Yoga gilt als anstrengend und fordernd, viele Yoga-Neulinge bzw. körperlich nicht so fitte Yogis trauen sich da nicht ran.


Ashtanga-Yoga-Programm: Die zweite Serie
Ashtanga Yoga Basics ist ein von Dr. Ronald Steiner entwickeltes Konzept, um sich unter Einbezug der modernen bewegungsphysiologischen Erkenntnisse an die zweite Serie der Ashtanga-Yoga-Tradition heranzutasten. Mit YogaEasy und Dr. Ronald Steiner kannst du die zweite Serie in sieben Wochen Stück für Stück erlernen.
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Was ist die Herausforderung an Ashtanga aus deiner Sicht?

Dr. Ronald Steiner: Ashtanga Yoga basiert auf einer regelmäßigen Praxis. Erst dann entfaltet sich die Schönheit im Rhythmus des Atems und der Harmonie der Bewegungen. Erst dann kann ein meditatives Erleben entstehen. Die wichtigste Herausforderung ist es daher eine regelmäßige, zu sich passende Praxis zu kultivieren. Natürlich sind einige Haltungen und Bewegungen auch physisch herausfordernd. Doch ein erfahrener Lehrer kann dem Übenden Schritt für Schritt einen Zugang geben. Wieder liegt der Vergleich zur Musik nahe. Auch in einer musikalischen Komposition gibt es technisch schwierige Passagen. Diese erschließen sich durch den systematischen Aufbau der Übungspraxis.

Was ist das Besondere an der AYI® Methode?

Dr. Ronald Steiner: Der traditionelle Ashtanga Yoga entwickelte sich letztlich aus dem Unterricht von Krishnamacharya aus dem Jahr 1924. Damals unterrichtete er an der Schule in Mysore über vier Schuljahre hinweg indische Jungen ab dem 11. Lebensjahr. Wir können unseren Körper mit einem Instrument für die bewegte Komposition der Ashtanga-Übungsserien vergleichen. Wer mit Mitte 30 in die Praxis einsteigt, hat in diesem Vergleich ein anderes Instrument als ein 11-jähriger indischer Junge. Doch eine Komposition kann man auch auf einem anderen Instrument spielen. Wieder entsteht etwas wundervoll Schönes. Genau das macht die AYI® Methode. Sie transportiert die Bewegungsabläufe des traditionellen Ashtanga Yoga und eröffnet so jedem Menschen einen individuell angepassten Zugang. So entsteht eine für den einzelnen eine ganz persönliche Praxis – von sportlich-akrobatisch bis hin zu therapeutisch-präventiv.

Hier kannst du eine AYI-Sequenz mit Dr. Ronald Steiner üben:

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Die zweite Serie des Ashtanga Yoga wirkt jedoch sehr akrobatisch. Ist sie dennoch für jeden möglich?

Dr. Ronald Steiner: Ganz konkret müssen wir in der Vorbeuge nicht flach auf unseren Oberschenkeln liegen, um eine Dehnung in der Körperrückseite zu erleben. Wir müssen auch nicht in der Rückbeuge unsere eigenen Knie fassen, um die angenehme Weite des Herzraums zu erleben. Wir brauchen nicht den Fuß hinter den Kopf legen, die Öffnung in der Hüfte zu erleben. Genau zu diesem Zwecke bietet die AYI® Methode zu jeder noch so akrobatisch anmutenden Haltung, eine „Basic-Form“. Diese ermöglicht es, mit einem üblichen westlichen Körper die volle Harmonie der Haltung zu erfahren.

Die AYI® Methode bedeutet also, Ashtanga Yoga in einer Basic-Form zu praktizieren?

Dr. Ronald Steiner: Die Basic-Form berücksichtigt moderne bewegungsphysiologische Erkenntnisse und richtet sich gezielt an westliche Übende. Wir nutzen diese Basic-Form für den Einstieg in die Praxis. Für die meisten unserer Schüler passt sie hervorragend. Jedoch ist die AYI® Methode nicht auf die Basic-Form beschränkt. Vielmehr geht es darum, jedem Menschen dabei zu helfen, eine für sich individuell angepasste Form zu finden. Einige bringen weitere körperliche Besonderheiten mit und benötigen noch individuellere Anpassungen. Andere möchten durch eine spezielle Form in ihrer Praxis besondere Schwerpunkte setzen. Ein starker und flexibler Körper kann das Resultat von kontinuierlicher Praxis sein, für andere ist er auch ein Geschenk der Natur. Dann kann die traditionelle Form für diese genau die richtige Weise des Übens sein. Wieder der Vergleich zur Musik: Unser Körper ein ganz individuelles Instrument. Wir können die Schönheit dieser bewegten Komposition in der Einzigartigkeit unseres Körpers immer wieder neu entfalten.

Für wen sind die Videos, die du mit YogaEasy zur zweiten Serie gedreht hast, gedacht?

Dr. Ronald Steiner: Ich lade dich ein, mit mir in diesen Videos die zweite Serie in einer Basic-Form zu üben. Es ist gut, wenn du schon ein wenig Erfahrung im Ashtanga Yoga gesammelt hast. Hier findest du auf YogaEasy viele Stunden von mir. Körperlich reicht eine durchschnittliche Kraft und Flexibilität. Wenn einzelne Übungen dir dennoch nicht möglich sind, lade ich dich ein, diese für dich individuell anzupassen. Die Basic-Form ist darauf ausgelegt, leicht individuell anpassbar zu sein.

Die Stunden zur zweiten Serie sind auf YogaEasy in sechs Teile aufgeteilt. Was hat es damit auf sich?

Dr. Ronald Steiner: Die Übungsfolgen des Ashtanga Yoga enthalten verschiedene Bereiche. Wieder können wir das mit den Strophen eines Musikstücks vergleichen. Je nachdem, wie lange du üben möchtest, kannst du dir aus den einzelnen Strophen deine persönliche Praxis zusammenstellen.

  • Sonnengrüße: Dies ist der traditionelle Start in die Ashtanga-Praxis. Hier entsteht ein kraftvoller Rhythmus des Atems.
  • Grundhaltungen: Diese stehenden Positionen entwickeln dein Fundament.
  • Zweite Serie, Teil 1 von 3: Wir eröffnen uns in dieser Strophe die Welt intensiver Rückbeugen.
  • Zweite Serie, Teil 2 von 3: Hier geht es im Fokus um die Öffnung der Hüfte. Wieder hat diese Strophe einen in sich wohnenden Spannungsbogen.
  • Zweite Serie, Teil 3 von 3: Nun legen wir einen Schwerpunkt in Balance- und Umkehrhaltungen. Das ist sicherlich die herausforderndste Strophe, auch in der hier vorgestellten Basic-Form.
  • Abschlusssequenz: Der traditionelle Schluss der Ashtanga-Praxis. Wir geben dem Atem mehr Tiefe und finden innere Ruhe.

Jeder dieser sechs Teile entspricht etwa 15 bis 20 Minuten Praxislänge. Jeder kann für sich alleine stehen oder der Reihenfolge nach mit den anderen Strophen kombiniert werden. Durch die Wahl der hier vorgestellten Basic-Form kannst du also mit jeder Strophe einsteigen. So kannst du deine individuelle Praxis selbst kombinieren. Egal, aus welchen Strophen du deine bewegte Meditation zusammen baust: Beginne und ende stets bewusst. Ich empfehle hierfür ein Mantra oder ein OM. Es hilft dir, dich ganz auf das Hier und Jetzt einzustimmen. Zusätzlich solltest du dir am Ende jeder Praxis mindestens sieben Minuten für deine Entspannung nehmen. Mit diesen einfachen Spielregeln eröffnen sich dir viele Möglichkeiten. Ich lade dich ein zu erfahren, wie sich die unterschiedlichen Strophen für dich anfühlen. Kannst du Unterschiede erleben, wenn du sie für sich alleine praktizierst oder im Verbund mit anderen?

Viel Freude beim Eintauchen in individuell angepassten und dennoch traditionellen Ashtanga Yoga.

Mehr über Dr. Steiner, die AYI® Methode sowie die Modulare Aus- und Weiterbildung für Yogalehrer, erfährst du hier.

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