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Alles über Chakra Yoga – mit Übungen

Von Birgit Feliz Carrasco

Wie kann man die Chakras im Körper spüren? Sind sie überhaupt spürbar? Das sind Fragen, die mir in Yoga-Workshops oft gestellt werden. Es gibt viel Wissen und auch einiges an Halbwissen zum Thema Chakra. Viele suchen Chakras als physische Organe im Körper und finden sie nicht, weil sie außerhalb, in der feinstofflichen Hülle des Körpers, beheimatet sind. Es braucht einige Übung und Sensibilisierung, um die Chakras zu erfühlen. Das liegt daran, dass sich die Aufgabe und Funktionsweise der Chakras für unser körperliches Sein uns erst dann erschließen, wenn wir erleben und begreifen, was feinstoffliche Energie ist. Denn die ist für viele immer noch ein Mysterium. Sie ist nicht sichtbar, nicht anfassbar, nicht wissenschaftlich erklärbar – und dennoch ist sie fühlbar. Wie?

Chakra Yoga: Wie du deinen Körper mit feinstofflicher Energie vitalisieren kannst

Probiere es doch mal mit dieser kleinen Wahrnehmungsübung:

Feinstoffliche Energie spüren

  1. Stelle dich aufrecht hin.
  2. Schließe deine Augen und halte sie während der Übung geschlossen.
  3. Reibe deine Handflächen ca. 30 Sekunden lang aneinander.
  4. Jetzt halte deine Hände in einem Abstand von ca. 50 cm auseinander.
  5. Nun führe deine Handflächen ganz langsam und aufmerksam Zentimeter um Zentimeter näher zueinander.
  6. Du spürst beim Zusammenführen ein Feld, einen nicht definierbaren Widerstand, zwischen deinen Händen.
  7. Je näher sich die Hände kommen, desto dichter wird das Feld, wie ein großer Wattebausch, den du sanft zusammendrückst.
  8. Spiel etwas mit dem Wattebausch, ziehe ihn mal weiter auseinander und drücke ihn wieder kompakter zusammen.
  9. Das, was du zwischen deinen Händen spürst, ist feinstoffliche Energie, die dich und alles umhüllt ohne sichtbar, erklärbar und doch fühlbar zu sein. Ein lustiges und erstaunliches Gefühl, nicht wahr?
  10. Stell dir den großen Wattebausch zum Abschluss der kleinen Wahrnehmungsübung als Lichtball vor, den du in die Luft wirst.
  11. Dann öffne deine Augen und schüttele deine Hände sanft aus.

Zur Erfahrbarkeit von Chakras und Sensibilisierung für ihre Funktionsweise lasse ich in Gruppen weiterführende Übungen zu zweit machen. Dabei werden die Hände der einen Person schwebend in ungefähr zehn Zentimeter Abstand über den Chakra-Positionen der zweiten, liegenden Person gehalten. Alle lassen sich in meditativer Stille ganz und gar auf Fühlen statt auf Denken und Verstehen ein... und dann passieren erstaunliche Wahrnehmungen, wie stets von beiden Personen nach diesem gegenseitigen Erkundungen berichtet wird.

Eine Welt umgibt die Welt

Feinstoffliche Energie ist das, was wir nicht sehen und was dennoch über unser aller Leben und Lebendigkeit entscheidet. Es ist wie die Fische im Meer: Für sie ist das Element des Wassers vermutlich auch nicht sichtbar oder fühlbar, aber dennoch ist es ein Medium, das ihnen Lebendigkeit ermöglicht und sie ständig umgibt. Nun könnte man sagen, dass es an der Erdoberfläche das feinstoffliche Element der Luft mit Sauerstoff und weiteren Partikeln gibt, das Mensch und Tier die Lebendigkeit ermöglicht, was ja de facto auch so ist. Aber Sauerstoff und Stickstoff sind – auch wenn diese für unsere Augen nicht sichtbar sind – Moleküle, die zur Welt der Feststofflichkeit gehören. Alle Moleküle, alle Zellen, unsere Körper, die Blüten einer Blume, das Holz eines Baums, die Steine und die Erde gehören zur Welt der Feststofflichkeit, die allerdings nur einen geringen Teil unserer Existenz ausmacht. Manche Thesen sagen sogar, dass lediglich 1 Prozent unseres Seins grobstofflich ist und wir zu 99 Prozent feinstoffliche Energiewesen sind. Feinstoffliche Energie ist das unendliche Feld, das alle Welt umhüllt und tatsächlich auch erfahrbar ist, so man sich darauf einlässt.

Der Atem der Schöpfung fließt in allem

Feinstofflichkeit ist das, was alles energetisch erfüllt und belebt. Manche nennen es auch „den Atem der Schöpfung”, der alles Lebendige erst belebt. Tatsächlich ist allein aus grobstofflicher Energie (zum Beispiel in Form von Nahrung) Lebendigkeit nicht möglich. Erst braucht einen Funken mehr, der alles Körperliche beseelt und lebendig hält. Selbst jahrzehntelange Sammlung und Erforschung modernen medizinischen Wissens können bis heute beispielsweise nicht erklären, was den Sinusknoten des Herzens dazu bringt, Impulse zu produzieren, die in Form von Signalen den Herzmuskel zu regelmäßigen Kontraktionen motivieren, um Blut als den essenziellen Stoff des Lebens durch den Körper zu pumpen. Es passiert einfach.

Man weiß, Energiestöße kommen, man weiß aber nicht, woher und warum. Dies allein als elektrischen Vorgang zu erklären, ist ungenügend. Ähnlich verhält es sich mit der Energieproduktion in den Zellen. Zellorganellen namens Mitochondrien stellen Energie her, die die feststofflichen Zellen und damit den feststofflichen Körper lebendig machen. Dazu benötigen sie Nahrungsmoleküle, aber warum und wie diese von den Mitochondrien in Lebensenergie transformiert werden, ist nicht erklärbar. Mitochondrien sind scheinbar göttliche Lichtfunken in jeder der Billionen Zellen im Körper.

Chakras als Tore zwischen Feinstofflichkeit und Feststofflichkeit

In der ayurvedischen und yogischen Lehre, aber auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wurde bereits vor Jahrtausenden berichtet, dass jeder Körper von unsichtbaren, feinstofflichen Energiebahnen und -zentren durchzogen ist (Meridiane und Akupunkturpunkte in der chinesischen, Nadis, Marmapunkte und Chakras in der indischen Lehre genannt). Kunsthistoriker erläutern die vielen Knoten auf dem Kopf einer Buddhastatue nicht als historische Haarpracht, sondern als stilisiertes Symbol der tausend Nadis, die sich im Zustand der Erleuchtung zum Kronenchakra (Sahasrara Charka) hin öffnen und geöffnet bleiben. Der Heiligenschein bei christlichen Darstellungen entspringt ebenfalls der Art und Weise, das feinstoffliche Energietor am Kopf (Kronen- oder Scheitelchakra genannt) zu symbolisieren. Und auch die Kronen weltlicher Herrscher und Könige sowie die Mitra von Päpsten zeigen an, dass diese Menschen Lichtgestalten sein sollen, die über ihr Scheitelchakra in Verbindung mit höheren (feinstofflichen) Mächten stehen.

Es gibt zahlreiche kleine, mittlere und große Chakras an jedem Körper, deren Aufgabe es ist, dem Organismus aus dem umgebenden unsichtbaren Meer feinstofflicher Energie zuzuführen und diese hochschwingende Energie auf die Frequenz der feststofflichen Materie zu transformieren. Stell dir einen Trichter vor, der in sich pulsierend nach links und rechts dreht und dabei feinstoffliche Energie aufsaugt und über seinen immer dünner werdenden Stiel die Energie dem grobstofflichen Körper zuführt. Deswegen sind Chakras außerhalb, im energetischen Umgebungsfeld, und nicht im Körper als physisches Organ, spürbar.

Chakra Yoga: Feinbau eines Chakras

Abb: Feinbau eines Chakras

Die Chakras bewusst wahrnehmen

Sind Chakras in schwingender, pulsierender Funktion, versorgen sie den menschlichen Körper mit dem belebenden „Atem der Schöpfung“. Allerdings sind sie ohne bewusste Sensibilisierung für die meisten Personen erst dann spürbar, wenn ihre pulsierende Funktion minimiert ist. Dann treten sogenannte energetische Blockaden im Körper als Beschwerden, Schmerzen oder Erkrankungen auf. Die Ursache liegt jedoch nicht darin, dass die Schöpfung plötzlich beschließt, weniger feinstoffliche Energie für ein Individuum zur Verfügung zu stellen. Die Auslöser einer Blockade und/oder einer Erkrankung eines Menschen liegen in der Regel in den psychosomatischen Wechselwirkungen verborgen, die sich aus Emotionen, Erlebnissen und der Lebensweise in Kombination mit dem physischen Körper zusammensetzen. Und genau hier kann die Praxis des Yoga hilfreich eingreifen und heilsam wirken, denn Asanas wie Meditationsrituale helfen, die Welt der feinstofflichen Energie kennenzulernen, sie für sich selbst zu spüren, für den eigenen Körper Disharmonien zu erkennen und so Yoga bewusst zur feinstofflichen Gesundung von Körper und Geist einzusetzen.

Bekanntermaßen sind sieben große Chakras entlang der Wirbelsäule außerhalb des physischen Körpers vorhanden und von empfindsamen Menschen zu erfühlen, manchmal aber auch direkt ertastbar. Die Chakras versorgen die körperliche Region, in der sie liegen, mit feinstofflicher Lebensenergie und helfen den dort anzutreffenden Geweben und Organen, ihre Aufgaben zu erfüllen, und den Zellen, feinstoffliches Licht in molekuläre Körperenergie zu verwandeln. Jedes Chakra hat spezifische Aufgaben, und doch ist jedes von ihnen stets Teil des ganzen, herrlichen Systems, das wir Leben nennen und das sich nicht nur auf unserer körperliches Dasein beschränkt.

Ertasten des Herzchakras am eigenen Körper

  1. Führe deinen Zeigefinger von Hals beginnend mit relativ starkem Druck über das Brustbein ganz langsam abwärts.
  2. Ungefähr in der Mitte der Brust wirst du einen sehr empfindlichen Punkt spüren.
  3. Weder oberhalb noch unterhalb ist das Gewebe so empfindlich wie dort, wo die Verbindungstelle des Herzchakras zwischen feinstofflichem Energiefeld und feststofflichem Körper liegt.

Das Herzchakra ist auch in entsprechender Höhe am Rücken spürbar und wird häufig als steifer, unflexibler Punkt der Wirbelsäule bei der Praxis von Asanas wahrgenommen – beispielsweise während der Asana Dreieck, Trikonasana, sowie bei Rückbeugen.

Chakra Yoga: Die sieben Chakren im Körper

Abb: Lage der großen  Chakras und Energiebahnen, die die zugeführte feinstoffliche Energie im Körper weiterleiten

Alle 7 Chakras im Überblick

  1. Das Wurzelchakra (Muladhara Chakra) liegt am Ende der Wirbelsäule vom Steißbein aus zur Erde hin ausgerichtet.
  2. Das Sakralchakra (Svadhisthana Chakra) liegt in Höhe des Schambeins bzw. des Kreuzbeins.
  3. Das Solarplexuschakra (Manipura Chakra) liegt zwischen Nabel und Brustbeinende sowie in gleicher Höhe des Rückens.
  4. Das Herzchakra (Anahata Chakra) liegt in der Mitte der Brust sowie in gleicher Höhe der Brustwirbelsäule (wie oben beschrieben).
  5. Das Halschakra (Vishuddha Chakra) liegt in Höhe des Kehlkopfs bzw. mittig des Nackens.
  6. Das Stirnchakra (Ajna Chakra) liegt in der Mitte der Stirn und in gleicher Höhe am Hinterkopf (auch Drittes Auge genannt und ebenfalls mit etwas Fingerdruck als deutlich empfindliche Körperstelle zu spüren).
  7. Das Kronenchakra (Sahasrara Chakra) liegt am höchsten Scheitelpunkt des Kopfs zum Himmel ausgerichtet (auch Scheitelchakra genannt).

Darüber hinaus gibt es spürbare Chakras an Füßen, Knien und Händen, aber auch feinstoffliche Energiezentren etwa 30 Zentimeter unterhalb der Füße und oberhalb des Kopfs. Und alle freuen sich vermutlich darauf, gewertschätzt und vielleicht sogar in ihrer Funktionsweise harmonisiert und durch bewusste Wahrnehmung unterstützt zu werden.

Chakra Yoga: Die Chakras mit Yoga-Übungen wertschätzen

Yoga ist immer und für alles eine hilfreiche Wahl und meiner Erfahrung nach ein nahezu allumfassendes Heilmittel mit multiplen Wirkungen. Dabei wirkt sich natürlich jede Asana auf den Körper als Ganzes aus und regt das grobstoffliche sowie das biochemisch-molekulare System sowie das feinenergetische System des Praktizierenden an. Zur bewussten Wertschätzung des inneren „Atems der Schöpfung” und der dafür nötigen Chakrabereiche ist es schön, die Yoga-Praxis ab und zu auf diese feinstofflichen Energiezentren zu fokussieren. Da die Chakras am und außerhalb des Körpers miteinander kommunizieren und miteinander verbunden sind, empfehle ich für eine erste Chakra-Yogasession folgende Asanas für ein elementares Einstiegsprogramm:

1. Wertschätzung des Wurzelchakras

Der Schmetterling: Yoga-Übung für das Wurzelchakra

Yoga-Übung für das Muladhara Chakra: Der Schmetterling

  1. Setze dich im Schneidersitz auf deine Yogamatte und lege die Fußsohlen aneinander.
  2. Umfasse mit beiden Händen deine Füße und richte deinen Oberkörper mit möglichst gerader Wirbelsäule auf.
  3. Schließe deine Augen und konzentriere dich auf dein Steißbein am Ende der Wirbelsäule.
  4. Mache dir das Meer aus feinstofflicher Energie um deinen Körper bewusst.
  5. Beginne nun, beide Knie und Beine synchron sanft auf und ab zu bewegen und damit wie mit den Flügeln eines Schmetterlings zu wippen.
  6. Stelle dir dabei die pulsierende Arbeit deines Wurzelchakras vor, das deinen unteren Körper- und Beckenbereich mit feinstofflicher Energie versorgt.
  7. Lasse deine Beine mal schneller, mal langsamer auf- und abwippen und übe die Asana, solange es dir guttut.
  8. Zum Ende der Übung lass den Flügelschlag langsamer und langsamer werden, bevor dein Körper gänzlich in Bewegungsstille verharrt.
  9. Mit weiterhin geschlossenen Augen fühle, wie dein Körper schwebt und von einem feinstofflichen Energiefeld unter deinen Po und Beinen getragen und erhoben wird.

2. Wertschätzung des Herzchakras

Der Fisch: Yoga-Übung für das Herzchakra

Yoga-Übung für das Anahata Chakra: Der kleine Fisch

  1. Setze dich mit ausgestreckten Beinen auf deine Yogamatte.
  2. Positioniere deine Arme mit aufgestützten Ellbogen hinter deinen Oberkörper und schiebe die Hände ein wenig unten deinen Po (Handflächen zum Boden).
  3. Strecke deine Beine wieder aus und stütze dich auf deine Unterarme.
  4. Mache dir das Meer aus feinstofflicher Energie um deinen Körper bewusst und konzentriere dich auf dein Herzchakra.
  5. Wölbe deine Brust gen Himmel und beuge deinen Rücken nach hinten.
  6. Deinen Kopf halte locker in Verlängerung deiner Wirbelsäule.
  7. Als Yoga-Geübte kannst du auch den großen Fisch aus der Rückenlage machen, indem du den Oberkörper gen Himmel aufrichtest und den Kopf locker gen Erde hängen lassen (jedoch niemals auf der Erde aufsetzen, da dies die Halswirbel staucht).
  8. Atme tief, verweile, solange es dir guttut.
  9. Visualisiere dein pulsierendes Herzchakra auf Brust- und Rückenseite und wertschätze es für seine Energierzufuhr für deine Lebendigkeit.

3. Wertschätzung deines Stirnchakras

Der Krieger III: Yoga-Übung für das Dritte Auge

Yoga-Übung für das Dritte Auge – Ajna Chakra: Der Krieger III

  1. Stelle dich aufrecht auf deine Yogamatte, die Füße eng zueinander.
  2. Verlagere dein Körpergewicht auf ein Bein und richte deinen Blick ungefähr einen Meter vor dir auf die Erde.
  3. Mache die das Meer aus feinstofflicher Energie um deinen Körper bewusst und konzentriere dich auf dein Stirnchakra.
  4. Neige deinen Oberkörper langsam nach unten und breite dabei deine Arme zur Seite oder gerade nach vorn aus.
  5. Hebe dabei ein Bein nach hinten und oben, bis deine Arme, dein Oberkörper und das schwebende Beine eine Gerade bilden.
  6. Spüre, wie das Feld der feinstofflichen Energie deinen Körper trägt und in der Balancehaltung stützt.
  7. Du kannst auch deine Hände an eine Wand oder auf eine Fensterbank zur Stütze legen.
  8. Stelle dir vor, wie das meist überlastete Stirnchakra deines unablässig denkenden Verstands durch die Ausrichtung zur Erde frei wird wie ein Glas, dessen Inhalt sanft ausgeschüttet wird.
  9. Spüre das harmonische Pulsieren deines Stirnchakras.
  10. Verweile in der Haltung, solange du die Balance ohne Anstrengung halten kannst.
  11. Danach wiederhole die Übung auf dem anderen Bein stehend.

Unseren physischen und feinstofflichen Organen jeden Tag ein bisschen Wertschätzung zu schenken, ist nicht aufwändig, bewirkt jedoch liebe- und lichtvolle Heilung, die wir uns selbst schenken können.

Mehr zum Thema „Chakra Yoga. Das komplette Programm zur Vitalisierung und Heilung der Energiezentren” gibt es als Taschenbuch vom Südwest Verlag.

Chakra Yoga: Buch von Birgit Feliz Carrasco

Copyright Abbildungen: Südwest Verlag/Randomhouse, Zeichnungen von Beate Brömse

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