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Auf los geht's los! 7 Tipps rund um die Geburt
Bildquelle: Istockphoto.com

Auf los geht's los! 7 Tipps rund um die Geburt

Von Saskia Schmitz-Tietgen

... Und wer nervös ist, fragt natürlich herum, auf was man sich in Sachen Geburt und die Zeit danach so einzustellen hat. Geschichten dazu gibt es so viele, wie es Frauen gibt. Doch bei einigen Punkten fragt man sich im Nachhinein, warum darüber eigentlich keine der Befragten jemals ein Sterbenswörtchen verloren hat. Einige dieser Punkte haben wir für dich aufgegriffen und bringen ein wenig Licht ins Dunkel.

1. Zwei Wochen vor der Geburt – Vorbereitung ist alles

Bei der Vorstellung, dass ein Babykopf etwa in der Größe eines Handballs den weiblichen Körper durch eine deutlich kleinere Öffnung passieren muss, läßt viele Frauen erschaudern. Dabei ist dieser Prozess durchaus aushaltbar und meist weniger dramatisch, als angenommen. Immerhin hat die Natur vorgesorgt: Die Schädelplatten des Babys sind noch nicht fest, so dass sie sich zusammen schieben können und der Kopfumfang deutlich kleiner wird. Hingegen ist der Weg dorthin häufig die eigentliche Herausforderung. Denn bevor es ans eigentliche Pressen geht (was viele Frauen schließlich als wahre Erleichterung empfinden), muss sich erstmal der Gebärmuttermund ausreichend weit öffnen. 10 cm sollte er weit sein, damit der Kopf des Babys überhaupt eine Chance hat hindurch zu passen. Der Prozess des Öffnens kann schnell gehen oder aber wirklich lange dauern und viel Kraft kosten.


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Tipp:

Damit sich die Beckenbodenmuskulatur entspannt, geschmeidig wird und sich der Gebärmuttermund bei der Geburt leicht und zügig öffnen kann, empfehlen Hebammen häufig Dampf- oder Sitzbäder mit Heublumen. Dazu nimmst du - frühestens ab der 37. Schwangerschaftswoche - einen Löffel Heublumen (bekommst du in jeder Apotheke) und übergießt sie mit einem Liter heißem Wasser. Lass die Blumen etwa 5-10 Minuten ziehen, siebe sie dann ab und fülle den warmen Sud in eine Schüssel und lass ihn etwas abkühlen. Die Schüssel stellst du entweder in die Toilettenschüssel und du setzt dich auf die Klobrille. Oder du kombiniert das Dampfbad mit einer Yogaübung, die die Beckenbodenmuskulatur ebenfalls dehnen und weiten soll:

Malasana, die tiefe Hocke 

  • Stelle dafür die Schüssel auf den Boden und hocke dich mit hüftbreit geöffneten Beinen über die Schüssel. Du kannst auch ein Kissen unter die Fersen legen um einen sicheren Stand/Sitz zu haben.
  • Die Hände kannst du in Gebetshaltung vors Herz bringen und somit die Knie außerdem sanft nach außen drücken.
  • Egal für welche Variante du dich entscheidest: Achte darauf, dass der Dampf nicht zu heiß ist und genieße für maximal zehn Minuten die entspannende Wärme.

2. Stichtag – Und dann geht's plötzlich los...

... oder auch nicht. Nur wenige Kinder kommen auch wirklich am Stichtag zur Welt. Gerade bei Erstgebärenden kommt der Spross häufig etwas später. Die Zeit vom Stichpunkt bis zur tatsächlichen Geburt kann nervenzehrend sein. Immerhin musst du ab dem errechneten Geburtstermin jeden zweiten Tag zum Arzt, der überprüft, ob die Herztöne deines Babys in Ordnung sind und die Menge des Fruchtwassers noch ausreicht. So richtig planen mag man auch nichts mehr, immerhin könnte es ja jederzeit soweit sein und gedanklich ist man sowieso nur noch mit dem Thema Geburt beschäftigt. In den meisten deutschen Krankenhäusern wird nach dem zehnten Tag die Geburt eingeleitet. Eine nicht sonderlich angenehme Vorstellung für die meisten Frauen.

Tipp:

Damit die Geburt endlich losgeht, kann man zunächst auf natürliche Maßnahmen setzen.  Frag deine Hebamme zum Beispiel nach einem Wehencocktail. Dieser soll schon so manche Geburt zum Laufen gebracht haben. Hauptbestandteil des Cocktails ist Rizinusöl, das die Aktivität des Darms ankurbelt und ihn schließlich entleert. Da Darm und Gebärmutter sehr nah beieinander liegen, wird die Gebärmutter durch die Darmtätigkeit natürlich mit-stimuliert. Auch zügiges Spazierengehen und sich dabei mal wieder etwas anstrengen kann die Geburt einleiten. Laut Yogi Bhajan, der das Kundalini Yoga in den Westen brachte, sollten schwangere Frauen zur Geburtsvorbereitung täglich ca. sechs bis acht Kilometer laufen. Durch das Laufen kann das Baby in die richtige Startposition für die Geburt rutschen. Außerdem kann der Kopf des Kindes auf den Gebärmutterhals drücken, was das Wehen-auslösende Hormon Oxytocin freisetzt.

3. Es ist so weit – DIE perfekte Geburt...

... gibt es nicht. Denn: Jede Geburt ist einzigartig und anders. Es gibt zahlreiche Tipps, was du mit ins Krankenhaus nehmen solltest - von Büchern, falls dir langweilig werden sollte (hahahaha), über dein Lieblingsmassageöl, bis hin zu dicken Socken, da kalte Füße die Geburt verlangsamen können.

Tipp:

Am besten du schaust, womit du dich am wohlsten fühlst, anstatt fremde Listen zu studieren. Denn die eine mag nicht auf ihre Lieblingsschokolade verzichten, die andere braucht ihre Lieblingsmusik, um sich entspannen zu können. Löse dich von allen Vorstellungen WIE die Geburt deines Kindes sein wird und stelle dich darauf ein, dass es vielleicht ganz anders kommt, als du dir gedacht hast. Eine gute Möglichkeit, entspannt und zuversichtlich in das Erlebnis "Geburt" zu gehen, kann das Praktizieren von Hypnobirthing sein. Die Idee dahinter ist: Angst verursacht Anspannung und Anspannung verursacht Schmerzen. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, wird zum einen auf Aufklärung und Information und zum anderen auf entsprechende Entspannungsübungen bzw. eine Art Hypnose gesetzt. Auch die Wechselatmung aus dem Yoga kann dazu eingesetzt werden, ruhig und entspannt der Geburt entgegen zu blicken.

  • Dazu setzt du dich in eine bequeme Position und verschließt mit deinem rechten Daumen das rechte Nasenloch während du auf der linken Seite einatmest. Zeige- und Mittelfinger liegen auf dem Daumenballen.
  • Dann verschließt du mit dem Ringfinger das linke Nasenloch und atmest rechts aus.
  • Fahre so bis zu zehn Minuten fort. Vielleicht merkst du, wie du allmählich ruhiger und entspannter wirst.

Hier zeigt dir Anna Trökes wie es geht.

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4. Du bist mittendrin – A, E, I, O, U statt "Aua"

Klar: Dass man bei der Geburt bewusst atmen sollte, hat sicher jede Frau irgendwann mitbekommen. Auch von "Tönen" ist immer wieder die Rede. Die einen finden es befremdlich, die anderen können sich gleich damit anfreunden. Vielleicht fällt es dir leichter, Laute und Töne von dir zu geben, wenn du den Hintergrund kennst. Der Muttermund steht in engem Zusammenhang mit unserem Mund und unserer Unterkiefermuskulatur. Lockern wir die Kiefermuskulatur, zum Beispiel durch lautes Prusten, Gähnen, Singen oder Tönen können wir ihn lockern.

Tipp:

Mach dich am besten rechtzeitig mit dem Tönen vertraut, damit du während der Geburt erst gar keine Hemmungen verspürst. Ein Yogakurs für Schwangere kann hier genau richtig für dich sein. Hier lernst du wichtige Atemtechniken wie die Brahmari Atmung kennen und auch das Tönen ist häufig Bestandteil. Was die Brahmari Atmung ist?

  • Du atmest tief durch die Nase ein, verschließt deine Ohren mit den Zeigefingern, hebst deine Ellenbogen auf Schulterhöhe und atmest summend wie eine Biene aus.

Diese Atemtechnik soll Verspannungen im Kopfbereich lösen und Stress reduzieren. Auch wie du richtig "tönst" ist in vielen Schwangerenyoga-Kursen Bestandteil. Wie es geht? Ganz einfach:

  • Atme tief durch die Nase ein, forme deine Lippen zu einem Kreis und lass beim Ausatmen einen Ton erklingen.

Insbesondere tiefe Töne und Vokale sollen durch die Schwingungen Verspannungen lösen können und so Schmerzen reduzieren und die Geburt erträglicher machen.

5. Es ist geschafft – Die ersten Tage nach der Geburt

Tatatata: Dein Baby hat das Licht erblickt. Völlig erschöpft, aber dankbar hältst du dein Kind im Arm. Sicher erwartest du jetzt rosarote Wolken und einen Himmel voller Geigen. Viele Frauen empfinden manchmal aber auch so etwas wie Trauer - denn dort, wo sie neun Monate lang ein Baby in ihrem Leib getragen haben, ist jetzt ein leerer Bereich. Im Ayurveda sagt man auch: Dort befindet sich jetzt besonders viel Vata (das Luft-Element).

Tipp:

Im Ayurveda wird direkt nach der Geburt darauf geachtet, das Vata Element zu reduzieren. Dazu wird zum Beispiel der Bauch der Mutter mit einem Tuch fest gewickelt. Außerdem stehen jetzt warme nahrhafte Speisen wie Gemüsesuppen und sanfte Massagen mit Sesamöl auf dem Programm, um das Gefühl der Leere zu beseitigen. Darüber hinaus sollten Freude und Familie unterstützen und Stress - der Vata noch zusätzlich erhöht - von der frischgebackenen Mama fernhalten.

6. Mythos Stillen

Das Baby ist endlich da und selig legt die Mama ihr Neugeborenes an die Brust, das daraufhin entspannt zu schmatzen beginnt. So oder so ähnlich stellen sich Frauen häufig das Stillen vor. Aber natürlich ist das nicht immer so. Das sogenannte breastcrwal, bei dem sich das Baby innerhalb der ersten Stunde von selbst Richtung Brust bewegt und zu trinken beginnt, findet nicht immer automatisch statt. Dabei ist das Stillen innerhalb der ersten zwei Stunden nach der Geburt besonders wichtig, denn das Baby ist jetzt meist sehr wach und sein Saugreflex besonders ausgeprägt, die Milchproduktion der Mutter wird angekurbelt und die Gebärmutter beginnt, sich zusammenzuziehen (Rückbildung). Außerdem ist die erste Milch, das sogenannte Kolostrum besonders wertvoll. Es enthält viele Vitamine, Nährstoffe und Antikörper. Doch es gibt zahlreiche Gründe, warum das Stillen manchmal nicht gleich möglich ist (zum Beispiel nach einem Not-Kaiserschnitt) oder nicht so recht klappen will.

Tipp:

Nicht jede Neu-Mama weiß automatisch wie sie das Kind richtig anlegt oder wieviel und wie häufig das Neugeborene trinken sollte. Was du dir merken kannst: Achte drauf, dass dir dein Baby nach der Geburt direkt gegeben wird und es nicht erst gewaschen und angezogen wird. Schau, dass es dir möglichst nackt auf die Brust gelegt wird, um eine enge Bindung zwischen euch herzustellen. Wenn es dann ums Stillen geht und Unsicherheiten bestehen, bitte immer direkt um Unterstützung durch die Hebamme. Selbst wenn das Stillen auch beim 10. Versuch nicht klappt – frag nochmal. Manchmal braucht es einfach etwas, bis sich Mama und Baby aufeinander eingespielt haben. Mach dir außerdem bewußt, dass das Baby am Anfang einen ganz kleinen Magen hat  (er fasst am ersten Tag gerade einmal 10 ml) und nur sehr wenig aber dafür häufig trinkt. Stelle dich außerdem darauf ein, dass es die ersten Male recht schmerzhaft sein kann, das Baby anzulegen. Mit der Zeit solltest du dich aber an das Gefühl gewöhnen und das Stillen sollte dann weder mit Furcht noch Schmerz verbunden sein. Falls doch, liegt es häufig daran, dass das Baby die Brust nicht richtig im Mund hat und nur an der Brustwarze saugt, was diese dauerhaft reizt. Auch hier hilft dir deine Hebamme – hab keine Scheu, sie zu fragen. Wenn du merkst, dass deine Brüste durch den Milcheinschuss hart und heiß werden und schmerzen, besorge dir einen Weißkohl und lege ihn in den Kühlschrank. Nimm bei Bedarf ein Blatt, löse den Strunk in der Mitte heraus, schneide ein Loch für die Brustwarze in die Mitte und rolle mit einer Wasserflasche über das Blatt. Dann lege dir das Blatt auf die schmerzende Brust. Der Saft des Kohls wirkt kühlend, abschwellend und entzündungshemmend. Wenn du hingegen merkst, dass du zu wenig Milch produzierst, kannst du dir Bockshornkleesamen aus der Apotheke besorgen. Nicht nur im Ayurveda nutzt man Bockshornklee, um die Milchproduktion anzukurbeln. Doch das Allerwichtigste beim Stillen ist, sich keinen Stress zu machen. Denn Stress kann dazu führen, dass du weniger Milch produzierst. Suche dir also einen ruhigen Ort, nimm dir bewusst viel Zeit zum Stillen, frage nach Hilfe, wenn du unsicher bist und übe dich im yogischen Ishvara Pranidana – das sogenannte Gottvertrauen, von dem schon Patanjali in seinem Yogasutra sprach.

7. Dein Gewicht oder: die neun Monate danach

Jede Schwangerschaft verläuft ganz individuell. Und so natürlich auch die Gewichtszunahme. Die einen nehmen gerade einmal so viel zu wie Baby, Fruchtwasser und Plazenta wiegen. Die anderen fragen sich, ob der Zeiger der Waage jemals wieder zum Stillstand kommt. Auch wenn man während der Schwangerschaft noch über das steigende Gewicht hinwegblicken mag – nach der Geburt wünschen sich die meisten Frauen ihren alten Körper wieder. Models und Schauspielerinnen machen es ja auch immer wieder vor und erscheinen nach nur wenigen Wochen in perfekten Maßen. Doch das entspricht nur in den wenigsten Fällen der Realität. Nicht umsonst heißt es: Man ist neun Monate schwanger und braucht auch neun Monate, um die Babypfunde wieder los zu werden.

Tipp:

Setze dich wegen deiner Figur nicht unter Druck. Beginne dich vielmehr mit deinem neuen Körper anzufreunden. Richtig: Neuer Körper! Denn nach der Geburt ist dein Körper noch lange nicht der, der er vor der Geburt war. Geh liebevoll mit dir um und freue dich über alles Neue, was du an ihm entdeckst. Immerhin hat dieser Körper Erstaunliches geleistet und das Wunderbarste hervorgebracht: dein Baby. Rückbildungsyoga kann eine klasse Maßnahme sein, um dich wieder in Form zu bringen und deinen Geist zur Ruhe zu bringen. Viele Studios bieten Kurse an, bei denen du dein Baby mitbringen kannst. So lernst du nicht nur, wie du deinen Körper trainierst, sondern auch, wie du ruhig und gelassen bleibst. Denn bei Baby-Yogakursen geht es oft laut zu und jede Mama hat mindestens einmal das quengeligste Baby im Raum.

Du kannst Yoga auch zu Hause mit YogaEasy üben.

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Wenn du zu Hause übst, achte darauf, dass du ruhige Sequenzen praktizierst. Von Sprüngen und langen tiefen Dehnungen solltest du jetzt absehen. Setzte stattdessen auf das Trainieren deiner Beckenbodenmuskulatur, die Kräftigung deiner Oberkörpermuskulatur und Hüft-schließende Asana wie das Kuhgesicht (Gomukhasana).

  • Dafür gehst du in den Vierfüßlerstand und nimmst zunächst das rechte vor das linke Knie und lässt dich zurück auf das Gesäß (oder das Polster hinter dir) sinken.
  • Die Knie liegen nun übereinander und die Füße befinden sich links und rechts neben dem Gesäß.
  • Um auch etwas für den Oberkörper zu tun, der durch das Stillen und das Tragen des Babys jetzt deutlich stärker beansprucht ist, wickelst du nun zusätzlich die Arme ineinander.
  • Dafür lege den rechten Ellenboden in die linke Armbeuge und wickle die Hände so umeinander, dass sich die Handflächen berühren.
  • Lass die Schultern nach unten sinken und zieh die Ellenbogen etwas nach vorne in die Raummitte. Vielleicht spürst du nun eine leichte Dehnung zwischen den Schulterblättern.
  • Bleibe für einige Atemzüge hier, entspann dich und wechsle dann die Seite.

Welche Übungen noch für dich geeignet sind, erfährst du in einem entsprechenden Yogakurs. Sicher wirst du diese Liste ganz bald um deine eigenen Erfahrungen ergänzen können. Der wichtigste Tipp aber für alle Neu-Mamas: Verlass dich auf deinen Instinkt – vertraue deiner inneren Stimme, deinem Bauchgefühl und freue dich auf das, was vor dir liegt!

Wichtiger Hinweis: Alle vorgeschlagenen Maßnahmen stellen Tipps dar und ersetzten nicht den Besuch bei einem Arzt oder Heilpraktiker! 

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