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10 Fragen an Kristin Rübesamen
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10 Fragen an Kristin Rübesamen

Von Kristin Rübesamen

Kristin Rübesamen ist seit über 20 Jahren Yogalehrerin und hat ihre ersten Ausbildungen noch bei Sharon Gannon und David Life (Jivamukti NYC) und Cyndi Lee (Om Yoga, NYC) persönlich gemacht. Damals hatten Yogamatten noch keinen Namen, und Yogahosen waren alte ausgeleierte Leggings. Als Pionierin kennt Kristin nicht nur die meisten Lehrer persönlich, die damals in den 90er-Jahren Yoga zum Trend gemacht haben, sie hat durch ihren Unterricht und ihre Bücher („Great Yoga Retreat”, „Alle sind erleuchtet”, „Das Yoga ABC”) selbst dazu beigetragen. Privat ist ihr jeder Rummel um die eigene Person zuwider. Am liebsten streift sie durch die Stadt alleine oder mit Freunden und tut das, was sie am besten kann: genau hinschauen.

1. Auf einer Skala zwischen 1 und 10: Wie glücklich bist du jetzt gerade?

Eine stabile 5. Mehr ist im Moment nicht drin, da mein Leben gerade ziemlich durcheinander gewirbelt wird. Umso erleichterter bin ich, wenn tatsächlich einiges funktioniert: eine befreiende Yogapraxis, ein Spaziergang mit engen Freunden, eine Suppe, die nicht anbrennt, ein paar neue Gedanken, eine Nacht, die man durchschläft. Das ist alles nicht selbstverständlich. Wenn man sich klar bewusst macht, was gut läuft, geht es ganz von allein ein bisschen besser.

Was mich noch glücklich macht: Mein neuer Roman „Atemlos” ist gerade erschienen, an dem ich viele Jahre geschrieben habe. Es ist fast ein bisschen so, als verabschiedet sich ein Kind und geht auf Reisen. Ich weiß nicht, wo das Buch landet und wen es treffen wird. Ich bin sehr dankbar, dass es einen guten Verlag gefunden hat. Jetzt muss es alleine laufen.

2. Wie war dein erster Kontakt mit Yoga?

Es war ganz im Ernst Liebe auf den ersten Blick. Überwältigend, roh, es hat mich richtig durchgerüttelt.

3. Wie ehrgeizig bist du? Leidest du unter den Ansprüchen, die du dir selbst stellst?

Ja, aber ich leide gerne darunter. Ich möchte alles, was ich mache, gut machen, allerdings handelt es sich nicht um konventionelle Ziele. Ich muss nicht im Herbst eine Herbstdeko aus dem Keller holen, ich kann auch nicht besonders gut kochen, und noch nie habe ich einen Friseurtermin anders als in letzter Minute bekommen. Spaß beiseite: Ich wäre gerne politisch viel engagierter. Dass ich da nicht mehr tue, darunter leide ich.


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4. Warum hast du dich entschieden, Yoga auch zu unterrichten? Was ist das Besondere an deinem Unterricht?

Wie die meisten Lehrerinnen wollte ich erst mal nur mein Wissen vertiefen, aber dann musste ich unbedingt selbst unterrichten und dieses Wissen weitergeben. Das Besondere an meinem Unterricht ist vielleicht, dass ich meine Schüler zu mehr Freiheit und Mut bewegen möchte. Sie sollen selbst herausfinden, was ihnen guttut. Ich gebe nur Impulse, die sie aufnehmen. Impulse für ein schönes, sinnlicheres, mutigeres und ehrlicheres Leben. Oh, und ich bin natürlich ein schlimmer Kontrollfreak, wenn es um Alignment geht, und unterrichte immer mit einem Hammer-Soundtrack.

5. Welchen irdischen Besitz schätzt du am meisten?

Meine zwei goldenen Armreifen, denn meine Mutter und meine beiden Schwestern tragen die gleichen.

6. Was bedeutet das erste Sutra aus Patanjalis Yoga Sutra, Atha Yoga-anushasanam, für dich?

Für mich heißt das nicht nur, dass Yoga keinen großen Anlauf braucht. Schon ein kurzer Moment in Stille, in dem man sich mit seinem Atem verbindet, ist Yoga. Es heißt auch, dass Yoga für alle zugänglich ist. Yoga existiert in vielen Varianten, Traditionen, und es ist herrlich, tief in diese Welt einzutauchen. Aber letztlich geht es jedes Mal darum, einen Moment des Lebens in seiner Tiefe zu erleben. Das kann man auch allein und überall erleben. Am besten funktioniert es für mich in der Natur. Dann spüre ich tiefen Respekt für die Welt um mich herum. Nichts anderes bedeutet Achtsamkeit für mich.

7. Was hat Yoga mit Liebe zu tun (und warum sind Beziehungen manchmal so schwierig)?

Yoga ist für mich Liebe. Wenn ich mich der Bewegung und der Atmung hingebe, das sage ich jetzt absichtlich so, dann ist das Liebe. Dazu brauche ich keinen anderen Menschen. Offen zu bleiben, weich zu bleiben, beweglich zu bleiben, das sind für mich entscheidende Attribute der Liebe. So wollen wir mit uns selbst und unserem Partner umgehen. Wenn wir von der herkömmlichen Liebe enttäuscht werden, spüren wir es sofort, denn wir können gar nicht anders, als den seelischen Schmerz körperlich wahrzunehmen. Das Herz zieht sich zusammen, der Magen wird zur Faust, alles wird klein und hart und tut weh. Das Herz will sich aber öffnen und atmen. Und wenn wir das zulassen, haben Gefühle wie Angst oder Eifersucht oder Rache keine Chance. Dann bleiben wir offen und verletztlich, und nur dann leben wir auch. Deswegen hilft gegen Liebeskummer ganz konkret, den Körper zu befreien durch Yoga, durch Spazierengehen, durch Tanzen und Atmen.

8. Wann bist du zuletzt vom Yogaweg abgekommen?

Noch nie. So langweilig es klingt. Mein Yogaweg ist allerdings ein wilder Pfad, nicht die A9.

9. Welche Tugend würdest du am liebsten besitzen?

Geduld.

10. Was kann Yoga – und was kann Yoga nicht?

Nicht gegen Tischtennis, aber Yoga hilft uns wie keine andere Technik, mit Veränderung umzugehen. Es hilft nicht gegen schlechte Augen, aber es hilft mir zu sehen, was wichtig ist im Leben und was nicht. Yoga ist die einzige Technik der Selbsterkenntnis, die dabei verdammt gute Laune macht.

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